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Verheerendes Feuer bei Bosch durch technischen Defekt ausgelöst

Schaden in Millionenhöhe - Produktion läuft wieder - 18.11.2019 16:36 Uhr

Das Feuer hinterließ in Deutschlands größtem Bosch-Werk einen Schaden von einer Million Euro. © Nicolas Armer, dpa


Den 7. November werden die Bosch-Mitarbeiter in Bamberg wohl noch lange im Gedächtnis behalten. Als am Donnerstag gegen Mittag plötzlich Flammen aus einer Fertigungshalle des Werkteils 1/2 schlugen, verließen die Angestellten fluchtartig das Gebäude. Kurze Zeit später stand eine tiefschwarze Rauchwolke über dem Gelände, Feuerwehr und Werksfeuerwehr rückten an. Die Einsatzkräfte hatten den Brand relativ schnell unter Kontrolle. Die Folgen legten den Betrieb allerdings für einige Tage lahm, an der Halle entstand ein Schaden von etwa einer Million Euro.

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Dunkle Rauchsäulen: Feuer in Bamberger Bosch-Werk ausgebrochen

Auf dem Bamberger Bosch-Werksgelände ist am Donnerstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei warnte Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr konnte die Flammen nach zwei Stunden bekämpfen. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen werden noch mehrere Tage andauern, so ein Sprecher der Polizei.


Nun sieht es allerdings so aus, als ob sich das Unternehmen, das in Bamberg sein größtes Werk innerhalb Deutschlands betreibt, recht schnell von den Schäden erholt hätte. Bereits am Wochenende nach dem Feuer wurde das gesamte Gebäude laut Unternehmenssprecherin Ulrike Kümmel umfassend gereinigt, Maschinen und Infrastruktur wieder in Stand gesetzt. Am Sonntag und Montag lief die Fertigung stufenweise wieder an, seit Mittwoch wird auch in der Halle für Zündkerzen, in der das Feuer ausbrach, wieder produziert.

Grund dafür ist ein glücklicher Zufall: Der Bereich, in dem die Flammen ihren Ursprung haben, ist für die restliche Produktion relativ unwichtig. "Die betroffene Anlage wurde als Backup für Versuche und spezielle Fertigungsanforderungen genutzt", sagt Kümmel. Es handelt sich dabei um eine Galvanik-Anlage, mit der Oberflächen beschichtet werden können.

"Es deutet vieles darauf hin, dass ein technischer Defekt in der Galvanik den Brand ausgelöst hat", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Montag. Auf eine Fehlbedienung durch Mitarbeiter gebe es keine Hinweise. Laut Unternehmenssprecherin Kümmel wurde die Galvanisierung zu großen Teilen automatisch gesteuert.

Keine Produktionsausfälle

Unter Umständen wird man die Ursache aber nie abschließend klären können - der Bereich, in dem das Feuer ausbrach, ist weiterhin nicht betretbar. Die Hitze der Flammen hat dort laut Polizei Betonhohlbalken so stark beschädigt, dass diese herabstürzen könnten. Innerhalb der 37.000 Quadratmeter großen Halle nimmt die Galvanik allerdings nur einen Bereich von 240 Quadratmetern ein. Das gesamte Gebäude sei nie einsturzgefährdet gewesen, stellt Kümmel klar.

Der Galvanik-Bereich muss allerdings saniert werden, hier kann bis auf Weiteres nicht gearbeitet werden. Lieferengpässe gab es dank der schnellen Wiederaufnahme der Produktion allerdings keine. Für das Unternehmen gar nicht so unwichtig: Der wie viele andere Automobilzulieferer gebeutelte Konzern war kurz vor dem Feuer mit anderen Problemen in den Schlagzeilen. Kündigungen standen im Raum, sie konnten nur abgewendet werden, weil die Beschäftigten für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit reduzieren und damit auch auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten. Nun soll das Werk neu ausgerichtet werden.


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