Donnerstag, 17.10.2019

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FDP im Landkreis Roth setzt auf die Jugend

Kandidaten für Landtags- und Bezirkstagswahl 2018 wurden nominiert - 18.12.2017 06:38 Uhr

Stefan Stromberger (3. v. li.) aus Neuses ist der FDP-Kandidat für den Landtag, Daniel Zimmermann aus Roth (4. v. li.) bewirbt sich für den Bezirkstag. Marina Schuster, Walburga Kumar, Max Netter und Katja Hessel gratulieren. © Foto: Schmitt


Bei der Delegiertenversammlung unter Leitung der FDP-Bezirksvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Katja Hessel bewarben sich drei FPD-Mitglieder aus dem Landkreis um die Landtagskandidatur. Der 31-jährige Master-Ingenieur und Unternehmer Cornelius Tarnai aus Eysölden sowie der 39-jährige Diplom-Kaufmann und Bundeswehr-Major Oliver Bartels traten ebenfalls an.

Eindeutiges Votum

Die Entscheidung fiel bereits im ersten Wahlgang. Stromberger konnte dabei acht der 14 gültigen Stimmen auf sich vereinigen. Für Bartels entschieden sich vier Delegierte. Tarnai erhielt zwei Stimmen. "Ich bin sehr stolz und froh, dass wir drei solch überzeugende Kandidaten haben", hatte Kreisvorsitzende Marina Schuster zuvor die Nominierungsversammlung eröffnet.

Daniel Zimmermann hingegen war einziger Bewerber um die Bezirkstags-Direktkandidatur. Er wurde ohne Gegenstimme gewählt.

Stromberger hatte in seiner Bewerbungsrede betont, für ihn verbinde die FDP die drei auch für ihn wichtigsten Punkte in der Politik: "Freiheit, Selbstbestimmung und Wirtschaftskompetenz sind mir sehr wichtig", sagte der Speditionskaufmann und Betriebswirt, der als Projekt- und Teamleiter bei einem mittelständischen Unternehmen in Nürnberg beschäftigt ist. "Dafür will ich Einsatz zeigen", fügte er hinzu und nannte drei Schwerpunkte für seine politische Arbeit in München. "Lebenslanges Lernen, frühkindliche Bildung, damit alle Kinder am ersten Schultag auf dem selben Stand sind, und Einsatz für ein offenes Europa ohne Schuldenunion und Vereinheitlichung", zählte Stromberger auf. Er sei kein Politprofi, unterstrich er, "aber ich will mit Herz, Kopf und Leidenschaft für die Verbesserung des Alltags der Menschen kämpfen".

Zimmermann hatte seine Kompetenz für die Themen des Bezirks herausgestellt. Der ehemalige Friseur arbeitet augenblicklich als Pflegefachhelfer bei der Diakonie und engagiert sich beim Hospizverein als Palliativhelfer und Hospizbegleiter. Im April werde er in Nürnberg eine Ausbildung zum Gesundheitspfleger beginnen, so Zimmermann. Als seine Hauptarbeitsfelder als möglicher Bezirksrat nannte er die Pflege, bei der "ambulant vor stationär" gelten müsse, die Inklusion von Menschen mit Behinderung und den Ausbau palliativer, also schmerzmedizinischer Angebote durch den Bezirk.

Die FDP bestimmte während der Versammlung auch sofort ihre Listenkandidaten für beide Wahlen. Dabei kamen alte und erfolgreiche Bekannte zum Zuge. Die FDP im Kreis Roth schlägt das 78-jährige Rother Stadtratsmitglied Walburga Kumar für die mittelfränkische FDP-Landtagsliste und den 68-jährigen Gredinger Kreisrat Max Netter für die Bezirksliste der Partei vor. Beide kandidieren zum wiederholten Male auf der jeweiligen Liste. Bisher, so hieß es, hätten sie dabei stets sehr gute Ergebnisse erzielt.

Katja Hessel berichtete dann noch kurz über die ersten Monate im Berliner Parlament. Dabei bezeichnete es die ehemalige bayerische Staatssekretärin als Märchen, dass die FDP die Verhandlungen kurz vor einer Einigung aus Egoismus abgebrochen habe. "Viel zu viel war offen, ein gemeinsames Projekt nicht in Sicht", fasste sie den Stand der Verhandlungen zum Zeitpunkt des Scheiterns nach FDP-Meinung zusammen.

Dynamik für Veränderung fehlte

"Die FDP ist nicht gewählt worden, um eine schwarz-grüne Koalition zu stützen oder eine große Koalition zu verhindern", so Hessel. "Eine Dynamik für eine Veränderung, wie wir sie wollten, war nicht zu erkennen."

Mit Blick auf die Zukunft gab sich Hessel als Befürworterin einer Minderheitsregierung zu erkennen. "Man sollte es zumindest testen", erklärte sie und sah in dem Modell vor allem eine Stärkung des Parlaments. "Es gibt dann mehr Debatten, mehr Entscheidungen und mehr Transparenz", war Hessel überzeugt. Ihrer Meinung nach könnte das auch wachsender Politikverdrossenheit entgegenwirken.

ROBERT SCHMITT

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