Verhaltensänderungen reduzieren Stromverbrauch

4.12.2012, 06:20 Uhr
Die Bewohner und ihre Berater von Energiebündel, ENA und Gemeinde in Sachen Stromsparen stehen vor dem Haus der Familie Stadelbauer in Georgensgmünd.

Die Bewohner und ihre Berater von Energiebündel, ENA und Gemeinde in Sachen Stromsparen stehen vor dem Haus der Familie Stadelbauer in Georgensgmünd. © Schmitt

Zwei fünfköpfige Familien aus Georgensgmünd werden ab Mitte Januar mit Unterstützung von ENA-Mitarbeiter Dieter Tausch und entsprechender Technik messen, wo im Haus die größten Stromfresser sitzen. „Nicht nur mit großen Investitionen kann man zu geringerem Energieverbrauch kommen“, sagt Werner Emmer, Vorsitzender des Energie- bündels, einem Verein mit Mitgliedern aus dem Landkreis und der Stadt Schwabach.

Auf Einsparung setzen

Sein Ziel ist es, die beiden Gebietskörperschaften samt Bürgern und Betrieben unabhängig von Energie zu machen, die außerhalb der Region erzeugt wird. „Das erreichen wir nur, wenn wir auch auf Energieeinsparung setzen", ist Emmer sicher. In seiner Heimatgemeinde Schwanstetten wird bald ein ähnliches Projekt starten.

Dazu könne jeder mit Verhaltensänderungen beitragen, „die die Lebensqualität nicht beeinträchtigen“, sagt Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz (SPD). In ihm hat das Energiebündel den ersten Partner für die Aktion gefunden.

Schwarz hat mit ENA und Energiebündel einen Aufruf gestartet: Bürger, die am Pilotprojekt teilnehmen wollen, können sich melden. Zugleich hat der Gemeinderat beschlossen, den Pilot-Haushalten die Kosten für die Beratung zu ersetzen. Sie liegen bei 150 Euro. Das „Energiebündel“ will den Landkreisbürgern nicht den Komfort nehmen. „Geld sparen und Spaß dabei“, soll den Worten von Emmers Stellvertreter Hermann Lorenz zufolge die Devise lauten. „Wir kommen auch dann zu großen Veränderungen, wenn sich jeder ein wenig ändert“, sagt Lorenz. Dieter Tausch wird den Familien Stadelbauer und Ott nun Einsicht in ihr energetisches Alltagsverhalten verschaffen. Daraus werden sich konkrete Tipps zur Verbrauchsreduzierung ergeben. Dieter Tausch wird Nutzen und Notwendigkeit der Geräte, Optimierung der Betriebszeiten und Reduzierung von Stand-By-Schaltungen erklären. Ferner wird er zum Austausch alter Leuchten raten und über die Ersatzbeschaffung stromsparender Geräte aufklären. „Jede Kilowattstunde, die wir nicht verbrauchen, brauchen wir nicht zu erzeugen“, sagt Tausch.

Impuls setzen

Allein der bundesweite Ersatz alter Heizkreisverteilungspumpen durch sparsame Neue mache ein Atomkraftwerk in Deutschland überflüssig, sagt Emmer. Ziel sei es, einen Anstoß für andere Kommunen und Haushalte zu geben. „Wir wollen einen Impuls setzen“, begründet Schwarz den Einsatz Georgensgmünds. Mehr und mehr Landkreisbürger sollen bereit sein, sich von der ENA auch ohne Förderung beraten zu lassen. „Die Kosten dafür amortisieren sich schnell“, sagt Emmer.

Doch er räumt ein, dass es „keine lockere Übung“ sei. Insbesondere widerspricht Emmer jüngsten Aussagen von Bundesumweltminister Altmeier, wonach mit „einfachen Verhaltensänderungen leicht bis zu 30 Prozent Strom pro Haushalt“ gespart werden können. „Leicht geht gar nichts, und 30 Prozent sind auf die Weise nicht zu erreichen.“ Und: „Jeder muss bewusst, überzeugt und kontinuierlich handeln, nur dann werden wir Erfolge erzielen“, so Emmer.

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