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Mittwoch, 03.06.2020

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Umbesetzung in der Krise

Sonderschicht für das Management in der TT-Hochburg Hilpoltstein: Sanchi geht nach Austria, US-Boy Nicholas Tio bleibt in den Staaten und wird durch Aufschlagkünstler Mühlbach ersetzt. - 05.05.2020 14:52 Uhr

Dennis Dickhardt wurde am Sonntag Papa eines Mädchens. Die Spiele des hinteren Paarkreuzes teil er sich künftig mit Hermann Mühlbach und Hannes Hörmann. © Foto: Salvatore Giurdanella


Die anstehende Runde steht unter zwei Maximen: Die erste Garnitur soll die Zweite Liga halten und Hannes Hörmann in die Mannschaft integriert werden. Angepeilt ist, dass das 17-jährige Ausnahmetalent auf Position fünf mindestens 50 Prozent der Einsätze bekommt. Zum Geschehen um seine Position herum hatte die Corona-Pandemie den Planern erst einmal einige Striche durch die Rechnung gemacht.

Der argentinische Nationalspieler Francicso Sanchi wird seine Brötchen künftig in Österreich verdienen. Da sein Heimatland wirtschaftlich am Zahnfleisch daherkommt, ist er darauf angewiesen, seinen Lebensunterhalt mit Tischtennis zu bestreiten. So ein Vollprofi passt "nicht ins Konzept des TV Hilpoltstein", wie Uli Eckert erläuterte. Der Verein hatte sich eigentlich als Ersatz den amerikanischen Nationalspieler Nicholas Tio vom TTC Ruhrstadt Herne (3. Bundesliga Nord) ausgeguckt. Man war sich mit dem 19-Jährigen schon einig. Doch im April meldete er sich aus der Vorbereitung für die Olympischen Spiele und teilte den Mittelfranken mit, dass er nicht nach Deutschland zurückkommen werde.

 

Kompetenz in der Box

 

Stattdessen wird das Publikum in der Stadthalle künftig Erfahrung und spektakuläre Aufschläge sehen. Als Nachfolger stand der 31-jährige Hermann Mühlbach Gewehr bei Fuß, der schon öfter in Hilpoltstein angeklopft hatte. Der ehemalige luxemburgische Nationaltrainer hat die A-Lizenz und sorgt zusammen mit Alex Flemming für eine nie dagewesene Fachkompetenz in der Box des TV.

Ein dritter Faktor im Mannschaftsgefüge stellte sich vergangenen Sonntag als freudige Nachricht ein: Dennis Dickhardt wurde Vater eines Mädchens und hat nun neben seinem Beruf als Pilot einen Grund mehr, "nicht mehr 100 Prozent der Spiele zu bestreiten". Das hintere Paarkreuz teilt er sich mit Mühlbach und Hermann. Für den Fall der Fälle hat man noch Frantisek Krcil, den Frontmann der Regionalliga-Teams in der Hinterhand.

Wer da wie oft zum Einsatz kommt und wer neben dem vorderen Paarkreuz mit David Reitspies und Alex Flemming in den Doppeln an die Platte geht, könnte eine dynamische Angelegenheit werden. Eckert: "Unsere Maximen sind mannschaftliche Geschlossenheit und Harmonie. Die Fünf machen das untereinander aus. Bei den Doppeln werden wir durchtesten, was am besten passt." Ein Plus ist auf jeden Fall, dass sich Hannes Hörmann nicht mehr in der Ersten festspielen kann, sondern auch immer für die zweite Mannschaft verfügbar bleibt.

Im Regionalliga-Team bilden weiterhin Frantisek Krcil und Hannes Hörmann das vordere Paarkreuz. Matthias Danzer und Sebastian Hegenberger in seinem letzten Jugendjahr sowie Darius Kabacinski sind ebenfalls wieder mit von der Partie. David Palkovsky passte nicht mehr in den Etat. Für ihn kommt aus Regenstauf Niclas Reindl, aus demselben Jahrgang wie Hörmann.

Neben Jugend-Nationalspieler Hörmann ist Reindl damit auch ein Kandidat für die Topspiele der Jungen in der Verbandsliga. Die haben darüber hinaus mit Maximilian Stadlbauer aus Eichstätt Verstärkung bekommen und mit den Weber-Brüdern eine muntere Truppe zusammen. Der Ehrgeiz für den Nachwuchs hat sich in der vergangenen Saison sozusagen aufgestaut. Denn bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft wurde man eher vom Terminplan als von der Konkurrenz ausgebremst.

Nach den derzeitigen Plänen soll die 2. Bundesliga am Wochenende 12./13. September den Spielbetrieb aufnehmen. Die Hilpoltsteiner können sich dabei auf ein Wiedersehen mit Philipp Floritz freuen. Der ist als Ranglisten-Erster und Topspieler von Meister Hertha BSC Berlin aus der dritten in die zweite Liga aufgestiegen. Bei der Vorrunde des Pokals werden die mittelfränkischen Zuschauer voraussichtlich in die Röhre schauen. Robert Nachtrab fürchtet, dass "die Bewerbung des TV bei der Jahrestagung im Juni eher nicht berücksichtigt wird", nachdem es vergangenes Jahr beim Zuschlag für Hilpoltstein von den Mitbewerbern massiven Gegenwind gegeben hatte.

 

PAUL GÖTZ

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