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Mittwoch, 03.03.2021

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Wernfelser Linde im Weg: Wahrzeichen verschwindet

Wortgefecht im Spalter Sonder- und Sicherheitsausschusses, weil der Baum die Verkehrsicherheit stört - 05.02.2021 17:00 Uhr

Mein Freund, der Baum, ist (bald) tot: So sang es einst Alexandra. Genau dieses Schicksal droht nun einer Linde in Wernfels, die als „Wahrzeichen des Ortes“ gilt.

04.02.2021 © Foto: Jürgen Leykamm


Ein Beschluss über die Maßnahme war in der Tagesordnung nicht vorgesehen. Die anstehende Durchführung wurden lediglich zur Kenntnisnahme vorgetragen. Für Jotz als Wernfelserin mit grünem Parteibuch besonders schmerzhaft. Die "todgeweihte Linde" sei "in fünf Minuten abgesägt, aber hat 80 bis 100 Jahre gebraucht, um zu wachsen."

Bei dem Treffen in der Schulaula plädierte das Ratsmitglied für einen Kompromiss. So könne etwa die Krone durchaus deutlich zurückgeschnitten werden, was dann wiederum ein starkes Beschneiden der Wurzeln rechtfertige. Ein Ortstermin mit Sachverständigen habe dem entgegen aber ergeben, "dass der Wurzelbereich an sich nicht gehalten werden kann", so Bürgermeister Udo Weingart. Die Verkehrssicherheitspflicht der Stadt lasse hier keine andere Möglichkeit als die Entnahme zu.

Dies sei auch die Sicht des Amts für ländliche Entwicklung und des Landratsamts. Die Bewohner der umliegenden Häuser hätten zudem auf die hohe Bruchgefahr des Hauptastes hingewiesen. "Eine Einkürzung würde nur einer weiteren Degenerierung Vorschub leisten", erklärte Weingart.

Der Baum, der jetzt schon erheblich geschädigt sei, müsse weichen. Außerdem stünden Kronenrückschnitte bei weiteren Bäumen im Bereich Stiegelmühle und Wernfels an. Die Maßnahmen sollen gemäß der gesetzlichen Frist bis spätestens Ende Februar erledigt sein.

Erst gute 60

Was das Alter der Linde angeht, gab es nachträglich eine Korrektur: Der Baum ist nur gute 60 Jahre alt. So behauptet es jemand, der es wissen muss: „Diese Linde habe ich mit meinem Großvater Karl Pfahler, damals Bürgermeister der Gemeinde Wernfels, im Jahr 1959 oder 1960 gepflanzt“, erklärt das ehemalige Stadtratsmitglied Vinzenz Pfahler (CSU). „Damals haben wir auch im Wurzelballen eine Bierflasche mit verschiedenen Zeitungsartikeln und ein paar Münzen mit eingegraben.“

JÜRGEN LEYKAMM

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