Samstag, 20.04.2019

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Bestattungskultur im Wandel

Im Waldfriedhof wurden die ersten Gemeinschaftsgrabfelder gesegnet - 01.10.2010 15:00 Uhr

An der Einweihung der „Sonnenspirale“ nahmen neben Oberbürgermeister Matthias Thürauf, dem Pfleger des Friedhofs, Stadtrat Thomas Mantarlis, Stadtbaurat Volker Arnold, Baubetriebsamtsleiter Thomas Sturm und Beschäftigten der Stadt auch Bürgerinnen und Bürger teil. © oh


Immer häufiger gibt es beim Friedhof Anfragen nach Gemeinschaftsgrabfeldern. Gerade Menschen, die keine Nachkommen haben, die die Grabpflege übernehmen können, fragen diese für den einzelnen pflegefreien Grabflächen nach. Auf dem Schwabacher Waldfriedhof ist man nun diesen Anforderungen gerecht geworden.

Domkapitular Alois Ehrl sowie der geschäftsführende Pfarrer von St. Martin, Dr. Paul-Hermann Zellfelder, haben in einer Einweihungsfeier am Freitagvormittag zwei solcher Grabfelder gesegnet. Beide betonten dabei, dass Leben und Sterben ein natürlicher Prozess sei und im Glauben an Gott dem Tod mit Zuversicht begegnet werden könne. Sie dankten der Stadt Schwabach für die neuen würdigen Bestattungsorte, die Orte der Ruhe, der Trauer und des Friedens sein könnten.

Das Gemeinschaftsgrabfeld „Sonnenspirale“ wurde speziell für Erdbestattungen angelegt. Helle heimische Jura-Kalk-Grabsteine bilden in einer ansteigenden Höhe von 0,50 bis 1,50 Meter eine Spiralform, in deren Mitte sich eine kleine Sitzgruppe befindet. Das gemeinschaftliche Blumenbeet hinter dem Grabstein führt die Spiralform fort.

Die Rohlinge der Grabsteine wurden bereits auf dem Grabfeld angebracht. Jeder Grabstein und die Inschrift können jedoch individuell bearbeitet werden. Lediglich die Steinhöhe muss erhalten bleiben, damit die Gesamtanlage stimmig ist.

Der Trend zu einer naturnahen Bestattung kommt ursprünglich aus Skandinavien. In einer parkähnlich angelegten Fläche mit altem Baumbestand wird nun auch auf dem Waldfriedhof dem Wunsch vieler Bürger nach einem ebensolchen Waldbestattungsplatz gefolgt. Ein geschwungener Fußweg ist mit Ruhebänken gesäumt. Die 140 Urnenplätze werden nach einem Belegraster um die Bäume angeordnet.

Oberbürgermeister Matthias Thürauf dankte den Beschäftigten des Waldfriedhofes und den beteiligten Firmen für ihre Ideen und die würdige Umsetzung: „Ein Friedhof muss immer den Traditionen verhaftet sein und bleiben, aber diese neuen Felder sind eine sehr passende und den modernen Anforderungen an die Bestattungskultur folgende Ergänzung. Das ist wirklich sehr gut gelungen.“ 

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