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Montag, 06.07.2020

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Arbeitsmarkt: Von Frühjahrsaufschwung keine Spur

Wie erwartet, ist die Arbeitslosigkeit in Schwabach und im Landkreis Roth im Mai gestiegen. Allerdings gibt es auch einige wenige Hoffnungsschimmer: Die Quoten sind im bundesweiten Vergleich mit 4,3 beziehungsweise 2,7 Prozent noch niedrig. Außerdem kamen nur noch wenige neue Anzeigen auf Kurzarbeit hinzu. - 03.06.2020 11:25 Uhr

Der Gang zum Jobcenter wird für mehr Menschen zur Normalität. Die Arbeitslosigkeit ist in Schwabach und im Landkreis deutlich gestiegen. © Foto: Jan Woitas/dpa


In absoluten Zahlen: Zum Stichtag Mitte Mai waren in der Stadt 989 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das waren 86 oder 9,5 Prozent mehr als im April. Normalerweise sinkt im Mai die Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Mai 2019 waren 316 Personen mehr auf der Suche nach einem neuen Job.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im April 497 Männer und Frauen und damit 40 mehr als im Vormonat gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 223 Arbeitslose mehr. Bei ihnen gibt es die begründete Hoffnung, dass sie bei einer Abflauen der Coronakrise schnell wieder eine Beschäftigung finden. 492 Personen waren im Bereich der Grundsicherung (SGB II) arbeitslos. Das sind 46 Personen mehr als im Vormonat und 93 mehr als im Mai 2019.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ein größerer Anstieg von Kurzarbeit konnte mit 35 neuen Anzeigen nicht mehr festgestellt werden. Im April 2020 waren in Schwabach noch 368 Anzeigen von Kurzarbeitergeld registriert worden.

Allerdings sagen die Anzeigen alleine noch nichts aus, wie viele Menschen tatsächlich in Kurzarbeit sind. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts sind das derzeit in Deutschland rund 7,3 Millionen. Für 10,1 Millionen Arbeitnehmer war Kurzarbeitergeld beantragt worden.

Unabhängig von den Verwerfungen am Arbeitsmarkt gibt es durchaus auch freie Stellen. Ihre Zahl ging in Schwabach im Mai um 50 auf 242 sozialversicherungspflichtige Stellen zurück. Nennenswerte Zugänge (insgesamt 26 Stellen) verzeichnete die Jobagentur im Handel (sechs Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (vier Stellen) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen und im Bereich Information und Kommunikation (jeweils drei Stellen).

 

Der Landkreis Roth: Quote 2,7 Prozent

 

Auf den ersten Blick ist die Situation im Landkreis Roth noch besser. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai im Vergleich zum April nur um 0,2 Punkte auf jetzt 2,7 Prozent. Damit gehört Roth zu den Kreisen mit den niedrigsten Quoten im gesamten Bundesgebiet.

Trotzdem: Verglichen mit dem Wert vor einem Jahr (1,9 Prozent) liegt die Quote jetzt um 0,8 Prozentpunkte höher.

Auch hier lohnt der Blick auf die absoluten Zahlen: Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich innerhalb eines Monats um 138 Personen auf jetzt 1982. Im Vergleich zum Vorjahr sind 612 Menschen mehr ohne Beschäftigung.

Insgesamt haben im März und April 1100 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, im Mai kamen noch 99 weitere Anzeigen hinzu.

Die Corona-Krise wirkt sich auch im Landkreis Roth auf beide Rechtkreise aus, der Anstieg in der Grundsicherung fällt jedoch hier geringer aus. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosigkeit bei 1350, das sind 488 mehr als im Vorjahr und 80 mehr als im Vormonat. Hier gilt das gleiche wie in Schwabach: Wer erst vor kurzem ohne Job ist, hat im Prinzip ganz gute Chancen, bald wieder eine Beschäftigung zu finden, vorausgesetzt, die Pandemie bleibt beherrschbar.

Im Bereich der Grundsicherung lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 632. Das sind 124 mehr als im April und 58 mehr als im Mai 2019.

Unabhängig von steigender Arbeitslosigkeit gibt es auch Branchen, denen es gut geht und die kaum von Corona betroffen sind. Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern im Laufe des Monats immerhin 192 neue Arbeitsstellen. Das sind 63 mehr als im Vormonat, aber immer noch 137 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind im Landkreis Roth 1227 jetzt freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, 354 weniger als im Mai 2019.

rog/st

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