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Gefahren für Schlittschuhfahrer: Eis ist noch nicht dick genug

Für ausreichende Tragfähigkeit benötigt das Eis 15 Zentimeter - 14.01.2021 08:24 Uhr

Äußerste Vorsicht: DLRG-Helfer demonstrierten am Brombachsee, wie die Rettung eines ins Eis eingebrochenen Menschen geschehen sollte.

23.12.2010 © Leykamm


"Im Augenblick würde ich noch davon abraten", sagt der Schwabacher Olaf Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz Südfranken. "Erst eine Eisdicke ab 15 Zentimeter bietet genügend Sicherheit", erklärt er, "momentan würde ich noch davor warnen das Eis zu betreten."

Jeder ist selbst verantwortlich

Generell sollten die Leute darauf schauen, dass das Eis dick genug ist. Wasserwacht und Landratsamt würden zwar Hinweise und Empfehlungen geben, doch letztlich sei jeder selbst für sich verantwortlich. "Die Leute sollten selber darauf schauen", empfiehlt der Wasserwachtler.

Er gibt noch den Tipp, dass man bei großen Seen mit den Schlittschuhen nicht gerade über die Mitte fahren sollte, denn die sei unter Umständen erst spät richtig und komplett zugefroren. Oft seien auch Quellen in den Seen oder Bäche würden durchfließen. Dies alles sorge für Unruhe im Gewässer und verhindere das gleichmäßige Zufrieren. Zum Beispiel würde durch den Igelsbachsee immer noch der Igelsbach fließen, der das Wasser in Bewegung halte.

Wind, Strömung, Schatten

Ob ein Gewässer so gut zufriere, dass die 15 Zentimeter Eisdicke erreicht werden, hänge von mehreren Faktoren ab: Von Wind, Strömungen und auch von Schatten, der auf die Oberfläche fällt. Bei größeren Gewässern gebe es bei ausreichend Wind Wellen, die ein schnelles und gleichmäßiges Zufrieren verhindern. Strömungen im Wasser könnten wärmeres Wasser aus der Tiefe nach oben befördern. Eine relativ kleine Wasserfläche, die im Wald liege und den ganzen Tag im Schatten sei friere gründlicher zu.

Problem: Bewegung im Wasser

Problematisch sei es immer, wenn Bewegung im Wasser herrsche. Diese Dynamik sei nicht zu unterschätzen. Für Unruhe im Wasser sorgt beispielsweise beim neuen Kanal das ständige Schleusen von Schiffen; das Wasser sei immer in Bewegung, der Wasserstand unterliege extremen Schwankungen. Diese Wasserstraße mit Schiffsverkehr sollte generell nicht betreten werden.

Ganz anders der alte Kanal: Er zählt zu den Gewässern, auf denen frühzeitig Eissport betrieben werden kann. Eigentlich ist er ein stehendes Gewässer. Üblicherweise frönen die Stockschützen dort immer schon bald ihrem Hobby.

Bis zum Wochenende warten

Olaf Pfeiffer empfiehlt, noch bis zum Wochenende zu warten, bevor man das Eis betritt. "Wir sind immer einsatzbereit. Wir hoffen, dass nichts passiert", stellt der Wasserwachtler klar.

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GUNTHER HESS E-Mail

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