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Freitag, 03.07.2020

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Swingender Auftakt nach dem Lockdown: "Saxalavista!"

Beim ersten Konzert im Garten der Kulturfabrik wartete ein Saxofonquartett mit Klassik, Jazz und Pop auf. - 29.06.2020 05:00 Uhr

Endlich wieder ein Konzert. Die erste Soirée in der Kulturfabrik beziehungsweise in ihrem Garten mit dem Saxofonquartett „Saxalavista“ war ganz schnell ausverkauft. © Foto: Tobias Tschapka


Auch der Hausherr der Kufa, Bürgermeister Ralph Edelhäußer, ließ sich diese erste kulturelle Veranstaltung in seinem seit Wochen verwaisten Bürgerhaus nicht entgehen. Wann die Kulturfabrik ihren normalen Betrieb wieder aufnehmen kann, weiß er freilich auch nicht. "Mal abwarten, was Söder sagt", so der Rathaus-Chef, der schon mal zufrieden wäre, wenn die ab September geplanten Nachholkonzerte einiger der seit dem Lockdown ausgefallenen Veranstaltungen der Kulturfabrik tatsächlich stattfinden würden.

Umso größer war die Freude beim Rother Stadtkapellmeister und Leiter der Rother Musikschule Walter Greschl: "Schön, dass wir nach so langer Pause endlich wieder Kunst und Kultur öffentlich machen und Ihnen damit Freude bereiten können", begrüßte er die Gäste und kündigte seinen neuen Saxofonlehrer Fabio Kronmüller und dessen Combo "Saxalavista!" an. Die dunklen Wolken, die sich über der Kulturfabrik zusammenzogen, seien kein Grund zur Beunruhigung: "Bis 23 Uhr soll es trocken bleiben, und bis dahin sind wir fertig".

Dass es trocken bleibe, hoffte nicht zuletzt auch eine vierköpfige Familie aus Büchenbach, die mit dem Fahrrad gekommen war. "Wir sind froh, dass überhaupt wieder etwas stattfindet, da haben wir nicht lange überlegt und uns Karten gesichert", so Familienvater Daniel Plaschke. So wie alle anderen Besucher hatte seine Familie eine Biertischgarnitur für sich, denn neben Mund-Nase-Schutz-Pflicht (am Platz galt die nicht mehr) galten für die Soirée die bekannten Abstandsregeln. Bar- und Gastrobetrieb der Kulturfabrik mussten geschlossen bleiben, daher hatten die Besucher vorgesorgt und brachten selbst die passende Verpflegung mit. Manche breiteten ein richtiges Picknick vor sich aus mit leckeren Snacks, Wein, Radler und mehr.

So ließ sich die hochkarätige Musik des Saxofonquartetts richtig genießen. Neben Kronmüller mit seinem Baritonsaxofon standen auf der improvisierten Freiluftbühne Julia Grünsteidel (Tenorsaxofon), Maximilian Väth (Altsaxofon) und Dominik Landmann (Sopransaxofon). Die vier jungen Musiker gestalteten die Sommernacht mit einem bunten Mix aus Jazz, Swing, Klassik und Pop.

 

Oper und Tango

 

Perfekt aufeinander abgestimmt ließen sie zum Beispiel ein bekanntes Stück aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet erklingen, einen ganzen Block mit betörenden Tango-Klängen oder das überaus anspruchsvolle Stück "Celtic Suite" von Gavin Whitlock – bestehend aus den drei Teilen "Midnight in Kinsale", "Love Song" und "Ceilidh". Viel Applaus bekam auch ein Part mit berühmten George Gershwin-Melodien.

So senkte sich langsam die Dunkelheit über den Kufa-Garten, in dem es tatsächlich bis zum Ende des Konzerts trocken blieb. Natürlich ließen die "ausgehungerten" Kultur-Fans das Quartett nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne.

Und dabei präsentierten die Musiker mit dem feinsinnigen Stück "Englishman in New York" aus der Feder des britischen Ausnahmemusikers Sting abschließend noch einen kleinen Ausflug in die Welt der Popmusik.

TOBIAS TSCHAPKA

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