Dienstag, 26.01.2021

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Gemeinsam mit Flüchtlingen der Reichspogromnacht gedacht

Keine Zukunft für Rassismus - Beeindruckende Worte von Realschülerinnen - 10.11.2015 08:25 Uhr

Schülerinnen der Realschule formulierten ihre Gedanken, um Rassismus Einhalt zu gebieten. Besonders eindrucksvoll war der Blick nach vorne. „Die Worte Rassismus und Zukunft passen nicht in einen Satz“, lautete die klare Ansage der Schülerinnen. Und sie bekräftigten: „Wir sind Euere Zukunft“. Rechts im Bild Oberbürgermeister Matthias Thürauf.

09.11.2015 © Foto: Karg


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Die Gedenkfeier hatte in diesem Jahr soviele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie noch nie (2014: Feier erinnert an Mauerfall und Juden-Pogrome der Nazis). Hausladen-Sambale nach den Worten der Realschülerinnen: „Es stimmt froh und optimistisch, dass sich junge Leute klar gegen jede Form von Rassismus wenden.“

Oberbürgermeister Matthias Thürauf erinnerte zunächst an die furchtbaren Ereignisse in Deutschland in der Nacht zum 10. November 1938. Damals brannten Synagogen, jüdische Friedhöfe wurden zerstört, Geschäfte von jüdischen Mitbürgern geplündert. Auch in Schwabach habe es Ausschreitungen gegeben, wenn auch nicht in derartigen Ausmaßen. Zwei jüdische Mitbürger seien in jener Nacht kurzzeitig inhaftiert worden, andere bedroht, so Thürauf beim Blick in die Stadtchronik.

Doch irgendwann ist auch in der Stadtchronik verzeichnet, dass Schwabach nun „judenfrei“ sei, die Nazi-Schergen auch hier ihr übles Werk getrieben haben.

Thürauf erinnerte an die Schaffung des jüdischen Museums, dessen Einsegnung durch den Enkel des letzten Schwabacher Rabbiners erfolgt sei, sowie an die Aktion „Stolpersteine“, die helfe, die Namen der Verschleppten, Gedemütigten und Getöteten zu bewahren.

Es gebe eine Gedenkkultur für jüdisches Leben in der Stadt, so der Oberbürgermeister.

Angesichts der nun nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sei es nötig, ein Zeichen zu setzen, den Neuankömmlingen zu helfen, aber auch die Mitmenschen mitzunehmen mit ihren Ängsten, um zu einem gleichberechtigten, friedlichen Miteinander zu kommen.

Zwei Asylbewerberinnen und deren Kinder, die derzeit in Schwabach leben, trugen schließlich Gedichte der Jüdin Selma Meerbaum-Eisinger vor, die 18-jährig in einem Arbeitslager der Nazis starb.

jk

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