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Mittwoch, 16.10.2019

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Zusammen haben wir die notwendigen Kriterien erfüllt

Hilpoltstein darf sich seit Sonntag offiziell "Fairtrade-Town" nennen - 01.04.2019 16:39 Uhr

Ja, wir sind Fairtrade-Stadt!. Nach dem festlichen Akt in der Residenz freuen sich die Hilpoltsteiner über die Auszeichnung, die bis dato einmalig ist im Landkreis Roth. © Foto: Robert Unterburger


Damit darf sich Hilpoltstein als erste Stadt im Landkreis Roth mit dem Fairtrade-Siegel schmücken. Ein ansprechendes Rahmenprogramm in der Residenz verlieh dem offiziellen Festakt einen unterhaltsamen und würdigen Rahmen.

Zum Auftakt der Feierstunde erfreuten die Kinder des LBV-Kindergartens Arche Noah mit einem Lied. "Wir haben Rechte", sangen sie und hoben Transparente hoch, "Unsere Träume, die verändern die Welt". Zum Dank für die gelungene Darbietung gab es fair gehandelte Gummibärchen für die Kleinen.

"Heute ist ein großer Tag für Hilpoltstein", meinte Moderator Felix Erbe, "seit dreieinhalb Jahren haben wir uns bemüht, dass Hilpoltstein die Auszeichnung Fairtrade-Stadt bekommt, nun ist es soweit, jetzt ist ein Moment großer Freude."

Bürgermeister Mahl kündigte an: "Die heutige Feier wird große Folgen haben. Dies ist das Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit vieler Unterstützer. Zusammen haben wir es geschafft, dass wir die notwendigen Kriterien erfüllt haben." Stellvertretend für die vielen fleißigen Helfer nannte der Bürgermeister Werner Geßler vom Weltladen Senfkorn, der sich schon seit Jahrzehnten für einen fairen Handel engagiere.Sein Antrag sei einstimmig auf fruchtbaren Boden gefallen.

"Wir wollen als Stadt Hilpoltstein den Weg weiter gehen und in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle übernehmen", erklärte Markus Mahl. So wolle man beispielsweise weg vom Auto hin zum Fahrrad sowie mit neu auszweisenden Flächen sorgsam umgehen. "Wir haben eine Verantwortung für die kommenden Generationen", betonte das Stadtoberhaupt, "nur wenn wir diesen großen Weg gehen, kann der Aufbruch in die Zukunft gelingen." Die Bevölkerung habe erkannt, dass man so wie bisher nicht weitermachen könne. Man wolle für eine gesunde Umwelt eintreten, sagte er.

Felix Erbe erinnerte im Namen der Steuerungsgruppe daran, dass Werner Geßler schon 2015 mit einem Preis für "stille Helfer" ausgezeichnet wurde. Über alle Fraktionen hinweg habe man sich dafür eingesetzt, dass Hilpoltstein eine Fairtrade-Stadt wird. Es gebe rund 600 Fairtrade-Städte in Deutschland, über 2000 in der ganzen Welt. "Der Baum hat noch viel Platz für neue Zweige und Äste", zog Erbe einen bildhaften Vergleich, "die meisten Zweige und Äste wachsen im Handel und Gewerbe, etwas schwerer wachsen sie in der Gastronomie, sieben Vereine sind schon dabei, viele Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen sitzen bereits mit im Boot." Neue Mitstreiter seien immer willkommen.

Kurzfilm

Nach einem Kurzfilm zum Thema Fairtrade stellte Ruth Dorner aus Neumarkt, Stadträtin und Vorsitzende des dortigen Weltladens, in Wort und Bild eine Fülle von Aktionen auf, wie in Neumarkt der Gedanke des fairen Handels bereits verwirklicht wird. Es gebe keine Vorschriften, immer nur das Billigste zu kaufen, sagte sie. Stabile Mindestpreise beispielsweise für Kaffee böten den Bauern Sicherheit, förderten die Gleichberechtigung und durch das Fairtrade-Siegel werde ausbeuterische Kinderarbeit verboten.

Passend zum Thema Fairtrade sangen die "Monlight-Poppies" der Musikschule Hilpoltstein den "Earth Song" von Michael Jackson. "My fair ladies and gentlemen!" Mit dieser humorvollen Begrüßung wandte sich Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz aus Köln war, ans Publikum. "Ich bin beeindruckt, dass Hilpoltstein die fünf Anforderungen erfüllt hat", sagte er, "wir brauchen keine Globalisierung der Gleichgültigkeit, sondern einen fairen Handel – und dieser faire Handel lebt vom Handeln."

ROBERT UNTERBURGER

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