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Tennis: "Übergangssaison" mit Lücken

Die Runde ist geprägt von freiwilligem Verzicht und Lust auf‘s Spiel. - 15.06.2020 06:00 Uhr

Beim TV Hilpoltstein fiebert man schon lange dem Saisonauftakt entgegen, der über die Pfingstferien hinaus verschoben wurde. Platzwart Peter Schmitzer hat seinen Part erledigt. © Foto: Tobias Tschapka


Übergangssaison bedeutet, dass das Recht auf den Regelaufstieg und der Regelabstieg ausgesetzt sind. Die ursprüngliche Ligen- und Gruppeneinteilung der Sommersaison 2020 ist somit auch die Grundlage für die Mannschaftsmeldung ein Jahr später. Ganz ohne Lohn soll der sportliche Einsatz aber nicht bleiben. Der Verband hat erklärt, dass er "seine Möglichkeiten ausschöpfen will, um Gruppenersten der ,Übergangssaison‘ den Aufstieg zu gewähren". Das könnte geschehen über freie Plätze in den darüberliegenden Ligen oder durch Vergrößerung der Staffeln auf die Sollstärke.

Der "Übergang" geht einher mit einer Verlängerung der Punktspielrunde bis Ende September. Zwar soll der Terminplan im bisher üblichen Rahmen vor den Sommerferien durchlaufen, doch es wurde den Vereinen eine großzügige Möglichkeit eingeräumt, Begegnungen im gegenseitigen Einvernehmen zu verlegen.

Am Spielsystem wird sich nichts ändern, denn Doppel wurden zugelassen. Das Innenministerium vertritt die Ansicht, dass sich die beiden Partner nur in Ausnahmefällen zu nahe kommen, und haben den Sport deshalb als kontaktlos eingestuft. Konsequenterweise ist damit auch das Doppel-Training erlaubt.

Bei der Anreise zu den Spielen sind die "Familienbetriebe" unter den Clubs im Vorteil, denn Verwandte in gerader Linie und Geschwister dürfen auf jeden Fall in ein Fahrzeug. Fahrgemeinschaften dürfen außerdem Angehörige zweier verschiedener Hausstände bilden.

Tennisbälle gelten nicht als gefährlicher Übertragungsweg für das Corona-Virus. Dazu hat ein Zitat der Virologin Melanie Brinkmann, Expertin vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, in Deutschland die Runde gemacht: "Zumindest unter der Voraussetzung, dass die Spieler nicht kräftig auf den Ball spucken und diesen dem Gegner in den Mund werfen."

 

Meisterschaften und Mixed gestrichen

 

Abgesagt wurden schon frühzeitig die Bezirksmeisterschaften, die Anfang Mai stattfinden sollten, und die bayerischen Meisterschaften, die eigentlich in der vergangenen Woche auf dem Spielplan standen. Auch die Mixed-Runde wurde gestrichen. Und obwohl die Clubs durch die Bank der Saisoneröffnung entgegenfieberten, auf einen Wettkampfspielbetrieb mit auswärtigen Mannschaften wollten sich dann doch nicht alle einlassen.

So dreht zum Beispiel die ranghöchste Mannschaft der näheren Umgebung eine Nullrunde: Die Damen 60 des TV Hilpoltstein wurden durch eine Umfrage ausgebremst. Von den Teams der Regionalliga Süd-Ost war fast eine Dreiviertel-Mehrheit dagegen, heuer zu spielen. Die Herren 55 der DJK Abenberg haben Anfang Juni von ihrem folgenlosen Rückzugsrecht in der Landesliga Nordost Gebrauch gemacht, sie behalten ihr Startrecht für nächstes Jahr. Mit ungetrübtem Ehrgeiz gehen die Herren 60 des TC Georgensgmünd – angeführt von Gerhard Thiem – zu Werke. In der Landesliga Nordost spielen sie in einer Sechsergruppe, in der auch der SC Großschwarzenlohe vertreten ist. Bei dem kommt es auch gleich am kommenden Sonntag, 21. Juni, zum Derby.

Während sich zum Beispiel der SV Rednitzhembach und der TSV Heideck heuer ganz aus der Medenrunde raushalten, glänzen einige Vereine mit Präsenz in vielen Altersklassen. Beim TV Hilpoltstein hatten nur die Seniorinnen maximales Pech, die jüngeren Semester bekommen ihre regelmäßigen Einsätze, wobei die Ligen im Süden des Bezirks teilweise aber schon ausgedünnt wurden, kräftiger als im Norden. Herren und Damen 30 des TV Hip sind auf Bezirksebene vertreten, stark ist eine Präsenz beim Nachwuchs, bei den Bambini 12 sind sogar zwei Mannschaften gemeldet.

Rund um die Burgstadt gibt es mit dem TC Allersberg, dem TC Greding und dem TV Thalmässing besonders rührige Konkurrenz. In der Kreisstadt ist der TC Roth ein Aktivposten, insbesondere in den Nachwuchsligen. Die älteste Mannschaft schickt der TV Büchenbach ins Rennen, die in der Bezirksliga Herren 70 mit dem 1. FC Nürnberg II und dem TSV Kösching eine Dreiergruppe bildet und am 23. Juli sein erstes Spiel beim Club bestreiten soll. Der TC Rothaurach hält in der Kreisklasse 3 der Herren 40 sein Fähnchen hoch, wo er mit Greding, Kleinschwarzenlohe, Thalmässing, Hilpoltstein, Großschwarzenlohe und Abenberg ein attraktives Umfeld hat.

PAUL GÖTZ

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