Schlaf-Streik: Münchner Schüler fordern Gleitzeit

21.6.2016, 17:59 Uhr
Davon träumen Jugendliche andernorts: Am Gymnasium Alsdorf bei Aachen können Schüler je nach Neigung früher oder später anfangen.

Davon träumen Jugendliche andernorts: Am Gymnasium Alsdorf bei Aachen können Schüler je nach Neigung früher oder später anfangen. © Foto: Marius Becker/dpa

Hannah Imhoff ist 18 Jahre jung, spricht für die Münchner StadtschülerInnenvertretung - und hat eine Vision: Sie hat ihre Mitschüler über Whatsapp dazu aufgefordert, den Unterricht zu bestreiken, zumindest in den frühen Morgenstunden. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung begründet sie: "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Jugendliche länger schlafen sollen, um überhaupt leistungsfähig zu sein." Imhoff möchte mit dieser Aktion die Diskussion über Gleitzeit in Schulen wieder anfachen.

Das Modell sieht einen variableren Stundenplan vor, Schüler können selber entscheiden, wann sie morgens zum Unterricht erscheinen - und so auch zu mehr Selbstständigkeit erzogen werden. "Ich halte nichts davon, dass man willkürlich eine Zeit festlegt, die man den einzelnen Individuen überstülpt", führt Imhoff aus, "sei es 8 Uhr oder 9.30 Uhr". Die Aktion soll ein "Aufruf für Gleitzeit sein, wie es sie ja auch an vielen Arbeitsplätzen gibt."

Auch in Fürth findet das Modell einige Anhänger, und das sind nicht nur Schüler. Was die Vorsitzende des Fürther Elternverbands, eine Schulleiterin und auch der Schulreferent der Stadt dazu sagen, lesen Sie hier.

Wie viele Schüler in München dem Streik-Aufruf folgen, ist unbekannt. Imhoff verweist darauf, dass man das bei Whatsapp-Kettennachrichten nicht so genau sagen könne. Dafür habe man "eine viel größere Reichweite" als bei einem Facebook-Event beispielsweise. Ob ihre Lehrer davon wissen? "Nein, von dem Streik wissen sie nichts." Spätestens seit dem SZ-Interview dürfte sich das geändert haben.

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