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VGN sperrt sich weiter gegen verbilligtes Seniorenticket

Verbund verweist auf die Mobi-Card - "Senioren werden ausgebremst" - 21.04.2019 05:08 Uhr

Hat der VGN nicht genügend Angebote für Senioren? Die Kritik schwelt zumindest seit Jahren. © dpa


Immer lauter fordern fränkische Seniorenräte vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), ein verbilligtes Ticket für die ältere Generation einzuführen. Vorreiter ist der Seniorenrat der Stadt Langenzenn im Landkreis Fürth.

Die Landbevölkerung sei gegenüber den großen Städten deutlich benachteiligt, wettern die Seniorenräte: "Die ältere Generation wird ausgebremst." Bisher allerdings hat der VGN das Ansinnen stets mit dem Hinweis abgelehnt, es gebe ja bereits die Mobicard, die auch von Senioren gut genutzt werde.

Der VGN ist der einzige Verbund seiner Art in der Bundesrepublik, der keine verbilligte Seniorenfahrkarte anbietet. Das kritisieren Hans Klinner, Vorsitzender des Langenzenner Gremiums, und seine Mitstreiter Manfred Lober, Karl-Heinz Lödel und Heidemarie Reuther seit über einem Jahr.

Söder eingeschaltet

Sie haben auch Ministerpräsident Markus Söder eingeschaltet; schließlich könne der Freistaat sich als Gesellschafter in den VGN mit einem Millionen-Betrag einbringen, um überkommene Strukturen aufzulösen, die komplizierten Entscheidungswege (so das Prinzip der Einstimmigkeit aller Gesellschafter und Partner) zu vereinfachen und gleiche Lebensverhältnisse in Stadt und Land herbeizuführen. Doch im Antwortschreiben hieß es nur lapidar, der Vorschlag werde im zuständigen Ministerium bearbeitet.

Die preiswerte Seniorenkarte für 50 Euro im Monat wäre zugleich der Einstieg in eine echte Tarifreform, warb Hans Klinner vor einem Jahr im Langenzenner Stadtrat für die Idee und stieß auf breite Unterstützung. Auch der Fürther Kreistag steht dahinter. Klinner schlägt daher vor, die Seniorenkarte in diesem Landkreis als Pilotprojekt einzuführen.

Andere Seniorenräte haben sich der Langenzenner Initiative angeschlossen, beispielsweise in Nürnberg, Fürth, Schwabach, Bad Windsheim, im Landkreis Erlangen-Höchstadt und bis nach Unterfranken. Örtliche Landtagsabgeordnete sind ebenfalls mit dem Thema befasst.

Derweil finden Passagiere, die sparen wollen, Mittel und Wege, dem VGN kräftig eins auszuwischen. Zahlreiche Geschäfte oder sogar Pfarrämter im VGN-Gebiet fungieren als Verleihstellen mit Vormerklisten für Mobicards, zum Teil auch gegen Entgelt. Zwar darf jeder Besitzer einer Mobicard regulär eine zweite Person mitnehmen — aber der Verleih gegen Bares ist untersagt, weil er dem VGN finanziell schadet. Dass dieses Verbot umgangen wird, ist ein offenes Geheimnis — doch auch der VGN selbst breitet gern den Mantel des Schweigens darüber. 

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