Donnerstag, 04.03.2021

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Hat Schwanstetten keinen Platz für einen Badeweiher?

Wunsch der Jugend vor Ort könnte platzen - Grünes Licht für Wasserspielplatz - 24.01.2021 15:30 Uhr

Blick nach Abenberg: Im Jahr 2018 wurde der dortige Badeweiher sogar mit einer Badeinsel ausgestattet. Das hatten sich die Jugendlichen bei der Jugendzukunftswerkstatt in der Burgstadt gewünscht.

18.01.2021 © Archivfoto: Stadt Abenberg


Zunächst zum Wasserspielplatz an der Erlengasse: "Machbar und genehmigungsfähig". Sowohl die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt als auch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg haben dafür grünes Licht gegeben. Einer Umsetzung vermutlich noch in diesem Jahr steht also nicht mehr viel im Wege.

Gedacht ist die "Spiellandschaft" am Wasser vor allem für Familien mit kleinen Kindern. Der Hembach ist an der vorgesehenen Stelle sehr flach. Bei nötigen Baumaßnahmen muss die Gemeinde darauf achten, den Abflussquerschnitt des Baches nicht zu beeinträchtigen. "Das sollten wir hinbekommen", sagte Bürgermeister Robert Pfann im Haupt-, Kultur- und Wirtschaftsausschuss.

Fast schon aufgegeben

Schwieriger ist es schon, einen passenden Platz für einen Badeweiher zu finden. So schwierig, dass die Verwaltung schon aufgeben wollte. Denn: In der Verlängerung des Wasserspielplatzes passe der Untergrund nicht, um dort einen kleinen Badeweiher anzulegen, so Rathauschef Pfann. Ein bestehender Weiher am Mittelhembacher Weg sei zwar geeignet, doch der Eigentümer wolle ihn weiter zur Fischzucht nützen.

Bleiben noch die sogenannten "Neuen Gemeindeweiher" am Feldweg, der vom Schwander Gewerbegebiet nach Furth führt. Die waren in den vergangenen Monaten der große Favorit der Verwaltung (und auch des Marktgemeinderates). Doch Robert Pfann fürchtet, dass man zu sehr in ein wertvolles Ökosystem eingreife. "Die Untere Naturschutzbehörde sieht das äußerst kritisch", berichtete der Rathauschef. Es gebe einen geschützten Erlenbruchwald. Der Biber sei dort heimisch und vermutlich auch seltene Amphibien.

Naturschutz bremst

Näheres müsste eine "spezielle artenschutzrechtliche Prüfung" (SAP) ergeben. Das koste Monate und würde vermutlich nur zu dem Ergebnis führen, dass man dort alles so lassen solle, wie es jetzt ist. Auch Jobst-Bernd Krebs (SPD) hielt die Neuen Gemeindeweiher für ökologisch zu wertvoll, um dort einen Badeweiher zu entwickeln. "Der Biber ist streng geschützt. Dort dürfen wir nicht eingreifen."

Eine Mehrheit aus CSU und Grünen bat jedoch erfolgreich darum, die Flinte nicht schon ins Korn zu werfen, ehe alle offenen Fragen geklärt sind.

Welchen Stellenwert hat die Jugendzukunftswerkstatt?

Petra Ilgenfritz (Grüne) erinnerte daran, dass der Badeweiher ein ganz wichtiges Ergebnis der Jugendzukunftswerkstatt gewesen sei. Ihr Fraktionskollege Mario Engelhardt war überzeugt, dass man gar nicht groß eingreifen müsse, um für heimische Jugendliche und Familien, die dort nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß hinkommen können, ein neues Angebot zu schaffen. "Das soll ja kein überregionaler touristischer Brennpunkt werden."

Auch Harald Bengsch (CSU) sagte, dass man an dem Projekt Badeweiher unbedingt dranbleiben sollte. Mit der SAP-Prüfung vergebe man sich nichts. Und wenn die ergebe, dass die Neuen Gemeindeweiher ungeeignet seien, dann müsse man die Augen nach Alternativen offenhalten. "Zur Not könnte diese Alternative auch das Anlegen eines neuen Weihers sein."

ROBERT GERNER

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