Sonntag, 15.12.2019

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Wrestler Absolute Andy tritt nicht mehr für die GWP an

„Wir verlieren unseren wichtigsten Mann“ — Shows in Roth und Schwabach geplant - 27.06.2015 09:33 Uhr

Absolute Andy alias Andreas Ullmann lässt sich feiern. So eine Szene wird es in Zukunft bei der GWP vorerst nicht mehr geben. © Foto: Tobias Tschapka


Bei der ersten Veranstaltung der German Wrestling Promotion (GWP) 2006 flogen noch Klopapierrollen in den Ring, als Andy ein paar Worte ans Publikum richtete. Verständlich, die Zuhörer wollten es nicht so stehen lassen, dass Andy in seiner Ansprache Roth als „stinkende Stadt“ bezeichnet. War alles nur Spaß beziehungsweise Show, der Hilpoltsteiner gehörte damals noch zu den bösen Buben und machte nur seinen Job.

Über die Jahre schwang sich der 31-Jährige zum geliebten Lokalhelden und „Weltmeister“ der GWP auf. Er stand bei den meisten Veranstaltungen im Hauptkampf und trat regelmäßig gegen in der Szene weltbekannte Stars an, welche extra aus Übersee eingeflogen wurden. „Wen wir gegen Andy stellen, war eine der wichtigsten Fragen““, sagt Nicolas Banner, der Vorsitzende der GWP.

Nicolas Banner. Foto: Marcel Staudt


Eine Sorge weniger

Die einzige gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Veranstalter über mögliche Gegner keine Gedanken mehr machen brauchen. Andreas Ullmann hat sich vertraglich an Westside Xtreme Wrestling (WxW) gebunden. Diese Promotion ist im Ruhrgebiet beheimatet und Deutschlands größter Wrestling-Veranstalter. WxW tourt durch das gesamte Bundesgebiet und wagt sogar hier und da Ausflüge ins Ausland. Darüber hinaus hat die WxW Expansionspläne — sogar eine Fernsehsendung ist im Gespräch — und bindet Wrestler exklusiv an sich.

Das heißt: Die professionellen Ringer dürfen nicht mehr für andere Veranstalter in den Ring steigen. „Natürlich war es eine schwere Entscheidung“, sagt Ullmann, „aber bei der WxW habe ich die Möglichkeit, an circa 70 Shows im Jahr teilzunehmen.“

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Deswegen sagte er ja zur WxW — und damit zwangsläufig nein zur GWP. Insgesamt verlieren die Rother durch die Exklusivverträge der Liga aus dem Ruhrgebiet sieben Wrestler, die regelmäßig für sie in den Ring stiegen. „Aber mit Andy verlieren wir unseren wichtigsten Mann. Das ist so ähnlich, als würde die Nationalmannschaft Bastian Schweinsteiger verlieren“, sagt Banner. Er glaubt, dass alleine 100 Zuschauer nur wegen Andy in die Halle gekommen sind.

Erst einmal sollen die Zuschauer aber nicht in eine Halle kommen, sondern in den Beach Club des Soccer Plaza Schwabach. Dort veranstaltet die GWP am Samstag, 18. Juli, 18.30 Uhr, mit „Catch at the Beach“ ihre nächste Show. Stargast wird der US-Wrestler Tatanka sein, der in den 1990er Jahren weltweit in den Fernsehsendungen der World Wrestling Federation (WWF) zu sehen war. „Mit ihm wird es wieder eine tolle Show werden“, verspricht Banner.

Markgrafensaal lieb gewonnen

Shows soll es ab 2016 auch wieder in Roth geben, wo die GWP ja eigentlich beheimatet ist. Aus Kostengründen zog sie im vergangenen Jahr nach Schwabach in den Markgrafensaal um. Besonders die Reinigung des Teppichs in der Anton-Seitz-Mehrzweckhalle schlug mit 700 Euro zu Buche — viel Geld für einen Veranstalter, der bei jeder Show um eine schwarze Null kämpft. Das Teppich-Problem ist nun gelöst. „Bei uns hat sich eine Reinigungsfirma gemeldet, die gratis den Teppich reinigen würde“, sagt Banner. Jetzt geht es darum, mit der Stadt Roth mögliche Termine zu besprechen.

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Abwandern aus Schwabach möchte die GWP deshalb nicht — die Notlösung Markgrafensaal „haben wir richtig lieb gewonnen“, wie Banner sagt, „dort herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre“.

In Zukunft will die GWP deshalb in beiden Städten veranstalten, am liebsten vier Mal im Jahr. Als Datum für die Rückkehr hat Banner den 29. April 2016 ins Auge gefasst. Dann wird die Promotion auf den Tag genau zehn Jahre alt. Banner: „Zum Jubiläum wollen wir die größte Show bieten und die 1000-Zuschauer-Marke knacken.“

Er wünscht sich, dass Absolute Andy zumindest für diese Show zurückkehrt, wenigstens um ihn verabschieden zu können. An Ullmann würde es nicht scheitern: „Ich würde auch gerne wieder regelmäßig für die GWP antreten. Aber dafür müssen sich die Veranstalter einigen.“

Karten und weitere Informationen zu „Catch at the Beach“ gibt es unter www.gwp-wrestling.de

MARCEL STAUDT

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