Sonntag, 29.03.2020

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Ungewöhnlicher Fall: Mann ergaunert 26 Angusrinder in Franken

Der Scheck, mit dem bezahlt wurde, war gefälscht - 27.02.2020 15:31 Uhr

Angusrinder sind schöne Tiere, die offenbar auch das Interesse von zwielichtigen Gestalten wecken. © pixabay


Es ist der November im Jahr 2019. Zunächst verläuft alles ganz nach Plan: Ein Rinderbesitzer aus Oberfranken platziert eine Anzeige im Internet, um seine Herde von Angusrindern (unter anderem beliebt wegen ihres edlen Fleisches) zu verkaufen. Ein Interessent kontaktiert ihn, man einigt sich auf einen Kaufpreis von knapp 28.400 Euro. Ende November 2019 erscheint der Käufer dann persönlich auf dem Hof des Mannes. Er wirkt seriös.

Angereist ist der Mann bereits mit einer Spedition, die den Transport der Horntiere in das gut 350 Kilometer entfernte Celle (Niedersachsen) übernimmt. Ein Kaufvertrag kommt ordnungsgemäß zustande, es wird vereinbart, dass der fällige Betrag unverzüglich auf das Konto des Verkäufers überwiesen wird. Alles hat seine Richtigkeit. Scheinbar.

Denn der Landwirt wartet daraufhin vergeblich auf sein Geld, das Konto bleibt leer. Stattdessen bekommt er einen Scheck auf dem Postweg. Bereits die eingetragene Summe in Höhe von 30.000 US-Dollar machte ihn stutzig. Denn bei der entsprechenden Umrechnung in Euro entspricht die Summe nicht dem vereinbarten Kaufpreis.

Zwei Rinder verendet

Durch eine Überprüfung des Schecks in der Bank stellt sich heraus, dass der angebliche Käufer bei dem eingetragenen amerikanischen Kreditinstitut überhaupt kein Konto besitzt. Die Anweisung ist gefälscht. Der ehemalige Besitzer der Herde wendet sich an die Polizei, aufgrund des hohen finanziellen Schadens übernimmt das Betrugs-Kommissariat der Coburger Kriminalpolizei den Fall.

Den Ermittlern gelingt es, den Aufenthaltsort des vermeintlichen Käufers sowie die verschwundene Rinderherde ausfindig zu machen. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei vor Ort erwirken sie einen Durchsuchungsbeschluss und stellen im Januar 2020 auf der Weide des 26-jährigen Tatverdächtigen in Niedersachsen 24 Rinder sicher. Zwei der Tiere waren in der Zwischenzeit verendet.


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mch

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