Schwabach: Ausruhen mit dem Wunderkind

1.4.2021, 14:00 Uhr
Platz nehmen neben dem „Schwabacher Wunderkind“: Auf einer Bank vor der Franzosenkirche in der Boxlohe wurde die Bronzestatue von Jean-Philippe Baratier enthüllt. Es zeigt ihn als Dreijährigen, der bereits Bücher liest. Von links OB Peter Reiß, Ralf Gabriel (Bürgerstiftung), der Künstler Hanspeter Widrig und Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero.

Platz nehmen neben dem „Schwabacher Wunderkind“: Auf einer Bank vor der Franzosenkirche in der Boxlohe wurde die Bronzestatue von Jean-Philippe Baratier enthüllt. Es zeigt ihn als Dreijährigen, der bereits Bücher liest. Von links OB Peter Reiß, Ralf Gabriel (Bürgerstiftung), der Künstler Hanspeter Widrig und Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero. © Foto: Günther Wilhelm

Der da schon sitzt, ist Jean-Philippe Baratier, bekannt als "Schwabacher Wunderkind". Was er da macht, erklärt der Künstler Hanspeter Widrig: "Er überlegt, er sinniert, er denkt und er handelt." Denn er liest ein dickes Buch. "Ich habe ihn als Dreijährigen porträtiert, weil er schon als kleines Kind lesen konnte. Das ist ungewöhnlich."

Gestorben mit nur 19

So ungewöhnlich wie sein ganzes kurzes Leben. Baratier galt als universell gebildetes Genie, das mehrere Sprachen beherrschte, eine Methode zur Berechnung von Längengraden entwickelte und mit erst 14 Jahren Mitglied der renommierten Preußischen Akademie der Wissenschaften wurde (wir berichteten). Die Tragik: Im Alter von nur 19 Jahren ist Jean-Philippe Baratier verstorben.

300 Jahre ist es nun her, dass er 1721 in der Boxlohe geboren wurde. Sein Vater war Pfarrer in der Franzosenkirche. Die Bank mit der kleinen Statue steht somit dort, wo Jean-

Philippe aufgewachsen ist.

Die Enthüllung der fest installierten Bronzestatue ist Teil des Baratier-Jubiläumsjahres. "Die Figur auf der Bank ist nicht nur eine Erinnerung, sondern macht Baratier auch ein Stück erlebbar", findet Ralf Gabriel, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung "Unser Schwabach".

Reiß: "Tolles Gemeinschaftswerk"

OB Peter Reiß freute sich über ein "tolles Schwabacher Gemeinschaftswerk". Zum einen, weil der in Stein lebende Künstler Hanspeter Widrig Mitglied im Schwabacher Künstlerbund ist. Zudem sei die Plastik nur möglich geworden durch die enorme Unterstützung der Bürgerstiftung, die Firma Niehoff, des Lionsclubs, der Stadt, der Stadtwerke, des Geschichts- und Heimatvereins, der Raiffeisenbank, der evangelisch-reformierten Kirche und der Stiftung Bildung & Kunst.

Keine Kommentare