Sonntag, 29.03.2020

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Kommentar: Wer Hamsterkäufe tätigt, schürt Panik

Wir sind leere Regale nicht gewohnt, aber: Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gesichert - 17.03.2020 16:01 Uhr

Es ist ein nachvollziehbarer Impuls: Wenn sich täglich die Schreckensmeldungen überschlagen und nur noch die eigene Wohnung Sicherheit zu bieten scheint, dann will man dort so lange wie möglich ausharren können. Bei vielen Menschen führt diese Überlegung dazu, dass sie derzeit etwas mehr einkaufen als sonst, insbesondere haltbare Lebensmittel. Daran ist nichts falsch. Es ist auch nichts falsch daran, wenn ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen so selten wie möglich in Märkten unterwegs sein wollen, und deshalb ihre Vorräte aufstocken.

Das Problem sind diejenigen, die es auf die Spitze treiben – auch in Schwabach, wie es zum Teil zu beobachten war. Wenn wahllos Mehl, Toastbrot, Haferflocken oder Klopapier in zum Teil mehrere Einkaufswagen geschaufelt werden, dann ist das nicht mehr verständlich und auch keine Vorsichtsmaßnahme – es ist schlichtweg asozial.

Nicht nur die Politik, auch die Supermarktketten betonen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert ist und bleibt. Es gibt keinen Grund, das nicht zu glauben. Zumal auch in deutlich schwerer betroffenen Ländern wie Italien keine Lebensmittelknappheit herrscht. Wer massiv Hamsterkäufe tätigt, schürt Panik.

Ein leer gekauftes Regal wird zwar von den Supermärkten früher oder später wieder gefüllt. Nur sind wir es nicht gewohnt, leere Regale zu sehen. Wir sind es gewohnt, alles in Hülle und Fülle einkaufen zu können. Dass das derzeit nicht der Fall ist, liegt nicht am Coronavirus – sondern an unvernünftig handelnden Hamsterkäufern.

Wichtig ist, dass die Angestellten nicht allein gelassen werden. Einem Kassierer im Discounter kann man nicht zumuten, Einkaufsbeschränkungen gegen wütende Bürger durchzusetzen. Am gestrigen Dienstag war die Lage nach unseren Informationen ruhiger als noch am Montag. Falls es aber zu bedenklichen Szenen oder gar Gewalt kommen sollte, dann sind die großen Lebensmittelhändler in der Pflicht, ihre Angestellten zu schützen – notfalls auch mit Wachdiensten.

Mst-redaktion@pressenetz.de

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