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Keine Experimente im Kreistag

Am Ende entscheidet das Los - 15.05.2020 11:32 Uhr

 Auf der Zielgeraden seiner langen Amtszeit muss sich Landrat Herbert Eckstein (SPD) offenbar nicht mehr auf neue Stellvertreter einstellen. Bei der konstituierenden Sitzung des Kreistages am kommenden Montag um 14 Uhr in der Dreifachturnhalle der Rother Realschule sieht alles danach aus, als ob die bisherigen drei Stellvertreter wieder vorgeschlagen – und auch wieder gewählt werden.

Schon seit 1996 ist Dr. Hannedore Nowotny eine der weiteren Stellvertreterinnen. © Foto: Günther Wilhelm


Das heißt: Der Kammersteiner Walter Schnell (Freie Wähler) bliebe Erster Stellvertreter des Landrats, der wie schon in den vergangenen 24 Jahren die Geschäfte in Ecksteins Urlaub oder bei einer Erkrankung des Landrats auch im Landratsamt übernehmen würde.

"Hohe Vertrauenskultur"

Die vor sechs Jahren zum ersten Mal zur Landratsstellvertreterin gewählte Edeltraud Stadler (CSU) aus Hilpoltstein und Dr. Hannedore Nowotny (SPD) aus Roth, seit 1996 im Amt, blieben weitere Stellvertreterinnen des Landrats, die vor allem repräsentative Pflichten haben und den Landkreis Roth nach außen vertreten.

Edeltraud Stadler (CSU) rückte 2014 erstmals in die Stellvertreter-Riege vor. © Foto: Günther Wilhelm


Eckstein selbst macht keinen Hehl daraus, mit diesem Trio weitermachen zu wollen. "Ich war in den vergangenen Jahren mit allen drei Stellvertretern sehr zufrieden. Es gibt eine hohe Vertrauenskultur. Ich kann sie wirklich überall hinschicken."

Darüber hinaus hätten Walter Schnell und Hannedore Novotny nach ihrem Ausscheiden aus dem (bezahlten) Berufsleben etwas mehr Zeit und könnten ihn vielleicht noch etwas stärker entlasten als bisher.

Walter Schnell bestätigt auf Nachfrage, dass er noch einmal für eine Wahlperiode zur Verfügung stehe, nachdem von verschiedener Seite der "deutliche Wunsch" an ihn herangetragen worden sei. Und seine Fraktion, die Freien Wähler, würden ihn auch wieder vorschlagen.

Keine Provokationen

Am ehesten Grund für Unzufriedenheit hätte vielleicht die CSU, die im Kreistag schon immer die mit Abstand stärkste Fraktion bildet, seit mehr als 20 Jahren aber nicht mehr den ersten Stellvertreter des Landrats stellen kann. Aber Kreisvorsitzender MdL Volker Bauer deutet an, dass man jetzt, drei Jahre bevor Herbert Ecksteins Ära endet, nicht mit neuen Personalvorschlägen provozieren wolle.

Keine Ansprüche auf den Posten eines Landratsstellvertreters stellen die Grünen, obwohl sie personell mit den Freien Wählern gleichgezogen sind. "Wir wollen uns auf die Sach-themen konzentrieren", so Co-Fraktionssprecherin Birgit Helbig.

Walter Schnell (FW) ist seit 1996 der erste Stellvertreter des Landrats. © Foto: Günther Wilhelm


Ein gewisses "Restrisiko" bei der Wahl besteht natürlich. Denn gewählt wird geheim. Doch wenn es so kommt wie vermutet, dann wird natürlich eine entscheidende Frage nicht beantwortet: Weder Schnell noch Nowotny noch Stadler sind mögliche Aspiranten auf die Nachfolge vor Herbert Eckstein im Herbst 2023. Die Parteien müssen also anderweitig, jenseits der Landrats-Stellvertreter, mögliche Kandidaten allmählich in Position bringen. Das wird in den nächsten Jahren spannend zu beobachten sein.

Das Los entscheidet

Auf jeden Fall spannend schon am Montag bei der konstituierenden Sitzung dürfte die Besetzung der jeweils zwölf Mitglieder starken Ausschüsse werden. Unumstritten sind jeweils vier Sitze für die CSU und jeweils zwei für SPD, für Freie Wähler und für die Grünen. Sitz Nummer elf und zwölf müssen aber gelost werden, weil nach dem wohl favorisierten Auszählverfahren nach Hare-Niemeyer SPD, AfD und die neue Ausschussgemeinschaft von FDP/CWG den gleichen Teiler hinter dem Komma haben. Drei Aspiranten also für zwei Sitze. Für jeden Ausschuss wird neu gelost.

Apropos Ausschüsse: Im Vergleich zur Wahlperiode 2014 bis 2020 wird es einen neuen "Ausschuss Mobilität" geben, hat Landrat Herbert Eckstein angekündigt. Der bisherige Arbeitskreis Öffentlicher Personennahverkehr wird damit aufgewertet.

ROBERT GERNER

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