Freitag, 06.12.2019

|

Tödlicher Unfall in Coburg: Gaffer drohte mit Schlägen

Erst die Polizei brachte Vater und Sohn davon ab, die Tragödie zu filmen - 08.08.2017 10:42 Uhr

Ein Coburger und sein 15-Jähriger Sohn filmten mit ihrem Smartphone den tödlichen Unfall in Coburg, bei dem ein 20-Jähriger ums Leben kam. © NEWS5 / Ittig


Es sollte nur eine Übungsfahrt der Coburger Feuerwehr werden, doch für einen 20-Jährigen endete sie tödlich. Am Montagabend verlor der Fahrer eines Einsatzfahrzeuges in der Neustädter Straße in Coburg die Kontrolle über das 18 Tonnen schwere Fahrzeug. Der Koloss krachte gegen eine Betonmauer. Während der Fahrer das Unglück überlebte, starb der 20-jährige Beifahrer.

Am Dienstag berichtete die Coburger Polizei dann von einem Vorfall, der sich während der Rettungsmaßnahmen abspielte, der fassungslos macht: Die Bergung war in vollem Gange, als ein 43-Jähriger und sein 15-jähriger Sohn im abgesperrten Bereich mit ihrem Smartphone Aufnahmen des Unglücks machten.

Ein 27-jähriger Feuerwehrmann bat die beiden schließlich, mit dem Filmen aufzuhören und sich vom Unfallort zu entfernen. Doch mit der Reaktion des Vaters hatte der Helfer sicher nicht gerechnet: "Was willst du denn von mir? Ich hau dir aufs Maul", herrschte er den Feuerwehrmann an.

Bilderstrecke zum Thema

Coburg: 20-Jähriger stirbt bei Unfall in Feuerwehrauto

Bei einem Unfall mit einem Feuerwehrauto ist in Coburg ein 20 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Er hatte auf dem Beifahrersitz des 18 Tonnen schweren Löschfahrzeugs gesessen, wie die Polizei mitteilte. Der 47 Jahre alte Fahrer hatte zuvor die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Er war ersten Erkenntnissen zufolge zu schnell nach links abgebogen.


Scheinbar unbeeindruckt zog das Duo auf die andere Straßenseite und filmten das Geschehen von dort aus weiter. Erst die Polizei konnte die beiden Männer davon abbringen, weiterzufilmen. Als die Beamten die Personalien der beiden forderte, weigerten sie sich.

Auch auf der Wache wortkarg

Eine Streife brachte Vater und Sohn daraufhin auf die Wache. Laut Polizei gaben die beiden Männer auch dort nur widerwillig ihre Namen an. Sein rücksichtloses Verhalten wird für den 43-Jährigen nun offenbar ein Nachspiel haben: Auch, weil der Mann gegen den freiwilligen Feuerwehrmann eine konkrete Drohung ausgestoßen hatte, ermitteln die Beamten nun wegen Nötigung, Beleidigung, möglicher unterlassender Hilfeleistung und wegen einer Ordnungswidrigkeit aufgrund der Nichtangabe von Personalien. 

Ob dem 15-Jährigen ein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann, prüft die Polizei derzeit noch. Nach ihrer Anhörung auf der Dienststelle durften Vater und Sohn wieder gehen, sie erhiellten jedoch einen Platzverweis für die gesamte Unfallstelle.

als E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Region