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Die Taktgeberin

Schwabach: Trauer um Wilma Schwerdberger - 09.05.2012 09:15 Uhr

Wilma Schwerdberger.

08.05.2012


Die gebürtige Nürnbergerin hatte schon als Zehnjährige ihre Liebe zum Akkordeon entdeckt. Wie ihr späterer Mann Dieter ging sie in die „Lehre“ bei ihren Eltern. Nach dem Studium am Nürnberger Konservatorium entschloss sie sich, ihre bereits erworbenen musikalischen Fähigkeiten zu vertiefen. So setzte sie ihr Studium am internationalen Hohnerkonservatorium in Trossingen fort. Dort absolvierte sie 1957 das Staatsexamen zur „Staatlich geprüften Musiklehrerin.

Eine außergewöhnliche musikalische Karriere begann. Wilma Schwerdberger (damals noch Feuerstein) spielte im Orchester des Hauses Hohner und belegte mit ihrem späteren Mann Dieter Schwerdberger bei der deutschen Akkordeon-Meisterschaft Platz drei und wurde später sogar Deutsche Meisterin. 1960 übernahm sie die musikalische Leitung des Jugend-Akkordeon-Spielrings Nürnberg.

Wilma Feuerstein und Dieter Schwerdberger waren nicht nur als Akkordeon-Spieler ein eingespieltes Team. Sie heirateten 1962. Gut zwei Jahre später wurde Sohn Ralph geboren.

1968 gründete Wilma Schwerdberger dann ihr eigenes Orchester, das 1. Jugendakkordeonorchester Schwabach (heute „Akkordeon-Ensemble Balgverschluss e.V.“). Daneben gab es bald ein Nachwuchsorchester, das 2. Jugendakkordeonorchester Schwabach. Doch der große Zuspruch sprengte schnell auch dessen Grenzen. So wurde in den 1980-er Jahren „Wilmas Rasselbande“ für die ganz kleinen Akkordeonisten aus der Taufe gehoben.

Gefeierte Auftritte gab es in Schwabach, Waldsassen, Weißenburg, Roth und Straubing, aber auch auf Konzertreisen in die Schweiz, nach Österreich, nach Ungarn, ins Limousin oder nach Les Sables d’Olonne. Zahlreiche Meisterschaftsteilnahmen der drei Akkordeon Orchester aus Schwabach rundeten das musikalische Engagement ab.

Wilma und Dieter Schwerdberger gestalteten mit ihren Orchestern die Entwicklung der Schwabacher Städtepartnerschaft mit Les Sables d’Olonne bereits im Jahr 1976 maßgeblich mit. Ebenso belebten die Musiker schon immer die Partnerschaft des Bezirks Mittelfranken mit dem Limousin. Beide Freundschaften werden auch in Zukunft durch das Ensemble Balgverschluss gepflegt.

Wilma Schwerdberger machte sich auch mit musikalischen Uraufführungen einen Namen. Zu nennen sind hier die „Suite Méditerranéenne“ von Heinrich J. Hartl (1990) sowie der „Abend“ von Andreas Wagner (1997). Und damit die begeisterten Zuhörer auch zu Hause nicht zu kurz kommen, durften Tonträger nicht fehlen: Bereits 1983 wurde die Schallplatte „Goldene Akkordeonklänge“ eingespielt. 1992 folgte die erste CD „O(h) – Ton Akkordeon“. 2006 schließlich wurde die CD „handgemacht“ aufgenommen.

Ein Höhepunkt war die Verleihung der Anna-Wolf-Medaille durch Schwabachs Bürgermeister Rudolf Büttner im Jahr 2008. „Damit zeichnet der Stadtrat ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement für die Jugend- und Orchesterarbeit in Schwabach aus“, wandte sich Büttner damals an die Jubilarin. Geschätzt 400 Jugendliche sind in den Orchestern durch ihre Schule gegangen.

Um Wilma Schwerdberger trauern neben „ihren“ Musikern vor allem Sohn Ralph. Ehemann Dieter war bereits 2009 gestorben.

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