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Die Alternative zur Kirchweih heißt Schwabacher Herbst

Abgespeckte Version geplant - Zahlreiche Absagen in den Gemeinden der Umgebung - 05.08.2020 15:26 Uhr

Die Stadtverwaltung hat das Foto mit dem Kirchweih-Plakat bearbeitet. Es wird heuer keine Schwabacher Herbst-Kirchweih geben, sondern nur einen Schwabacher Herbst.

© Fotomontage: Stadt Schwabach


Schwabach: "Eine Kirchweih machen wir nicht. Wir streichen das Wort", sagt Oberbürgermeister Peter Reiß. Es wird lediglich einen "Schwabacher Herbst" geben in den neun Tagen vom 18. bis 27. September. "Es wird keine Massenveranstaltung sein, lediglich etwas, wo man einen Spaziergang drüber machen kann." Der Grundgedanke sei, einiges zu platzieren und alles möglichst auseinanderzuziehen, und zwar von unterhalb des Martin-Luther-Platzes bis in die Königstraße hinein.

"Auf alles, was Menschenmengen anzieht, müssen wir heuer verzichten," erklärt Oberbürgermeister Peter Reiß das neue Konzept. Es werde nur einen Teil der üblichen Attraktionen geben, wie Wellenflieger, Break Dance, Autoscooter, Trampolin, Kinderkarussell, Stände mit Langos, Crepes und Süßwaren, aber kein Riesenrad, keinen Festzug und kein Baumaufstellen, keinen Kirchweihmarkt, keine Unterhaltungsmusik, keinen Familientag und kein Bühnenprogramm. Es gehe darum, Schausteller in die Innenstadt zu bringen und den Besuchern Attraktivität für einen kurzen Spaziergang zu bieten. Einen Biergarten soll es allerdings geben.

Mit Lücken und Löchern

"Diese Alternative zur Herbstkirchweih", so Rechtsreferent Knut Engelbrecht, "ist mit den derzeit geltenden Infektionsschutzmaßnahmen gut vereinbar. Wir rufen jedoch die Schwabacher auf, sich an die Vorgaben wirklich zu halten und sich selbst und andere damit zu schützen."

Erfahrungen hat die Stadt Schwabach bereits gesammelt mit zwei Wochenmärkten, wie Pressesprecher Jürgen Ramspeck feststellt.

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"Die Schwabacher Kirchweih war schon immer in der Innenstadt", sagt Peter Reiß, "wir hoffen auf Akzeptanz für unser Vorgehen. Wir werden unser Konzept mit Weitläufigkeit umsetzen, alles ist herunterdimensioniert. Man wird auch Lücken und Löcher sehen. Und man wird einen deutlichen Unterschied erkennen." Es werde ein Hygienekonzept geben und die Besucher müssten Mund- und Nasenschutz tragen.

Wenn die Infektionszahl nach oben gehe, müsse man allerdings neu überlegen, so Peter Reiß.

Abenberg überlegt noch

Abenberg: Das für 20. Juni geplante Stadtfest wurde abgesagt. Doch wie sieht es mit der Kirchweih aus? "Wir überlegen noch. Entscheiden werden wir nach den Sommerferien", lässt Bürgermeisterin Susanne König wissen. Abenberg kann sich in der Tat noch Zeit lassen, die Kirchweih in dem Burgstädtchen ist erst Mitte/Ende Oktober.

Büchenbach: "Am Kirchweih-Wochenende hat es einen Süßwarenstand vor dem Rathaus gegeben. Sonst war nichts. Die Wirtschaften hatten und haben Biergartenbetrieb", erklärt Mario Gersler von der Gemeinde.

Kammerstein: "Die haben einen Baum aufgestellt und es gab einen Kirchweih-Gottesdienst", erinnert sich Max Brandt, beschäftigt im Vorzimmer von Bürgermeister Wolfram Göll, "aber der Waldmarkt wird ausfallen."

"Wir machen nichts"

Rednitzhembach: "Mir ist nichts bekannt. Da ist nichts geplant", sagt Petra Bauer, in der Gemeinde zuständig für die Kirchweih.

Rohr: Eine ganz, ganz kleine Kirchweih hat es gegeben. In Rohr (auf dem Dorfplatz), in Regelsbach (auf dem Heinrich-Reck-Platz) und in Gustenfelden (auf der rechten Seite vor der Brücke) standen an drei Wochenenden "Buchs Mandelbrennerei" und die Fischbraterei Paulus. Die Gemeinde Rohr hat damit das Schausteller-Unternehmen Buch, das seit Jahrzehnten bei der Kirchweih vertreten ist, unterstützt. Andere Belustigungen, wie zum Beispiel ein Karussell, gab es jedoch nicht.

Hätte sein können...

Schwanstetten: "Wir machen nichts", sagt Dominic Nowak, im Markt Schwanstetten zuständig für Kirchweihen, "wir haben eine Gasthaus-Kirchweih, und jeder Wirt kann sich überlegen, was er zum Ausgleich anbieten will." Im kleinen Rahmen feiert das Gasthaus "Zum Schwan" an diesem Wochenende Kirchweih. Am Samstag, 18 Uhr, spielen Stanley und Katja, am Sonntag kommt Alleinunterhalter Ralf Hofmeier.

Zwei Wochen später, vom 21. bis 24. August, wäre Kirchweih in Leerstetten. Die Kirchweih-Jugend habe bei der Gemeinde angefragt, ob sie einen Baum aufstellen könne, sagt Nowak. Die Antwort steht noch aus. Ansonsten ist alles abgesagt, erklärt Kerwaboum-Chef Marco Stroech. Dabei steht es im Internet-Auftritt der Kerwaboum so gut aufgelistet, was hätte sein können: Freitag, 9.30 Uhr, Schlachtschüssel im "Goldenen Lamm", Festzug und Bieranstich ab 18.15 Uhr. Am Samstag, ab 7 Uhr, Wagenschmücken und Baumeinholen, 16 Uhr, Baumaufstellen, ab 20 Uhr, Kerwa-Tanz im "Goldenen Lamm". Sonntag Kirchweihgottesdienst, Wagenfahren und Proklamation des Schützenkönigs. Montag, 19 Uhr, Betzenaustanzen im Rühlhof. Hätte sein können.

Wendelstein: "Wir machen nichts mehr. Da müssten wir ja den Altort sperren und die Busse umleiten", sagt Norbert Wieser, Leiter des Bürgermeisteramts.

GUNTHER HESS

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