Seniorin verunglückt: Appell an Regierung nach erneutem Todesfall auf der B470

6.6.2019, 08:03 Uhr
Stumme Trauer am Straßenrand: Immer wieder sind Unfallopfer bei der Radquerung der B470 zwischen Diespeck und Gerhardshofen zu beklagen.

Stumme Trauer am Straßenrand: Immer wieder sind Unfallopfer bei der Radquerung der B470 zwischen Diespeck und Gerhardshofen zu beklagen. © Harald Munzinger

Bereits im Februar 2018 hatte Schmidt diesbezüglich den damals zuständigen Staatsminister Joachim Herrmann angeschrieben, welcher der Abgeordneten Unterstützung zusagte. Damals sprach sich der Minister – wie auch die Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien – für eine Radunter- beziehungsweise -überführung aus. Geschehen sei bisher "wenig Handfestes". Doch zeige der wiederholte Todesfall, dass es "höchste Zeit zum Handeln" sei.

An Christi Himmelfahrt war an fraglicher Stelle eine 81-jährige Radfahrerin bei der Überquerung der B470 von einem Wohnmobil erfasst und tödlich verletzt worden. Nun hat sich die Abgeordnete aus dem nahen Uehlfeld erneut mit einem Schreiben an den Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Ansbach gewandt. Diesen fordert Schmidt darin zu einer Stellungnahme auf. Sie favorisiert die Lösung einer Rad-Unterführung, die schnell und kostengünstig erfolgen könne. "Durch ein Bundesprogramm lassen sich die Baumaßnahmen finanzieren, sodass nach meinen Informationen für den Landkreis keine Kosten entstehen", so die Abgeordnete.

Kreisverkehr keine Option

Die angedachten Pläne zur Errichtung eines Kreisverkehrs auf freier Strecke sieht Schmidt als nicht zielführend an. Zudem würden durch eine solche Maßnahme die beiden Gemeindeverbindungsstraßen nach Rappoldshofen beziehungsweise Altenbuch eine mit der Bundesstraße gleichberechtigte Vorfahrtsregelung erhalten. Weiterhin hätte eine solche Maßnahme in den Hauptverkehrszeiten höchstwahrscheinlich immense Verkehrsbehinderungen zur Folge. Zudem müsse man mit einer langen Plan- und Bauzeit rechnen, die den Verkehr über Monate hinweg verzögere, führt MdL Gabi Schmidt aus.

Ein Kreisverkehr auf freier Strecke bedeute weiterhin eine zusätzliche Umweltbelastung sowie eine Versiegelung von ökologisch wertvollen landwirtschaftlichen Flächen. Denn um die sichere Radquerung gleichzeitig mit der Errichtung eines Kreisels zu ermöglichen, müssten 550 Meter zusätzlicher Radweg neu geteert werden, obwohl auf der anderen Seite der B470 bereits ein entsprechender Weg vorhanden sei. Schmidt sieht auch bei einem Kreisverkehr die vielen Radfahrer gefährdet, "da sie am Verkehr teilnehmen müssen, anstatt dass sie durch eine Über- oder Unterführung überhaupt nicht mit ihm in Kontakt kommen".

Den für die schnelle und problemlose Entschärfung Verantwortlichen des Landkreises Neustadt/Aisch – Bad Windsheim spricht Schmidt ihren Dank aus. "Es freut mich, dass über das Wochenende so schnell reagiert werden konnte", erklärt die Abgeordnete. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h könne für die Zwischenzeit bei der Radquerung ein Mindestschutz gewährleistet werden. "Dies darf aber nur eine Übergangslösung sein", erklärt die Freie Wähler-Politikerin Gabi Schmidt in einer Pressemitteilung.

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