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Tipps für den Sommer-Ausflug: Bizarre Felsformationen und romantische Pfade

An Schwarzach und Altem Kanal entlang - Vom Schwedenkönig, Schleusen und Granit - 28.08.2020 13:57 Uhr

Der Wanderweg entlang der Schwarzach bis zum Brückkanal ist wildromantisch.

© Gunther Hess


Zwischen Schwarzenbruck und dem Brückkanal bei Feucht liegt ein wundervolles Kleinod: Die Schwarzachklamm. Hier hat sich vor 1,5 Millionen Jahren der Fluss Schwarzach tief in die Burgsandstein-Felsen hineingeschnitten und eine bizarre Landschaft geformt. Durch die Gegend führt auch der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der Vorläufer des heutigen Main-Donau-Kanals. Die gesamte Tour misst etwa 7,5 Kilometer. Je nach Tempo dauert es eineinhalb bis zweieinhalb Stunden, bis man wieder am Ausgangspunkt ist.

Steg über die Schwarzach

Wir beginnen unsere Tour in Schwarzenbruck, am Plärrer. Hier sind genügend Parkplätze vorhanden. Auf dem Plärrer befindet sich auch das Bistro "mm Blacks", in das man am Ende der Tour einkehren kann (geöffnet Sonntag bis Donnerstag, 13 bis 20 Uhr). Wir parken das Auto auf dem Parkplatz hinter dem Bistro und gehen die Dürrenhembacher Straße bergab. Unten biegen wir nach rechts in den Hirtenweg ein und gehen dort, wo die Straße nach rechts abknickt, geradeaus den Berg hinunter. Unten empfängt uns ein Fußgänger-Steg über die Schwarzach. Wir folgen dem Weg und gelangen zu einem zweiten Steg über den Fluss. Danach halten wir uns links. Rechts ginge es zum Fußballplatz und weiter hinten zum Moor.

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Gelände steht unter Naturschutz

Wir befinden uns also "im Moor". Und auch an den Sportanlagen des TSV Ochenbruck. Die wurden zu Beginn der 1970er Jahre erbaut, nachdem man einen Teil des Moors trockengelegt hatte. Es entstanden zwei Fußballplätze, Tennisplätze und der Gastronomie-Betrieb "Sportpark im Moor". Heute wäre dies nicht mehr möglich, denn das Gelände steht unter Naturschutz. Es ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet seit 1992. Es handelt sich schließlich um eines der wenigen Moore in Mittelfranken. Das Moor ist entstanden, weil sich die Schwarzach vor den Felsen gestaut hat und nicht ungehindert weiterfließen konnte.

Die Gustav-Adolf-Höhle. Hier wohnte der Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 nach einem Sieg im Dreißigjährigen Krieg einer Predigt des Nürnberger Pfarrers Cornelius Mareius bei.

© Foto: Gunther Hesss


Wir halten uns also links und kommen an den Beginn des Schwarzach-Durchbruchs. Nach etwa 100 Metern führt der Weg leicht bergauf und geht in eine Asphaltstraße über. Wir folgen dieser Straße bergab und gelangen über das Gelände des früheren Granitwerks und der Gastwirtschaft, die sich hier befand und 2006 abgerissen wurde, wieder in den engen Schwarzach-Durchbruch. Wenn man hier am oder im Wasser Granitsteine liegen sieht, stammen die noch von dem Granitwerk.

Nach wenigen Metern stoßen wir auf die Gustav-Adolf-Höhle. Ihr Name rührt daher, dass der Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 hier nach einem Sieg im Dreißigjährigen Krieg einer Predigt des Nürnberger Pfarrers Cornelius Mareius beiwohnte.

Diese Bröckel-Löcher sind entstanden, weil hier im Sandstein das Bindemittel fehlt.

© Gunther Hess


Unmittelbar nach der Gustav-Adolf-Höhle fällt an der Felswand eine löchrige netz- oder wabenförmige Verwitterung auf. Diese Erscheinung wird als Galerie- oder Wabenverwitterung (Tafone) beziehungsweise als Bröckel-Löcher bezeichnet. Man findet dies häufig im Sandstein. Entstanden sind sie, da Sandstein aus einzelnen Sandkörnern besteht, die durch ein Bindemittel zusammengehalten werden. Durch eindringendes Wasser wird die Struktur verändert und an Stellen ohne Bindemittel bröckelt der lose Sand ab. Zurück bleiben die bindemittelhaltigen und harten Stellen.

