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Fan und Funktionär

Peter Edelhäußer gestaltete den Radsport in der Region mit. Am Samstag 75 Jahre alt geworden. - 02.06.2020 15:27 Uhr

Peter Edelhäußer war immer hilfsbereit; zum Beispiel als Starthelfer mit Weltmeister und Olympiasieger Stefan Steinweg. © Archiv: Manfred Marr.


Durch seinen Schulfreund Hans Schobert, der in den 1960er-Jahren als Amateur für den "Ring Nürnberger Rennfahrer" fuhr, wurden Peter Edelhäußers Interesse und Begeisterung für den Radsport noch größer. "Für mich war damals klar, dass ich mich für diese schöne Sportart engagieren muss", sagt der Jubilar rückblickend. So schloss er sich 1968 dem "RNR" und ein Jahr später auch dem Verein-Sportplatz an. Als zuverlässiger Helfer und Funktionär war Peter Edelhäußer damals in beiden Vereinen willkommen.

50 Jahre Ehrenamt

"Dass daraus einmal fast 50 Jahre werden könnten, habe ich allerdings nicht gedacht, doch die Zeit verging ja immer schneller", sagt Edelhäußer. Seine ersten Einsätze als "Glöckner" bei den Rennen "am Keller", bei vielen Rundstreckenrennen und Kriterien in der Region hat er bis heute nicht vergessen. " Das sieht viel leichter aus als es ist. Man muss in jeder Phase des Rennens sehr aufmerksam und voll konzentriert sein", sagt Peter Edelhäußer, der in den folgenden Jahrzehnten auch als Kampfrichter fungierte.

Dabei lag ihn der Bahnradsport besonders am Herzen, den er ab 1975 als Bahnfachwart des Bezirks Mittelfrankens und bald darauf zugleich als Bahnfachwart des Bayerischen Radsportverbandes geleitet und wesentlich mitgestaltet hatte. Auf den Radrennbahnen in Bamberg, München, Augsburg und Niederpöring war Peter Edelhäußer ebenso zu Hause wie am Reichelsdorfer Keller. Oft war er auch als Sprecher im Einsatz und nebenbei als Berichterstatter für die Fachzeitschrift Radsport und für die Sportredaktionen in den Regionen.

Besonders gerne erinnert sich Peter Edelhäußer an die Olympischen Spiele 1972 in München, bei denen er als offizieller Kampfrichter des BDR im Einsatz war. "Das waren großartige sportliche Höhepunkte auf der traumhaft schönen und schnellen Olympia-Piste, die ich nie vergessen werde", schwärmt Edelhäußer, dessen Engagement immer größer wurde. 21 Jahre lang war er ehrenamtlich für den "Arbeitskreis Kirche und Sport" des Bayerischen Landes-Sportverbandes und als BRV-Jugendbetreuer im Einsatz. Beim Verein-Sportplatz war er ab 1973 viele Jahre die rechte Hand des früheren Bahnchefs Fritz Scheller, ab 1987 ebenso bei Schellers Nachfolgern Toni Auer und Andreas Zentara. Jahr für Jahr sorgte er in verschiedenen Funktionen mit dafür, dass sich am Keller die Räder drehten.

"Mein größtes Problem war es eigentlich immer, dass ich einfach nicht nein sagen konnte", gesteht der gebürtige Nürnberger, der wo immer jemand gebraucht wurde, ,sehr schnell zur Stelle war. So auch 1991, als Edelhäußer zum Präsidenten des Bayerischen Radsportverbands gewählt wurde. Als erster Nürnberger leitete er zwei Jahre lang die Geschicke des BRV , wobei er im BDR-Präsidium die bayerischen und fränkischen Interessen deutlich und nachhaltig verteidigte. Sechs Jahre lang gehörte Edelhäußer ab 1991 außerdem auch dem Rechtsausschuss des BDR an.

 

Die größte Enttäuschung

 

Seine größte Enttäuschung als vielseitiger Radsport-Funktionär erlebte Peter Edelhäußer 2014 wenige Wochen, nachdem er mit deutlicher Mehrheit zum 1. Vorsitzenden des Verein-Sportplatz gewählt worden war. Sehr bald kam es zwischen ihm und den übrigen Vorstandsmitgliedern zu immer mehr größeren Differenzen.

"Man hat mich zwar gewählt, aber mich dann nicht, wie ich es erwartet hatte, bei meiner Arbeit unterstützt", erklärte Peter Edelhäußer, als er nach acht Monaten enttäuscht seinen Rücktritt als Bahnchef erklärte. An seiner großen Liebe zum Radsport hat sich auch danach nichts geändert: " Für mich ist und bleibt der Radsport auch weiterhin eine der schönsten Sportarten", sagt Peter Edelhäußer.

MANFRED MARR

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