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Die Mutmacher aus dem Landkreis

20 Jahre MS-Selbsthilfegruppe Roth-Schwabach - 10.01.2019 15:35 Uhr

Beim Jubiläumsabend der MS-Gruppe Roth-Schwabach gab es viel Lob für das engagierte Leitungsteam, das die Gruppe über zwei Jahrzehnte zusammengeschweißt hat: Im Vordergrund Christiane Walther, hinter ihr Dr. Paul Rösch, Gisela Radizewski von der DMSG Beratungsstelle, und Jens Bäter. Landesvorsitzende Dr. Monika Himmighoffen (2. von li.) würdigte die Verdienste der Selbsthilfe-Aktiven. © Foto: Stefanie Graff


Die Gruppe ist ein fester Verbund, der jederzeit gerne neue Mitglieder nach einem Vorgespräch bei sich aufnimmt. Auskünfte erteilen die Gruppenleiter und die regionale Beratungsstelle der DMSG in Nürnberg.

Kompetent und einfühlsam geführt sind die dreiwöchentlichen Gruppentreffen im evangelischen Gemeindehaus der Kreisstadt, bei denen die an MS erkrankten Gruppenmitglieder stets unter sich bleiben, aufschlussreich die regelmäßigen öffentlichen Vortragsveranstaltungen mit ausgewählten Fachleuten, legendär die jährlichen Gartenfeste, erlebnisreich das ebenfalls einmal im Jahr stattfindende Paar-Wochenende, bewegend der jährliche Run for Help, bei dem nicht nur Spenden für die Gruppenkasse erlaufen werden, sondern eine große Öffentlichkeit für die schwer fassbare Erkrankung Multiple Sklerose hergestellt wird.

Die Aktivitäten sind vielfältig und die Gruppenatmosphäre ist herzlich. Das bestätigte beim Jubiläumsabend, den die Gruppenmitglieder mit ihren Lebenspartnern und nur wenigen Ehrengästen intern mit einem großen Essen und Harfenmusik von Elena Faynberg gefeiert haben, die Landesvorsitzende der DMSG Dr. Monika Himmighoffen. Sie lobte die Gruppenmitglieder und vor allem das dreiköpfige Gruppenleitungs-Team Christiane Walther, Dr. Paul Rösch und Jens Bäter für die bewundernswerte Kraft und den steten Mut, sich Aufgaben zu stellen, Dinge anzupacken und immer wieder Projekte zu starten. Hier seien Menschen am Werk, in denen ein großes Herz für ihre Mitmenschen schlägt.

Ehrennadel für Rösch

Nicht nur vor Ort, auch darüber hinaus sind Christiane Walther und Dr. Paul Rösch in der DMSG aktiv. Sie sind zwei von fünf gewählten Delegierten, die die rund 800 mittelfränkischen DMSG-Mitglieder beim Landesverband in München vertreten. Für ihr langjähriges ebenso unermüdliches wie warmherziges und bescheidenes Engagement hatte Christiane Walther bereits vor Jahren die höchste Auszeichnung des Landesverbands, die goldene Ehrennadel, verliehen bekommen. Deshalb gab es zum 20-Jährigen "nur" lobende Worte und Blumen. Mit der goldenen Ehrennadel frisch ausgezeichnet wurde Dr. Paul Rösch, der als "wertvoller Mitstreiter und Mitdenker" mit "großem Einsatz und Loyalität" vielen Menschen mit MS ermögliche, Teil eines tragfähigen Netzwerkes zu sein und sich darüber hinaus vielfältig für Menschen mit Behinderungen engagiere. Noch frisch im Leitungsteam ist Jens Bäter, der mit Elan und Begeisterung im vergangenen Jahr begonnen hat, Führungsaufgaben zu übernehmen. Mit Power und dem Leitspruch ",Geht nicht‘ gibt’s nicht!" bringt er frischen Schwung in die ohnehin allen individuellen krankheitsbedingten Einschränkungen zum Trotz muntere Truppe.

Gisela Radizewski von der Nürnberger DMSG Beratungsstelle Mittelfranken verteilte als Zeichen der Wertschätzung hölzerne Herzen an alle Gruppenmitglieder. Die bedankten sich ihrerseits bei Christiane Walther und Dr. Paul Rösch mit einem liebevoll gestalteten, besonderen Spiel.

Anerkennende Worte gab es auch von Landrat Herbert Eckstein und vom 3. Bürgermeister der Stadt Roth und Kreisvorsitzenden des VdK Heinz Bieberle. Beide betonten die bewundernswert vertrauensvolle Offenheit, mit der in der MS-Gruppe miteinander und nach außen umgegangen werde. "Sie haben immer ein offenes Ohr und lassen andere von ihren Erfahrungen profitieren." Nach 20 Jahren durfte auch mal ausgiebig zurückgeblickt werden.

Theo Neuerer tat dies mit einer Foto-Präsentation und Angela Freundt sorgte für eine gelungene Überraschung, als sie die 20-jährige Geschichte der MS-Gruppe in 24 sorgsam gereimten Versen verpackt vortrug. "Die Zeit verrinnt – MS besteht. Gemeinsam ist so manches leichter. Kopf hoch und bloß nicht durchgedreht! Irgendwie geht’s immer weiter!" Damit geht die Selbsthilfegruppe ambitioniert und lebensfroh ins nächste Jahrzehnt. 

STEFANIE GRAFF

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