Corona

Sinkende Corona-Zahlen: Bald Besuchslockerungen in Erlanger Kliniken

3.6.2021, 06:00 Uhr
Das Universitätsklinikum Erlangen. 

Das Universitätsklinikum Erlangen.  © Harald Sippel, NN

Die Corona-Inzidenzen sinken, der Lockdown wird immer lockerer. Doch in Kliniken herrschen noch weitgehend strenge Maßnahmen, vor allem bei den Besuchsregelungen. Das aber können angesichts der zunehmend entspannteren Inzidenz-Lage nicht alle verstehen.

So kritisierte eine bereits selbst zweifach gegen Sars-CoV-2-geimpfte Angehörige, die ihre krebskranke Mutter in der Station der Strahlentherapie besuchen wollte und nicht durfte, in einer Mail an dieses Medienhaus das Universitätsklinikum Erlangen (UKER). Sie kann nicht nachvollziehen, dass trotz steigender Geimpften-Zahl und möglichen Selbsttests es noch solche Restriktionen gibt, schrieb sie. So herrscht in der Einrichtung weitgehend Besuchsverbot, das zeigt auch ein Blick auf die Homepage. Doch warum ist das (noch) so?

"Auch an diesem Tag liegen 19 Covid-19-Patienten auf unseren Intensivstationen", antwortet Franziska Männel aus der Pressestelle am vergangenen Montag, 31. Mai 2021. Weiter sechs sind auf einer Normalstation, das sind insgesamt 25 Corona-Erkrankte.

Zudem versorge die Klinik viele andere teils schwer kranke Patienten, für die sie eine besondere Fürsorgepflicht hätten. "Deshalb", betont Männel, "haben wir bisher von vorzeitigen Lockerungen für Besucher abgesehen." Das könnte sich aber bald ändern.

Bei anhaltender positiver Entwicklung der Corona-Fallzahlen rechnet das Uni-Klinikum ab nächster Woche (Kalenderwoche 23) mit ersten Lockerungen des derzeitigen Besuchsverbots, kündigt Männel auf Nachfrage an.

Noch aber ist es nicht soweit. Noch gibt es von den Besuchsregeln nur einige Ausnahmen, die für Kinderklinik, Palliativstation und die Geburtshilfe gelten.

"Frage der Sicherheit und der logistischen Machbarkeit"

Auch bei vollständig gegen das Coronavirus Geimpften greift das Besuchsverbot. Dass zugelassene Besucher gegen Sars-CoV-2 geimpft sind, sei natürlich "aus unserer Sicht wünschenswert", sagt Männel. Trotzdem könne das Haus die Besuche nicht von null auf hundert wieder hochfahren. "Das ist eine Frage der Sicherheit und der logistischen Machbarkeit."

In Einzelfällen könnten die Behandlungsteams nach individueller Prüfung weitere Ausnahmen vom allgemeinen Besuchsverbot erteilen, erläutert Männel. Das sei jetzt auch im Fall der Tochter und der krebskranken Mutter in der Strahlentherapie der Fall gewesen. Zudem sei in der vergangenen Krisenstabssitzung festgelegt worden, Ausnahmeanträge großzügiger zu behandeln.

Waldkrankenhaus lockert ab 5. Juni

Im Erlanger Malteser Waldkrankenhaus St. Marien gibt es sogar schon Ende dieser Woche, also am Ende der Kalenderwoche 22, Lockerungen. Ab Samstag, 5. Juni, darf jeder Patient täglich von einer festgelegten Person aus dem Angehörigen- und Familienkreis mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von 60 Minuten besucht werden.

"Das heißt, ein Besucher pro Patient, um den administrativen Aufwand beherrschbar zu machen", sagt Geschäftsführer Carsten Haeckel auf Nachfrage. Zudem müsse der Besucher (mit entsprechendem Nachweis) getestet, geimpft oder genesen sein. Mehr Informationen und Formblätter finden Sie hier. Die beiden Häuser hatten in der Pandemie ihre Besuchsregelungen streng reglementiert.

Über die weitere Corona-Entwicklung, sagt Uniklinik-Mitarbeiterin Männel, ließe sich nur spekulieren. "Wir hoffen aber, dass sich der positive Trend fortsetzt".

Nun dürfen sich die Beschäftigten des Uni-Klinikums erst einmal über die sogenannte Corona-Prämie II freuen. Mit der Änderung des Krankenhausfinanzierungsgesetzes wird es der Einrichtung erneut ermöglicht, eine erweiterte Sonderleistung an seine Beschäftigten auszuschütten, sagt Männel auf Nachfrage. Den Betrag in Höhe von insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro bekommen die Beschäftigten mit dem Junigehalt ausgezahlt.

Anspruch auf diese Sonderleistung haben zugelassene Krankenhäuser, die 2020 durch die voll- oder teilstationäre Behandlung von mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Patienten besonders belastet waren.

Insgesamt stellt die Bundesregierung 450 Millionen Euro für Pflegekräfte aus rund 1000 Krankenhäusern zur Verfügung. Das Klinikum Nürnberg beispielsweise erhält 3,2 Millionen Euro als zweite Corona-Prämie und steht bundesweit an dritter Stelle, nach dem Berliner Klinikbetreiber Vivantes (rund 6,8 Millionen Euro) und der Berliner Charité (6,1 Millionen Euro). Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat die Kliniken in einer Übersicht aufgeführt.