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Dienstag, 04.08.2020

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Niehoff-Gelände: Wie es ist und wie es werden könnte

In den nächsten Jahren wird die Fürther Straße ihr Gesicht nachhaltig verändern. Denn nach dem Auszug der Firma Niehoff wird eine für Schwabacher Verhältnisse sehr große Fläche neu überplant. Es gibt schon interessante Vorschläge, die man sich derzeit im Stadtmuseum anschauen kann. - 10.07.2020 09:00 Uhr

Ein bisschen Zeit und Vorstellungskraft muss man schon mitbringen, wenn man die Pläne und die 3D-Modelle, die derzeit im Stadtmuseum ausgestellt sind, in Einklang bringen will. Doch der Aufwand lohnt sich. Zu sehen noch bis zum 19. Juli. © Foto: Robert Gerner


Alles begann mit der Idee, die Firma Niehoff aussiedeln. Seit einigen Jahren nun schon residiert der Spezialist für Drahtziehmaschinen vor den Toren der Stadt, direkt an der vierspurigen B 2 zwischen Penzendorf und Neuses.

Seit den ersten Überlegungen weiß die Stadt Schwabach aber auch, dass sie eine Nachfolgenutzung für das große, nun ehemalige Niehoff-Areal an der Fürther Straße braucht. Derzeit sind die alten Büro- und Fabrikhallen noch vermietet, aber ein schöner Anblick ist das Gelände in Altstadtnähe natürlich nicht.

Die Flächen sind inzwischen im Besitz der Firma Bayernhaus, die in Abstimmung mit der Stadt drei Architekturbüros beauftragt hat. Ziel: In welcher Form könnte hier vor allem dringend benötigter Wohnraum entstehen? Ganz einfach ist das nicht. Das Gelände fällt relativ steil ab, die Fürhter Straße – als B 2 eine Bundes-straße – ist eine der Hauptverkehrsadern der Stadt mit einem Aufkommen von annähernd 15 000 Fahrzeugen pro Tag.

Für Stadtplaner ist das alte Niehoff-Gelände an der Fürther Straße bis hinunter zur Kreuzung an der Limbacher Straße ist eine interessante Herausforderung. Die viel befahrene Straße fällt relativ steil ab, der Lärmschutz ist sicher ein ganz wichtiges Thema. © Foto: Robert Gerner


Die Vorschläge der Planungsbüros PWB Architekten (Leipzig) mit Arc Grün (Kitzingen) sowie von Planetz Architekten (München) sind in einer ersten Runde einer Bewertungskommission Ende 2019 auf viel Wohlwollen gestoßen. Auch das Büro Hübsch und Harlè aus Fürth hatte interessante Ideen parat. Sie alle wurden bereits in einer Veranstaltung im Bürgerhaus mit interessierten Bürgern durchgesprochen. Bis zu 200 Wohnungen könnten im mehrgeschossigen, individuell gestalteten Geschosswohnungsbauten direkt an der Fürther Straße entstehen. Das versprüht fast Großstadt-Flair. Diese großen Gebäude würden für die dahinter liegenden Bereiche wie ein Schallschutz wirken. Wer sich die Pläne genau ansieht, erkennt aber auch weitere "Infrastruktureinrichtungen" wie Kindertagesstätte und Bereiche für Einzelhandel.

 

Grundlage für Bebauungsplan

 

Aber: Noch ist alles in der Vor-Vor-Planung. Derzeit läuft der zweite Schritt der Bürgerbeteiligung. Die Entwürfe der Planungsbüros kann man sich in Form von Plänen, aber auch in Form von 3-D-Modellen derzeit im Stadtmuseum ansehen. Zeitgleich soll aus den sehr gut bewerteten Ideen der Büros PWB/Arc Grün und Planetz Architekten ein städtebaulicher Rahmenplan entwickelt werden, der dann die Grundlage für einen Bebauungsplan bilden würde.

Im Bebauungsplanverfahren wird die Öffentlichkeit dann noch einmal in zwei Stufen eingebunden und zu Stellungnahmen aufgefordert. Bis die alten Hallen abgerissen und neue Häuser entstehen, dürfte allerdings noch etwas Wasser die Schwabach hinunterfließen.

InfoDie Pläne und 3- D-Modelle sind bis zum 19. Juli im Stadtmuseum zu sehen. Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr (kostenlos bei Anmeldung am Eingang).

ROBERT GERNER

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