Schwabach: Fahrrad-Korso für das Klima

19.3.2021, 21:15 Uhr
„Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft“, rief Heidi Deffner vom ADFC. Zumindest in den Innenstädten. Das war eine der Botschaften des Radkorsos am Freitagnachmittag rund um die Schwabacher Innenstadt.

„Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft“, rief Heidi Deffner vom ADFC. Zumindest in den Innenstädten. Das war eine der Botschaften des Radkorsos am Freitagnachmittag rund um die Schwabacher Innenstadt. © Foto: Günther Wilhelm

Teresa Honisch forderte ein Umdenken im Alltagshandeln.

Teresa Honisch forderte ein Umdenken im Alltagshandeln. © Foto: Günther Wilhelm

Die Temperatur: frostig. Der Wind: leicht, aber eisig. Die Stimmung: bestens. Der Schwabacher Beitrag zum globalen "Klimastreik" am 19. März war ein sportlicher: An die 200 Bürgerinnen und Bürger von Jung bis Alt sind dem Aufruf des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und des Bund Naturschutz (BN) zu einer Fahrrad-Demo gefolgt.

Freitag, 16 Uhr, Treffpunkt Marktplatz. Man hält sich an die Regeln. Die von Corona (Masken und Abstand) und die der Straßenverkehrsordnung. In der Fußgängerzone wird geschoben, erst dann steigen die Radlerinnen und Radler auf. Motorisiert ist nur die Polizei, die den Korso durch den Feierabendverkehr lotst.

Start und Ziel Marktplatz

Der knapp einstündigen Stadtrundfahrt folgt eine Kundgebung am Marktplatz. "Das hat doch richtig Spaß gemacht", ruft Heidi Deffner vom ADFC ins Mikro, Fahrradklingeln beweisen Zustimmung.

Den Weltuntergang will sie nicht predigen, vielmehr verbreitet sie Aufbruchstimmung: "Wenn wir alle zusammenhalten, dann tut sich was." Die autogerechte Stadt, das hält sie für "Politik von gestern". Der Verzicht aufs Auto sei auch eine Art Klimastreik. "Wir wollen heute zeigen", betont Heidi Deffner, "dass das Rad das Verkehrsmittel der Zukunft ist. So kann jeder Kohlendioxid verringern".

Neu Wahrnehmung dank Greta

Wissenschaftliche Unterstützung kommt aus Erlangen nach Schwabach. Professor Jürgen Karl hat an der dortigen Uni den Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik. Er hält keine Vorlesung, sondern erklärt, weshalb er an diesem ungemütlichen Nachmittag dabei ist. Der Klimawandel sei schon Thema gewesen, als er noch Student war. "Das Frustrierende an meiner Laufbahn ist, dass gerade der Energiebereich den Klimawandel ignoriert und vehement geleugnet hat."

Global denken, lokal handeln: Auch für die Schwabacher Kommunalpolitik gibt es einiges zu tun, finden diese Kundgebungsteilnehmer.

Global denken, lokal handeln: Auch für die Schwabacher Kommunalpolitik gibt es einiges zu tun, finden diese Kundgebungsteilnehmer. © Foto: Günther Wilhelm

Doch vor zweieinhalb Jahren habe sich die "Wahrnehmung fundamental geändert". Dank Greta Thunberg, die mit ihren Schulstreiks weltweite Aufmerksamkeit ausgelöst habe. "Seitdem", sagt Professor Karl, "habe ich erstmals das Gefühl: Jetzt bewegt sich was." Und als Wissenschaftler bekräftigt er die Forderung nach der Energiewende, sogar aus wirtschaftlichen Gründen: "Solar- und Windenergie sind viel billiger als neue Kohle- und Gaskraftwerke."

Das Ziel: Klimastadt Schwabach

Für die junge Generation der Fridays for Future spricht die Schülerin Teresa Honisch. Sie spannt den Bogen von massenhaft weggeworfenen Lebensmitteln bis zum "Energiefresser Internet", der so viel Kohlendioxid verursache wie der innerdeutsche Flugverkehr.

Das Schlusswort übernimmt Almut Churavy, die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz. Sie lenkt den Blick auf Verbesserungen vor Ort: "Wir wollen, dass Schwabach in allen Bereichen zur Klimaschutzstadt wird."

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