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Warnstreiks: Ärzte legen Arbeit nieder, Patienten bleiben cool

Mediziner und Marburger Bund demonstrieren für mehr Entlastung - 15.05.2019 15:31 Uhr

Teilnehmer der Kundgebung der bayerischen Klinikärzte stehen mit Plakaten auf dem Odeonsplatz. © Sina Schuldt, dpa


Eine Botschaft ist Rene Icgen besonders wichtig: "Unsere Notfallversorgung ist definitiv sichergestellt, und das rund um die Uhr", betont der Sprecher des Klinikums Fürth gleich mehrfach. Jeder, der medizinisch darauf angewiesen sei, könne also entsprechend behandelt werden.

Das Klinikum Fürth gehört zu den kommunalen Krankenhäusern in Bayern, an denen die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund für den heutigen Mittwoch zum Warnstreik aufgerufen hat. Auf dem Münchener Odeonsplatz versammelten sich die Mediziner, um ihren Vertretern im laufenden Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern den Rücken zu stärken. Knackpunkt ist derzeit weniger das Geld, sondern die Frage, wie die Arbeitsbelastung der Ärzte im Alltag verringert werden kann.

Eine genau Zahl könne er zwar nicht nennen, so Icgen, aber ja: Auch aus Fürth seien Ärzte in die Landeshauptstadt aufgebrochen. Doch weil der Marburger Bund die Aktion bereits in der vergangenen Woche angekündigt hatte, habe man sich rechtzeitig vorbereiten können. Zumal es in dem Tarifkonflikt ja auch nicht der erste Warnstreik sei.

Gelassenheit in Fürth, Nürnberg und Nürnberger Land

"Planbare und unkritische Operationen haben wir im Vorfeld schon auf andere Termine verlegt", erklärt Icgen. Für die Patienten sei der Streik höchstens durch gelegentlich etwas längere Wartezeiten spürbar. "Viele zeigen aber Verständnis für die Anliegen der Ärzte."

Was im Prinzip auch die weiteren betroffenen Häuser der Region so bestätigen. Planbare OPs verlegt, Notfallversorgung aber gesichert, meldet etwa Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land (Lauf, Hersbruck und Altdorf), ebenfalls. "Und auch die Patienten haben sich offenbar gut darauf eingestellt."

An Nord- und Südklinikum Nürnberg wiederum beteiligen sich 100 der rund 1000 Ärzte am Warnstreik, sagt eine Sprecherin. Und auch hier wurden im Vorfeld bereits planbare Operationen auf andere Tage verlegt. "Alle Notfälle werden aber natürlich behandelt."

Insgesamt gibt es in Bayern etwa 100 kommunale Kliniken mit etwa 17.000 Ärztinnen und Ärzten. Der Marburger Bund fordert für sie unter anderem zwei freie Wochenenden im Monat und eine verlässliche Dienstplanung. 

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