Holetschek will "Zeichen der Dankbarkeit"

Vorstoß aus Bayern: Arbeiten Pflegekräfte schon bald steuerfrei?

Tobi Lang
Tobi Lang

Online-Redakteur

E-Mail zur Autorenseite

28.11.2021, 19:15 Uhr
Gesundheitsminister Klaus Holetschek gilt als enger Vertrauter von Ministerpräsident Markus Söder. 

Gesundheitsminister Klaus Holetschek gilt als enger Vertrauter von Ministerpräsident Markus Söder.  © Sven Hoppe, dpa

Es war in den dunkelsten Stunden der Pandemie, als Applaus aufbrandete. Damals klatschten Menschen für die Pflegekräfte, die seit Monaten am Limit arbeiten, Beifall - als Geste der Dankbarkeit. Mehr als Symbolpolitik ist seitdem aber nicht passiert. Noch immer sind die Mitarbeiter gerade auf den Intensivstationen überlastet, noch immer sind einige unterbezahlt, noch immer arbeiten viele am Rande der Selbstausbeutung. Zwar hat die Ampel-Koalition eine Milliarde Euro für Pflegekräfte versprochen. Wie das Geld verteilt werden soll, blieb aber bisher unklar.

Jetzt bringt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ein durchaus üppiges Geschenk ins Spiel. "Wenn wir unseren Pflegekräften in Deutschland nach dem verdienten Applaus, der irgendwann auch verhallt, ein wirklich spürbares Zeichen unserer Dankbarkeit zukommen lassen wollen, sollten wir ihre Gehälter mindestens für die nächsten zwölf Monate steuerfrei stellen", sagte der CSU-Politiker zur Bild am Sonntag. Für viele wäre eben das eine enorme Entlastung.

Auch sonst wurde Holetschek deutlich. Dass die SPD, die in einer neuen Bundesregierung das Gesundheitsministerium führt, seinen Ressortchef erst Anfang Dezember offiziell verkünden will, ärgert ihn. "Beschämend" sei das, sagt der CSU-Politiker. "Zudem, wenn ich bedenke, dass mit Karl Lauterbach ein erfahrener Arzt und Epidemiologe zur Verfügung steht, der als Corona-Fachmann immer im Team Umsicht und Vorsicht war."