Titelverteidiger drückte aufs Gas

29.4.2013, 00:00 Uhr
Allein auf weiter Flur: Bernd Hagen quält sich dem Ziel entgegen, mit über 40 Sekunden Vorsprung hat er aber auch keinen Endspurt nötig.

Allein auf weiter Flur: Bernd Hagen quält sich dem Ziel entgegen, mit über 40 Sekunden Vorsprung hat er aber auch keinen Endspurt nötig. © Paul Götz

Ein Teil der Spannung des Duathlon lebt ja von diesem Geschlechtervergleich. Er ist als Verfolgungsrennen konzipiert: Die Frauen starten mit dem zeitlichen Vorsprung, den sie im Jahr zuvor hinter den Männern gelegen hatten. Das war heuer schon deshalb ein schräger Vergleich, weil die überlegene Vorjahressiegerin Angela Kühnlein (TSV Höchstadt) nicht dabei war, die 2012 vor den Herren der Schöpfung ins Ziel gekommen war.

Kühnleins Vorgängerin und Nachfolgerin Ulrike Schwalbe (CLV Megware) legte zwar einen überlegenen Start-Ziel-Sieg bei den Frauen hin, doch die Vorgabe vor den Herren war schon bald nach dem Wechsel von der 8-km-Laufstrecke auf das Rad aufgezehrt. Da die schnellsten Männer die 30 Kilometer mit den Rennräder über sechs Minuten zeitiger zurücklegten und auch die letzten 3000 Meter zu Fuß gute zwei Minuten flotter waren, finishten Schwalbe und erst recht die nachfolgenden Frauen diesmal nicht auf freier Zielgerade, sondern im Pulk. Ihr Vorsprung vor der zweitplatzierten Eva-Maria Ferstl (Kelheim) betrug 101 Sekunden. Eine gute halbe Minute später kam Tamara Zeltner (Artelshofen) als Dritte ins Ziel, auf dem selben Rang wie im Vorjahr, aber fast zwei Minuten schneller als im Vorjahr.

Bei den Männern wurde der Zieleinlauf zu einer Solovorstellung für Vorjahressieger Bernd Hagen (Team Arndt). Dem machte die Kälte aber schon gar nichts aus. Er verbesserte seine Zeit von 1:29:56 auf 1:28:10 doch recht deutlich, war in allen drei Abschnitten flotter unterwegs und verwies Hans Nielsson von der TSG 08 Roth erneut auf den zweiten Platz. Der in Eckermühlen wohnhafte Däne hatte sich erst am Wettkampftag gemeldet und lag nach dem 8-km-Lauf fast 50 Sekunden vorne, doch Hagen zog mit dem Rennrad davon ,war über zwei Minuten schneller und ließ sich auf den letzten 3000 Metern nur 35 Sekunden abnehmen und finishte mit 41 Sekunden Vorsprung.

Ein Trost für Nielsson: Mit seiner Zeit von 1:28:51 hätte er im Vorjahr locker gewonnen. Auch der Dritte, Andreas Sperber (Bamberg), unterbot die Siegerzeit des Vorjahres noch um eine Sekunde.

Verbotener Helmwechsel

Einer der jüngeren Starter, der 23-jährige Marius Schuhmann, gewann die vereinsinterne Wertung des La Carrera TriTeams Rothsee als Sechster der Männerwertung. Sein Vereinskamerad Michael Seitz, der die Ziellinie eine Sekunde später überquerte, wurde disqualifiziert, weil er bei einem Helmwechsel fremde Hilfe in Anspruch genommen hatte.

Zusammen mit dem ebenfalls disqualifizierten Daniel Wenzel vom FC Bayern München (44. im Ziel) reduzierte er das Feld der Männer, die in die Wertung kamen, von 131 auf 129, bei den Frauen waren es 20. Gegenüber der Spitzenbeteiligung von vor zwei Jahren und auch 2012 (188 Männer/29 Frauen) war das schon spürbar weniger. Die veranstaltende Triathlon-Abteilung des TV Hilpoltstein führt den Rückgang auf mehrere Faktoren zurück. Das kühle Wetter am Veranstaltungstag und in der Vorbereitung, das vor allem die Radfahrer ausbremste, in eine Ursache, die nicht zu beeinflussen ist. Etwas anderes ist es mit dem Rückzug der Breitensportler, die sich davon abschrecken lassen, dass bei den Ausdauersportarten immer mehr Profis unterwegs sind.

Nächstes Jahr Staffel

Dieser Entwicklung wollen die Burgstädter mit der Einführung eines Staffelwettbewerbes entgegensteuern. Dabei können sich ein Lauf- und ein Radspezialist ergänzen. Die Idee kam für den aktuellen Duathlon zu spät, weil die Ausschreibung schon raus war, aber zum 25. Auflage wird sie wahrscheinlich umgesetzt werden.

Die Entscheidung, die Veranstaltung vom traditionellen Termin 1. Mai vorzuverlegen, hat nach Einschätzung der Hilpoltsteiner eher genützt als geschadet. Am kommenden Wochenende wird nämlich im oberbayerischen Greiling ein Duathlon ausgetragen, der in einigen Altersklassen als bayerische Meisterschaft gewertet wird. Da kam das Rennen in Hilpoltstein als Generalprobe mit einwöchiger Erholungsphase gerade recht.

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