Von E-Cars, Nagel-Designs und Rothsee-Hockern

4.4.2017, 14:53 Uhr
Von der Planung bis zur Ausführung: So wie die angehenden Schreiner zeigten, wie sie ein Schachbrett anfertigen, demonstrierten die Berufsschüler in den anderen Zweigen, worauf es in ihrem Beruf ankommt.

Von der Planung bis zur Ausführung: So wie die angehenden Schreiner zeigten, wie sie ein Schachbrett anfertigen, demonstrierten die Berufsschüler in den anderen Zweigen, worauf es in ihrem Beruf ankommt. © Foto: Robert Unterburger

"Vor zehn Jahren bildete man neue Kompetenzzentren", berichtete Schulleiter Michael Greiner bei der Begrüßung, "man hat große Kämpfe ausgetragen, aber man setzte auf Fahrzeug-, Metall- und Elektrotechnik." Die Berufsschule wolle den Schülern die bestmögliche Ausbildung anbieten und die Verbindung von Theorie und Praxis lehren.

Greiner erinnerte daran, dass das Berufliche Schulzentrum Roth unter mehr als 500 Bewerbern den dritten Platz beim deutschen Lehrerpreis mit dem "Projekt E-Car" erhalten hat. 2010 habe man ein Nutzfahrzeug gebaut. "Wir sind die einzige Berufsschule, die mit Großtechnik arbeitet und haben eine Halle für Berufskraftfahrzeuge", berichtete Greiner weiter. "Wir rüsten uns für die Industrie 4.0, das heißt: Vernetzung, Automatisierung und Digitalisierung." Ziel sei es, dass die Rother Berufsschule auch im Bereich Maschinenbau in die berufliche Fortbildung gehen könne.

Schulrat Karlheinz Pfahler lobte die hervorragende Zusammenarbeit der Berufsschule mit den Mittelschulen. "Unsere Berufsschule ist immer bestrebt und bemüht, ganz nah an der Wirtschaft zu sein", lobte stellvertretender Landrat Walter Schnell, "sie ist außerordentlich kreativ und innovativ". Der Landkreis stehe zum Thema Bildung, um seinen Wirtschaftsstandort zu stärken.

Bei einem Rundgang hatten die Besucher Gelegenheit, zahlreiche Abteilungen und Berufe kennenzulernen. Am meisten los war in der Pausenhalle. Dicht gedrängt saßen die Menschen im Schülercafé, das von den Schülern des Berufsvorbereitungsjahres betrieben wurde, und lauschten den Klängen einer "BIK" (Berufs-Integrations-Klasse). Drei Schüler aus den Flüchtlingsklassen machten Weltmusik. Mit dem Kauf von Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken unterstützten die Gäste die Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks. Alle Einnahmen werden zu 100 Prozent gespendet. Ebenfalls in der Aula stellte sich die Technikerschule vor. Die Besucher erfuhren einiges über den Beruf des Technikers für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität.

In der Abteilung Körperpflege stellten sich die angehenden Friseure vor. Grundkenntnisse in der Farbenlehre, der Farbberatung, des Nagel-Designs, über Flechten und Locken, Fachrechnen bei Frisuren und interaktive Frisurengestaltung wurden vermittelt. Außerdem wurden Wettbewerbsköpfe ausgestellt. Informationen zum Berufsgrundbildungsjahr Agrar gab es in der Abteilung Landwirtschaft.

Die Maler und Lackierer waren in der Abteilung Farbtechnik vertreten. Sie stellten aktuelle Schülerarbeiten aus, demonstrierten einen "Schneideplotter in Aktion", zeigten eine Airbrush-Vorführung und führten Schmucktechniken vor.

Zukünftigen Schreinern konnte man in der Abteilung Holztechnik über die Schulter schauen. Sie arbeiteten am Projekt "Obstschale". Hierbei war auch die CNC-Fräsmaschine im Einsatz. Eine weitere Herausforderung für die Nachwuchsschreiner war die Anfertigung eines Schachbretts.

Eine Ergänzung zur Holztechnik war die Abteilung Bautechnik. Sie informierte über das Berufsgrundbildungsjahr Zimmerer und die Grundstufe Bau. In der Innenhalle baute man sogenannte "Rothsee-Hocker" aus Vollholz, im Außenbereich waren die Zimmerer mit dem Bau des Kindergartenhauses "Regenbogen" Thalmässing beschäftigt.

Wer sich für Elektronik interessiert, war in der Abteilung Elektrotechnik gerade richtig. Sie stellte die Berufe "Elektroniker für Betriebstechnik" und "Elektroniker für die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik" vor. Demonstriert wurde die Hochspannungsentladung, die Förderband- und Beleuchtungssteuerung sowie ein Motor mit Frequenzumrichter. Aber auch Themen wie Anlagen- und Geräteprüfung, "Heißer Draht", Motorsteuerung und Lichtsteuerung mit DALJ standen auf der Agenda.

Über vier Berufe wurde in der Abteilung Metalltechnik informiert: über den Anlagenmechaniker für Heizung, Klima- und Lüftungstechnik, den Zerspanungsmechaniker, den Industriemechaniker sowie den Maschinen- und Anlagenführer. Demonstriert wurden das Weichlöten von Kupferrohren, die Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie CAM, CAD und CNC. Außerdem demonstrierten die Berufsschüler den Einsatz von Wärmebildkamera.

In der Abteilung Kfz-Technik stellte sich der Kfz-Mechatroniker im Bereich Pkw-Technik vor. Gezeigt wurden ein Glasmotor in Flammen, Elektro- und Pneumatikstände in Bewegung, der Bau einer modernen Audio-Anlage, ein BMW 13 auf dem Prüfstand sowie ein Common-Rail- und ein CAN-Bus-Prüfstand. Einblicke in drei Berufe gab es in der Abteilung "Nutzfahr-Technik", nämlich in den Beruf Berufskraftfahrer, den Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeugtechnik sowie über den Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Eine Fotoausstellung berichtete über "Momente aus dem Schulalltag". Im Schülerwohnheim konnten die Besucher die Aufenthaltsräume und Schülerzimmer in Augenschein nehmen.

 

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