Schüler im Wechselbad

Abi, Quali, Mittlere Reife: Abschluss für den "Corona-Jahrgang"

17.7.2021, 07:04 Uhr
Was war das denn? Auch hinter den Schülerinnen und Schülern im Landkreis Roth liegt ein Jahr, das geprägt war von Lockdown, Distanzunterricht, Homeschooling und Laptop-Lernerei. Die Abschlussprüfungen sind nun größtenteils vorbei und der jugendliche Blick zurück birgt wenig Erfreuliches.

Was war das denn? Auch hinter den Schülerinnen und Schülern im Landkreis Roth liegt ein Jahr, das geprägt war von Lockdown, Distanzunterricht, Homeschooling und Laptop-Lernerei. Die Abschlussprüfungen sind nun größtenteils vorbei und der jugendliche Blick zurück birgt wenig Erfreuliches. © Hauke-Christian Dittrich/dpa, NN

Die Abschluss-Schüler haben eineinhalb turbulente Jahre hinter sich. Corona hat den Schulalltag merklich überschattet. Nicht nur, dass auch die Kinder neue Begriffe lernen mussten, wie „Lockdown“, Distanzunterricht und Präsenzunterricht, sie mussten ihre Arbeitsweise massiv umstellen und teilweise mit Hilfe von PC und Laptop lernen. Diese Zeit war ein buntes Allerlei von Lockerungen und Verschärfungen. Die Abschluss-Prüfungen sind vorbei. Zeit, Bilanz zu ziehen.

"Präsenzunterricht ist immer besser"

„Präsenzunterricht ist besser!“ zeigt sich Marleen Blum überzeugt. Sie ist Jahrgangstufensprecherin am Gymnasium Wendelstein und hat gerade ihr Abitur gemacht. Los ging es mit dem Distanzunterricht voriges Jahr Anfang Mai. Das Programm Mebis sei oft überlastet gewesen. Ab Herbst war alles wieder einigermaßen normal, dann im November kam die Quarantäne. Zum Teil war sogar am Samstagen Unterricht.

„Im Januar hatten wir drei Wochen ,Lockdown‘, es stand sogar zur Debatte, dass das Abi abgesagt wird.“ Abgesagt wurde es zwar nicht, doch habe es Erleichterungen gegeben. So seien in nichtschriftlichen Abiturfächern Klausuren gestrichen worden. Im letzten Halbjahr seien die Klausuren ganz weggefallen. Die Faschingsferien seien ausgefallen.

„Insgesamt war das eine große psychische Belastung“, zieht Blum Bilanz. Das Feiern habe gefehlt. Die Studienfahrt sei ausgefallen. Es habe nur einen kleinen Abi-Streich gegeben. Freundeskreise wurden zerrissen. Den Abi-Ball feiern die Schüler in zwei Schichten.

Alles andere als normal

Auch an der Mädchen-Realschule Abenberg war das zurückliegende Schuljahr alles andere als normal. 29 Mädchen hätten die Abschluss-Prüfung abgelegt, berichtet Schulleiterin Doris Hengster. Nach der Zeugnis-Übergabe wurde privat gefeiert in einer Gaststätte mit Biergarten.

Früher habe die Schule die Zeugnis-Verleihung immer mit einem kleinen Festakt verbunden. Es habe früher immer einen Abschluss-Gottesdienst gegeben und danach in der Turnhalle eine Feier mit Büfett, Kaffee und Kuchen. Dieses Jahr ist Gottesdienst am Dienstag, unabhängig von der Abschluss-Feier.

Die zehnten Klassen hätten Distanz- und Präsenz-Unterricht im Wechsel gehabt. Montag, Mittwoch und Freitag, die andere Gruppe Dienstag und Donnerstag und in der nächsten Woche anders herum. Beschult worden seien die Kinder mit „MS-Teams“.

"Belastendes" Schuljahr

Als „belastend“ hat Paul Mücke, Schülersprecher an der Realschule Hilpoltstein, das Schuljahr empfunden. Die zehnten Klassen seien komplett anwesend gewesen, nur eben auf zwei Klassenzimmer aufgeteilt. Der Lehrer sei in der Verbindungstür gestanden und habe unterrichtet.

„Insgesamt ist viel Zeit verloren gegangen“, findet Mücke. Dennoch fühle er sich „ganz gut vorbereitet“. In Mathe sei der Stoff verringert worden, in den anderen Fächern hätten die Schüler 20 oder 30 Minuten mehr Prüfungszeit bekommen.

Die Abschlussfeier der Realschule Hilpoltstein werde am 29. Juli stattfinden - traditionell am Rothsee. Klassenweise, und die Eltern dürfen mitkommen.

Soziale Kontakte haben gefehlt

„Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, sagt Abi-Oberstufensprecher Noel Boldin vom Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium. Allerdings habe er keine Nachteile wegen des Stoffs gespürt, die schulischen Beeinträchtigungen seien weniger schlimm gewesen. „Die sozialen Kontakte haben gefehlt“, stellt Boldin fest. Im Hinblick auf seine bisherige Lebenszeit sei es schon ziemlich viel gewesen, was sich wegen Corona geändert habe. „Die Maßnahmen waren notwendig, um Menschen zu schützen!“ stellt er dennoch fest.

„Die Oberstufe wurde von Corona überschattet“, sagt Sebastian Bauer, Jahrgangstufensprecher der Q12 am Adam-Kraft-Gymnasium. Die 111 Abiturienten seien gleichwohl sehr gut vorbereitet worden in der Endphase. Seit Ende März habe es im täglichen Wechsel Distanzunterricht und Präsenzunterricht gegeben. Auch habe die Schule spezielle Kurse zur Vorbereitung aufs Abi angeboten. Es habe dieses Jahr keinen Abi-Scherz gegeben. Feiern sei sehr schwierig. Es habe eine Abitur-Feier auf einer Wiese gegeben.

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