Flusskraftwerk Gsteinach

Am Weg folgt ein in den Fels eingelassenes viergeschossiges Wohnhaus aus Sandstein. Danach muss man die Schwarzach-Schlucht kurz verlassen und oben auf der Straße weitergehen. Nach etwa 200 Metern führt der Weg über Treppen wieder hinunter in die Schlucht, vorbei am Flusskraftwerk Gsteinach mit seiner vier Meter hohen Staustufe.

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Das Kraftwerk besteht seit dem 19. Jahrhundert, hat eine Leistung von 82 kW und befindet sich heute im Privatbesitz.

Kurz nach dem Kraftwerk befindet sich oberhalb der Schwarzach die Schwarzenbrucker Kläranlage, die derzeit erneuert wird. Das geklärte Wasser wird hier in die Schwarzach geleitet. Der Hang zur Kläranlage wurde im Herbst 2012 aus Sicherheitsgründen vollständig abgeholzt. Wer dies nicht weiß, sieht es nicht mehr, der Hang ist schon wieder bewachsen.

Sandstein gibt es auf unserer Tour in allen Formen zu sehen.

© Gunther Hess


Danach kommt man zur Karlshöhle, in die man durch einen niedrigen Durchgang über eine Holztreppe gelangt. Warum sie ihren Namen trägt, ist nicht bekannt.

Weg führt über einen Steg

Im Anschluss führt der Weg über einen Steg über der Schwarzach. Danach weitet sich die Schlucht. Den Abschluss der Schwarzach-Schlucht bildet der mächtige Brückenbogen des Brückkanals. Ihn erreicht man allerdings nicht, denn kurz davor führt eine Treppe nach oben in das Ausflugslokal "Waldschänke Brückkanal" (Montag Ruhetag). Auf halber Höhe tritt hier eine kleine Quelle aus.

Der Biergarten der Waldschänke Brückkanal. Das Haus im Hintergrund ist das ehemalige Schleusenhaus. Es wurde aus Bruchsteinen gemauert und später aufgestockt.

© Foto: Gunther Hesss


Im Brückkanal-Biergarten kann man unter Bäumen oder Überdachungen rasten. Im Biergarten herrscht Selbstbedienung. Auf der einen Seite des Wegs bekommt man Getränke, auf der anderen das Essen.

Der Schwarzach-Brückenkanal ist das größte Bauwerk dieser Art. 1837 genehmigte Ludwig I. den Entwurf, der Bau begann 1839, 1841 war der Brückkanal fertiggestellt. 1843 drohte das Bauwerk einzustürzen, so dass es 1844/45 fast vollständig abgetragen und erneuert werden musste. Der Grund: Zwischen die Mauerschalen hatte man zunächst toniges Erdreich gefüllt, das in feuchtem Zustand das Bauwerk auseinanderdrückte.

Der Brückkanal.

© Gunther Hess


Zurück zum Ausgangspunkt

Zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung geht es über den Brückkanal und am Ludwigskanal entlang. Der "Alte Kanal" wurde erbaut zwischen 1836 und 1846 und war 172,4 Kilometer lang. Die Wasserstraße verband die Donau bei Kelheim mit dem Main bei Bamberg. Der Kanal überquerte die Europäische Hauptwasserscheide und war Teil einer schiffbaren Verbindung zwischen der Nordsee bei Rotterdam und dem Schwarzen Meer bei Constanța. Die 100 Schleusen überwanden einen Höhenunterschied von 264 Metern (80 Meter Aufstieg von der Donau und 184 Meter Abstieg zum Main). Der Kanal trug im Krieg starke Schäden davon und wurde 1950 aufgelassenen. Sein Nachfolger ist der 1960 bis 1992 errichtete Main-Donau-Kanal.

Am Kanal entlang wandern wir bis zur Schleuse 52 und biegen vor dem ehemaligen Schleusenhaus auf den Weg nach links ein. Dieser Weg mündet nach ein paar hundert Metern in eine breite Schotterstraße, der wir folgen. Sie führt bergab nach Schwarzenbruck und drüben, auf der anderen Seite der Schwarzach, als asphaltierte Straße hinauf zum Plärrer, dem Startpunkt unserer Wanderung.

GUNTHER HESS

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