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Sonntag, 20.10.2019

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Raiffeisenbanken RH-SC und WUG haben Fusion im Blick

Die Genossenschaften von Roth-Schwabach und Weißenburg-Gunzenhausen wollen eins werden. - 23.09.2019 18:28 Uhr

Die Raiffeisenbanken Roth-Schwabach und Weißenburg-Gunzenhausen wollen zusammengehen. Das letzte Wort haben Mitte des nächsten Jahres die Vertreterversammlungen beider Genossenschaftsbanken. Auf dem Bild von links die Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Renner und Uwe Feser, die Vorstandsvorsitzenden Wilfried Wiedemann und Carsten Krauß sowie die stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Gerhard Meyer und Erwin Grassl. © Foto: Jürgen Karg


Es ist alles sehr schnell gegangen: Im Juni hat man sich erstmals zu Gesprächen über eine eventuelle gemeinsame Zukunft getroffen, in der vergangenen Woche haben die beiden Aufsichtsräte einstimmig signalisiert, dass sie eine Fusion der Raiffeisenbank Roth-Schwabach einerseits und Weißenburg-Gunzenhausen andererseits begrüßen würden.

Schnell zusammen gefunden

Uwe Feser, Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Roth-Schwabach, sprach am Montag bei der Vorstellung der Pläne der Geldinstitute davon, das man bereits "auf der Zielgeraden angekommen" sei. In den vergangenen Monaten geführte Gespräche seien in guter Atmosphäre verlaufen, es habe keinerlei große Kontroversen gegeben.

Menschlich und fachlich habe man in den Arbeitsgruppen sehr schnell zusammengefunden, das ergänzte der Vorstandsvorsitzende der Bank Roth-Schwabach, Carsten Krauß. Die Aufsichtsratssitzungen in den vergangenen Wochen hätten nochmals Rückenwind gegeben.

Der Vorstandsvorsitzende der Bank Weißenburg-Gunzenhausen, Wilfried Wiedemann, skizzierte, dass die Vertreterversammlungen der beiden noch eigenständigen Genossenschaften voraussichtlich im Juni 2020 über die Verschmelzung der Geldhäuser endgültig abstimmen werden. Es sei eine Fusion zweier Banken, denen es gut gehe. Beide Institute, so Wiedemann, stünden auf einem wirtschaftlich gesundem Fundament, so dass der geplante Zusammenschluss jeweils aus einer Position der Stärke und "auf Augenhöhe" möglich sei, zumal auch die geschäftspolitische Ausrichtung beider Institute ähnlich sei.

Spezialisierung erforderlich

Gleichwohl sehen Krauß und Wiedemann die Erfordernis, in der Beratung der Kunden das Spezialistentum voranzutreiben: Und die "Spezialisierung kostet Geld."

Dem können sich die Banken nicht verschließen, denn angesichts steigender Verunsicherung bei der persönlichen Lebensplanung erhöhe sich der Bedarf an individueller Beratung der Privatkunden. Und die Gewerbekunden lebten zwar von einer stabilen Binnenkonjunktur, machten sich aber auch zunehmend auf, sich neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Unter dem Begriff "dynamische Veränderungen in der Bankenbranche" ist auch der demografische Wandel in der Bevölkerung anzuführen. Der Wettbewerb um junge Kunden werde weiter stark zunehmen und ebenso der Bedarf an qualifizierter Beratung bei der Vermögensübertragung. Mehr als jeder zweite Kunde, so haben Untersuchungen ergeben, informiert sich vor dem Kauf eines Bankprodukts im Internet, so das sich auch die Raiffeisenbanken im Wettbewerb mit anderen Dienstelistern und digitalen Anbietern sehen. Noch ein weiterer Aspekt macht den Geldinstituten zu schaffen: Ein wachsender Erlös- und Kostendruck. Die digitale Welt verschärft aktuell den Konditionenwettbewerb und die von der Politik verordneten Niedrigzinsen lasten auch weiterhin schwer auf den Banken und wirken sich rückläufig auf die erzielten Erträge aus.

Dezentral bleiben

Und schließlich ist da noch eine Flut an Regulierungen. Und regelmäßige Berichte, die von den Banken an die Finanzaufsicht zu leisten sind.

Vor dem Hintergrund dieser Aspekte macht es nach Einschätzung der beiden Raiffeisenbanken und ihrer Aufsichtsgremien Sinn, die vielfältigen Herausforderungen im Zuge einer Fusion gemeinsam zu meistern. Wie berichtet, hatte die Raiffeisenbank Roth-Schwabach vor geraumer Zeit eine Fusion mit der Genossenschaftsbank Altdorf-Burgthann geplant. Doch das war dann doch gescheitert. Nun soll es mit Weißenburg-Gunzenhausen klappen, um eine starke Regionalbank im südlichen Mittelfranken zu schaffen.

Man werde auch nach einem Zusammengehen dezentral weiter arbeiten, signalisieren die beiden Vorstandsvorsitzenden. Die vier Hauptgeschäftsstellen Schwabach, Roth, Weißenburg und Gunzenhausen sollen fortbestehen. "Wir wollen die Bank vom Kunden aus organisieren", verdeutlicht Carsten Krauß. Hinsichtlich der Namensgebung für eine "neue" Bank sei man sich noch nicht ganz einig, es gebe verschiedene Überlegungen, so Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Feser.

Die Kennzahlen der Fusionskandidaten:

  • Bilanzsumme: Roth-Schwabach 987 Millionen Euro; Weißenburg-Gunzenhausen 1427 Millionen.
  • Betreutes Kundenanlagevolumen: Roth-Schwabach 1330 Millionen; Weißenburg-Gunzenhausen 1808 Millionen.
  • Betreutes Kundenkreditvolumen: Roth-Schwabach 712 Millionen; Weißenburg-Gunzenhausen 852 Millionen.
  • Eigenmittel: 108,5 Millionen; Weißenburg-Gunzenhausen 172,6 Millionen.
  • Kunden: Roth-Schwabach 39 442; Weißenburg-Gunzenhausen 51 890.
  • Mitglieder: Roth-Schwabach 13 401; Weißenburg-Gunzenhausen 27 961.
  • Mitarbeiter: Roth-Schwabach 197; Weißenburg-Gunzenhausen 280.
  • Geschäftsstellen: Roth-Schwabach 11; Weißenburg-Gunzenhausen 27.

JÜRGEN KARG E-Mail

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