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Donnerstag, 22.10.2020

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Burg Abenberg: Große Pläne fürs neue Jahr

Umgestaltung für 650.000 Euro - 16.10.2020 09:31 Uhr

Werner Bäuerlein (Fünfter von links, mit Wappen) wurde als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands Burg Abenberg von Landrat Herbert Eckstein (rechts) verabschiedet.

© Foto: Gunther Hess


Der Zweckverband Burg Abenberg geht mit großen Plänen ins kommende Jahr. Vorgesehen ist eine komplette Neugestaltung des "Hauses fränkischer Geschichte" im zweiten Stock des Burg-Gebäudes.

Das Museum wurde 1998 eröffnet und ist damit schon ziemlich in die Jahre gekommen. Die Elektrotechnik ist dringend sanierungsbedürftig, einige Medienstationen, die nicht mehr funktioniert haben, sind abgebaut. Sozusagen als Probeläufe für die Neukonzeption dienten die Sonderausstellungen "Mittelalter trifft Feuertanz", "Von der Minne zum Rock" und "Feuertanz im Museum". Mit der neuen Gestaltung soll das Publikum des Museums angesprochen werden, also Familien mit Kindern, Seenland-Urlauber und vermehrt und – relativ neu – Mittelalter-Touristen.

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Die 178 Quadratmeter Fläche sollen offener gestaltet werden, wie Museumsleiterin Kerstin Bienert der Zweckverbandsversammlung erläuterte. Ein Wanddurchbruch soll den Kassenbereich lichter erscheinen lassen, die WCs (die kaum genutzt wurden) kommen weg, wodurch ein neuer Raum für Ausstellungen entsteht. Die Fenster, die bislang zugehängt waren, werden geöffnet und geben den Blick frei auf den Burghof und den Turnier-Anger.

Eine "Spiel-Idee" soll die Räume verbinden, wobei jeweils vier Zeitabschnitte – vom Mittelalter bis heute – erläutert werden. Jeder Raum folgt einem Motto. "Franken. Digitaler Flickenteppich" ist das erste Zimmer nach der Kasse überschrieben. Weiter geht es mit "Die Burg. Steingewordener Mythos". Danach wird "Das Turnier. Ewige Ritterspiele" in Szene gesetzt, gefolgt von "Die Musik. Von der Minne zum Rock." Hier will man den Bogen schlagen von mittelalterlicher Musik zur aktuellen Mittelalter-Rockszene mit der Gruppe "Schandmaul". Der letzte der Räume ist betitelt mit "Wunderkammer Franken. Franken ist ein Zauberschrank". Museumsleiterin Bienert denkt hier daran, auf den fränkischen Dialekt einzugehen, der sich oft vom Mittelhochdeutschen ableitet.

Umgestaltung für 650.000 Euro

Das Gestalten der Räume ist mit 405 685 Euro kalkuliert, die Umbaukosten mit 248 000 Euro. Das neue Museum wird also rund 650 000 Euro kosten. 400 000 Euro stehen bereits heuer im Haushalt. Die Verantwortlichen wollen noch prüfen, ob es Förderung gibt, zum Beispiel durch "Leader" im Landkreis Roth oder den Kulturfonds Bayern. Von der Landessstelle für Nichtstaatliche Museen sei nichts zu erwarten, weil das Museum über keine Sammlung verfüge, so Kerstin Bienert.

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Bezirkspolitikerin Christa Naaß lobte das interaktive Konzept, bei dem sich Kinder einbezogen fühlen. Ihr Wunsch, die Ausstellungen barrierefrei zu gestalten, bleibt wohl weitgehend auf der Strecke, weil es viel um Sehen und Hören gehen wird.

Bezirksheimatpflegerin Dr. Andrea Kluxen wollte wissen, was mit dem Geschoss darüber geschehen soll. Dort, so die Antwort von Museumsleiterin Bienert, sei Platz für Sonderausstellungen und die Museumspädagogik.

"Es muss darüber geredet werden", sagte der Zweckverbandsvorsitzende Landrat Herbert Eckstein, "das ist eine neue Attraktion im Museum."

Der Rückblick von Museumsleiterin Kerstin Bienert auf 2019 war ausgesprochen positiv. Das Museum zählte 12 817 Besucher, und damit etwa 3000 mehr als im Vorjahr.

Die Ausstellung mit belgischer Spitzen-Kunst im Klöppelmuseum öffnete am 1. März und musste am 19. März wegen Corona schon wieder schließen. Am 19. Mai öffnete sie erneut. Seither habe das Museum an jedem Tag viele Gäste gehabt. Trotz der zweimonatigen Schließung seien es bis September 5566 Personen gewesen. Zwar würden Gruppen, Schulklassen und Kindergeburtstage in der Statistik fehlen, dafür habe es allerdings mehr Einzelbesucher gegeben. Kommendes Jahr steht ein Jubiläum ins Haus, denn das Klöppelmuseum wird 20 Jahre alt.

Architekt Diplom-Ingenieur Stefan Pohl berichtete von etlichen kleineren Investitionen, von denen die größten die Außentreppe am Schottenturm für 70 000 Euro (davon gab es 10 000 Euro Zuschuss) waren sowie die neue Brandmeldeanlage im Haupthaus für 75 000 Euro.

Putz vom Schottenturm

Für 2021 ist die Sanierung des Schottenturms vorgesehen – hier fällt Putz aus dem Fachwerk ganz oben – für 290 000 Euro. Dies sei dringend, weil unten Hotelgäste rein und raus gehen. Auch die Sanierung der Burgmauer für 214 000 Euro ist ein "großer Brocken". W-Lan und Telefonie müssen ertüchtigt werden, dafür ist es nötig, neue Leitungen zu legen.

 

GUNTHER HESS

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