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Ganz schön dreist: Unfall, Shopping, Unfall

Polizei kam Unfallflüchtigen auf ungewöhnliche Weise auf die Schliche - 03.04.2021 06:00 Uhr

Einen solchen Fall hat die Schwabacher Polizei auch nicht jeden Tag: einen Mann, der gleich zwei Unfälle baut, sich jeweils nicht um den Schaden kümmert, dazwischen aber schnell zum Getränkekauf an der "Tanke" vorbeischaut.

09.09.2018 © Symbolbild/ dpa


Der Reihe nach: Bereits in der Nacht zum Montag ereigneten sich in Schwabach zwei Verkehrsunfälle, die durch den gleichen Fahrer mit seinem Pkw verursacht wurden. In beiden Fällen machte sich der Verursacher aus dem Staub.

Bei dem ersten Unfall, der sich in der Nördlinger Straße ereignete, fuhr der Mann mit seinem Ford über die komplette Verkehrsinsel und "räumte" die Richtungszeichen ab. Wie im Nachhinein ermittelt werden konnte, kehrte der Unfallverursacher danach noch in einer Tankstelle ein und kaufte Getränke mit seiner EC-Karte.

Zweiter Crash

Anschließend setzte sich der 33- jährige Unfallverursacher wieder in seinen Pkw und fuhr in die Benkendorferstraße. Dort streifte er beim Einparken noch einen Pkw und verursachte auch an diesem einen Schaden.

Auch in diesem Fall entfernte sich der Fahrer. Bei seinem sichtbar beschädigten Pkw ließ der spätere Beschuldigte das Licht brennen und vergaß seinen Pkw zu verschließen.

Fahndung lief an

Aufgrund des ersten Unfalles und nach einem Zeugenhinweis fahndeten mehrere Streifen der Polizeiinspektion Schwabach im Stadtgebiet. Beamte fanden schließlich den Verursacher-Pkw. Das Schadensbild des Pkw passte zu dem Unfallbild des ersten Unfalles.

In Bezug auf den zweiten Unfall meldete sich bei der Streife ein Zeuge, der gesehen hatte, wie der Fahrer aus dem Pkw stieg und davonlief. Ein 40-jähriger Bekannter und Nachbar des Fahrers kam dann allerdings angetrunken zu dem Unfallfahrzeug und behauptete, dass er der Halter und Fahrer sei. Ausweisen gegenüber den Beamten wollte er sich nicht. Im Rahmen der nachfolgenden Maßnahmen konnten allerdings die richtigen Personalien ermittelt werden.

Ebenfalls betrunken

Zeitgleich wurde die Halteradresse von einer anderen Streifenbesatzung überprüft. Dort konnte der Halter, der letztlich auch der Fahrer war, angetroffen werden. Er machte ebenfalls einen betrunkenen Eindruck.

Aber: Aufgrund der in der Nacht durchgeführten Ermittlungen und den Aussagen der Zeugen und Beteiligten konnte vorerst nicht abschließend geklärt werden, wer denn nun bei den Unfällen am Steuer gesessen hatte. Bei beiden Personen wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Der 33-Jährige leistete erheblichen Widerstand, beleidigte die eingesetzten Beamten und griff diese an.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 33-Jährige mit seiner EC-Karte nach dem ersten Unfall an einer Tankstelle einen Einkauf getätigt und dann seine Fahrt fortgesetzt hatte. Auf dem vorhandenen Videomaterial ist sowohl das beschädigte Fahrzeug, als auch der Fahrer eindeutig zu identifizieren.

Mehrere Delikte

Den unfallflüchtigen, betrunkenen Fahrer erwarten nun mehrere Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr, Unfallflucht, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriff auf Polizeibeamte und Beleidigung.

Sein Bekannter kann aufgrund der neuen Erkenntnisse zwar als Fahrer ausgeschlossen werden. Jedoch bleibt anzumerken, dass die falsche Namensangabe auch den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllt.


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