Spielvereinigung

Verletzte: Die Polizei zieht nach dem Kleeblatt-Aufstieg Bilanz

24.5.2021, 18:34 Uhr
Gegen 22.15 Uhr räumte das USK Mittelfranken die Gustavstraße.

Gegen 22.15 Uhr räumte das USK Mittelfranken die Gustavstraße. © NEWS5 / Oßwald, NEWS5

Stundenlang haben die Fans die Spielvereinigung am Sonntag vor dem Stadion angefeuert. Mit Erfolg: Das Kleeblatt ist nach einem 3:2-Sieg über Fortuna Düsseldorf direkt in die erste Bundesliga aufgestiegen. Nun zieht die Polizei Bilanz und fasst den Einsatztag zusammen.

Im Vorfeld hatten Stadt, Polizei und Verein an die Fans appelliert, sich das Spiel zuhause anzusehen. Erwartungsgemäß kamen dennoch mehrere Hundert Kleeblatt-Anhänger - den derzeit geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zum Trotz - am Stadion und nach Spielende in der Innenstadt zusammen. Bereits im Vorfeld der Partie hatte sich die Fürther Polizei eng mit dem Verein und der Stadt abgestimmt. Eine offizielle Aufstiegsfeier wurde wegen des herrschenden Ansammlungsverbots abgeblasen.

Während des Spiels tummelten sich in der Spitze um die 300 Fans vor dem Stadion am Laubenweg und feuerten ihre Mannschaft an. Einmal musste die Polizei eingreifen, weil sie am Stadionzaun rüttelten. Die Einsatzkräfte zogen eine Kette, um die Anhänger von dort fernzuhalten. "Die Fans reagierten hierauf friedlich", heißt es im Polizeibericht. Allerdings: Eine Person warf Pyrotechnik Richtung Ordnungshüter. Sie nahmen den Mann fest und leiteten ein Ermittlungsverfahren ein.

Nach dem Abpfiff der Partie kamen noch mehr Menschen in den Laubenweg - zeitweise feierten rund 1500 Fürther und Fürtherinnen gemeinsam. Die Abstände wurden dabei vielfach missachtet. Das veranlasste die Polizei zu mehreren Lautsprecherdurchsagen und Posts in sozialen Medien, die den Appell enthielten, die Abstände zu wahren. "Die überwiegende Zahl der Anwesenden trug durchgehend eine Maske", schreibt die Pressestelle. Allerdings gab es auch zahlreiche Feiernde, die keine Mund-Nase-Bedeckung trugen.

Gegen 19 Uhr pflügten sich Autokorsos durchs Fürther Stadtgebiet. An der Erlanger Straße/Mauerstraße blockierten Kleeblatt-Anhänger den Verkehr, ein paar von ihnen "gingen die Beamten an, weshalb unmittelbarer Zwang angewendet werden musste". Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz, ein Mann wurde verletzt. Vom Ronhof und der Erlanger Straße zog es die Fans schließlich in die Gustavstraße - bis zu 750 von ihnen kamen dort in der Spitze zusammen. Einer wurde festgenommen, weil er die Einsatzkräfte beleidigt hatte. Die Ermittlungen, um herauszufinden, wer dort immer wieder Pyrotechnik gezündet hat, laufen.

Auch in der Gustavstraße bot sich dasselbe Bild: Viele Menschen missachteten die Corona-Regeln, insbesondere den Mindestabstand. Wieder versuchte die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen auf sie einzuwirken - allerdings mit mäßigem Erfolg. Im Lauf des Abends wurde die Stimmung zusehends angespannt: Immer wieder gerieten Feiernde aneinander. Ab 21.30 Uhr wurden die verbliebenen Fans aufgefordert, die Gustavstraße zu verlassen. Einige reagierten aggressiv und warfen Flaschen auf ein Einsatzfahrzeug.

Das veranlasste das USK Mittelfranken zum Eingreifen: Ab etwa 22.15 Uhr räumte es die Feiermeile.

Gegen 22 Uhr wurde ein Fan von einem anderen verletzt. Als ihn Rettungskräfte gerade versorgten, wurden sie und ein Kamerateam bedrängt, verletzt wurde dabei laut Polizei jedoch niemand. Die Beamten griffen ein, um die Situation zu regeln.

Unter der Leitung der Polizeiinspektion Fürth waren Kräfte der Fürther Verkehrspolizei, des USK Mittelfranken sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.


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