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Montag, 22.07.2019

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Skelettfund in Franken: Mädchen umgebracht - Polizei sucht Vater

Beamte fahnden nach mutmaßlichem Täter - Familienstreit als Ursache? - 19.12.2018 15:35 Uhr

So sieht Hashem Nassan aus (links). Nach diesem Wagen fahndet die Polizei ebenfalls. © Polizei Unterfranken


Es ist ein unscheinbares Waldstück, mitten in der Natur. Zwei Spaziergänger entdeckten aber genau dort vor wenigen Tagen die sterblichen Überreste eines Menschen. Seit Tagen arbeitet die Polizei mit Hochdruck an der Aufklärung - und hat nun erste Erkenntnisse. Bei dem Skelett handelt es sich um die seit Mai 2017 vermisste Mezgin Nassan. Angehörige hatten die 16-Jährige vor gut eineinhalb Jahren als vermisst gemeldet, nachdem sie von der Berufsschule nicht nach Hause gekommen war. Es folgte: eine gewaltige Suchaktion. Mit Fluglättern suchte die Polizei nach der syrischen Jugendlichen, Hubschrauber und Taucher suchten die Umgebung ab - fanden aber nichts. Bislang. 

An einer unzulänglichen Stelle im Wald zwischen Haibach und Gailbach fanden die beiden Spaziergänger das Skelett. © Polizeipräsidium Unterfranken


Jetzt scheint es, als käme damit auch Bewegung in einen Kriminalfall. Unter Verdacht, das Mädchen umgebracht zu haben, steht bereits seit Monaten der 44 Jahre alte Vater, Hashem Nassan. Seit Juni 2017 wird nach ihm wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Er soll den damaligen Freund seiner Tochter im Aschaffenburger Floßhafen getroffen und ihn mit einer Stichwaffe schwer am Hals verletzt haben. Der 23-Jährige, der ebenfalls Syrer ist, wurde von Passanten gefunden und vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. Bis zum heutigen Tage läuft die Fahndung nach Hashem Nassan aber ins Leere. Und das, obwohl die Polizei eine zehnköpfe Ermittlungskommission mit dem Namen "Rucksack" gründete. 

Hämatome - und ein Verdacht

Jetzt, da die Leiche gefunden wurde, verdichten sich aber die Hinweise, dass der Mann seine Tochter umbrachte. Inwieweit das Treffen mit dem Freund der damals 16-Jährigen mit ihrem Verschwinden zu tun hat, ob es sich etwa um einen Familienstreit handelte, ist bislang unklar. Klar ist aber: Gegen Hashem Nassan besteht ein internationaler Haftbefehl. Bereits im Juni 2016, also mehr als ein Jahr vor ihrem Verschwinden, schlug der Mann seine Tochter und fügte ihr Hämatome zu. Das urteilte das Amtsgericht Aschaffenburg vor gut eineinhalb Jahren - rechtskräftig. Über den internationalen Haftbefehl soll eine neunmonatige Freiheitsstrafe vollstreckt werden. 

Die Polizei sucht dringend nach Zeugen, die Angaben zu Hashem Nassans Aufenhaltsort machen können. Konkret haben die Ermittler folgende Fragen: 

  • Wer hat die vermisste 16-jährige Schülerin Mezgin Nassan am Donnerstag, den 04.05.2017, im Bereich der Berufsschule in der Seidelstraße in Aschaffenburg oder des gegenüberliegenden Norma-Parkplatzes oder auch danach noch gesehen?
  • Wer hat am und um den 04.05.2017 Beobachtungen im Bereich der Findbergstraße in Haibach gemacht?
  • Wem ist im Bereich des Findbergs oder der Berufsschule ein dunkelblauer Peugeot 206 aufgefallen?
  • Wer kannte die 16-Jährige und kann sonstige sachdienliche Angaben machen?

Hashem Nassan ist 44 Jahre alt, circa 180 Zentimeter groß, hat eine kräftige Figur, dunkelbraunes Haar und Geheimratsecken. Er könnte sich im Ausland, aber auch in Deutschland aufhalten. Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen Hinweise unter der Telefonnummer 06021/857-1732. 

Tobi Lang Online-Redakteur E-Mail

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