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Donnerstag, 29.10.2020

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Corona: So läuft´s in der heimischen Gastronomie

Walter Schnell würdigt vorbildhafte Umsetzung der Konzepte bei Gastwirten. - 05.10.2020 18:00 Uhr

Die Biergartensaison - hier der Entlas-Keller in Erlangen - geht zu Ende. Die heimsichen Gastwirte sind optimistisch, dass ihre Corona-Konzepte auch drinnen funktionieren.

© Harald Sippel


Das könne man aber den Gästen nicht verübeln, stellte die Kreisvorsitzende Sylvia Lehmann zugleich klar: "Sie sind durchaus traumatisiert." Deswegen gelte es nun verstärkt, "Sicherheit zu vermitteln".

Und diese gebe es in der Tat, wie der Bezirksgeschäftsführer des Verbandes Gerhard Engelmann unterstrich: "Nur 1,8 Prozent aller Corona-Infektionen in Deutschland gehen auf das Konto der Gastronomie."

Konzepte funktionieren

Im Vergleich dazu "ist es sehr viel gefährlicher, in Supermärkten einzukaufen, als in ein Gasthaus einzukehren." Besonders sicher sei es dazu noch im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach, bekräftigte der stellvertretende Landrat Walter Schnell. "Die Hygiene-Konzepte werden in den Gaststätten und Beherbergungsbetrieben sehr gut eingehalten!"

Generell handle es sich ja sowohl im Kreis wie in der kreisfreien Stadt "um ein überschaubares Infektionsgeschehen," ergänzte Rohrs Bürgermeister Felix Fröhlich. In seiner Gemeinde etwa gäbe es derzeit gerade einmal zwei Covid-19-Fälle.

Eine statistische Erfassung für den Gastrobereich sei da nicht einmal mehr möglich. Deswegen sei er recht zuversichtlich, was die Resonanz beim Übergang von der warmen in die kalte Jahreshälfte anbelangt.

Viele trauen sich nicht

Allerdings: "Gerade die älteren Mitbürger trauen sich noch nicht so richtig," gab Lehmanns Amtsvorgängerin und BHG-Ehrenkreisvorsitzende Monika Schmidt zu bedenken.

Sollten sich die Anbieter selbst unsicher fühlen, wie die Konzepte umzusetzen seien, "dann genügt im Zweifelsfall ein Anruf beim Gesundheitsamt", signalisierte der Landratsvize die Unterstützung des Landratsamts.

Die Behörde selbst erhielt seitens der Versammelten ebenso Lob – dafür, dass sie vor allem in Corona-Zeiten nicht nur kontrollierend, sondern vor allem beratend tätig sei. Auch die Gelegenheit, bei einer Sitzung des Kulturausschusses seine Nöte einmal schildern zu können, sei sehr gerne wahrgenommen worden, hieß es seitens des Kreisvorstandes.

Mehr verlangen

Die Gastwirte forderte der Landratsstellvertreter auf, für die gebotene Qualität ruhig etwas mehr zu verlangen. Sebastian Wolkersdorfer, der am Landratsamt im Rahmen der Kreisentwicklung für die Belange des Regionalmanagements tätig ist, bedauerte, dass er in dieser Funktion viele Projekte nicht umsetzen konnte.

Immerhin aber konnte ein Seminar veranstaltet werden. Das nächste (allerdings schon ausgebuchte) folgt am Montag, 5. Oktober. Hier dreht sich alles um Online-Bewertungen und "die perfekte Website". Gäbe es genügend Interessenten, könne es auch wiederholt werden, stellte Wolkersdorfer in Aussicht.

Lob für Mehrwertsteuer-Senkung

Sehr erleichtert zeigte sich der BHG-Bezirksvorsitzende Dieter Gallus, dass in der Corona-Krise endlich die lang geforderte Senkung der Mehrwertsteuersätze Wirklichkeit geworden sei, wenn auch nur vorübergehend bis Juli 2021. "Aber dann sind Bundestagswahlen! Wer traut sich da, die Steuer wieder zu erhöhen?" Doch die Verluste, die es aufzufangen gilt, sind andererseits enorm.

Die Übernachtungszahlen im Landkreis seien, bis Juli gerechnet, um 40,5 Prozent zurückgegangen, machte Engelmann deutlich: "Da brauchen wir einfach noch mehr Unterstützung vom Freistaat", forderte er ein. Das gelte ebenso für die kleinen Wirtshäuser, deren "heimliches Sterben sonst intensiviert wird."

50 Prozent Einbußen

In der Gastronomie seien in Bayern 50 Prozent Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Die Situation der immer noch geschlossenen Clubs und Discos sowie bei den Event-Caterern sei "nach wie vor eine Katastrophe." Inständig bat Engelmann darum, die Vorgaben der Gästeregistrierung zu beachten, um andere "Daumenschrauben" zu vermeiden.

In ihrem Rückblick konzentrierte sich Lehmann selbst zwangsweise auf das Jahr 2019, da heuer bezüglich Kreisstellen-Veranstaltungen "dank" Corona nahezu Stillstand angesagt war. Auch die eigentliche Kreisversammlung im März musste abgesagt werden. Nun aber sei es möglich gewesen, sie nachzuholen.

Adventsessen in Heideck

Ebenso werde es einen bayernweiten Gastgebertag in Augsburg geben, "wenn auch nur in abgespeckter Form." Die Kreisstelle plant zudem ein Adventsessen in der Heidecker Stadthalle. Ermutigende Worte gab es von Vorstandsmitglied Veronika Schiele. Es gelte in der aktuellen Situation, kreativ zu sein, Ideen zu haben, dafür aber keine Hemmungen, sie auch umzusetzen. "Sehen Sie diese Zeit als Chance!" gab Lehmann den Versammelten mit.

 

JÜRGEN LEYKAMM

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