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Montag, 06.07.2020

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24 Tablets für die Weißenburger Mittelschule

Unternehmer spendete die Geräte für virtuellen Unterricht in Corona-Zeiten - 02.06.2020 14:28 Uhr

Lob für das virtuelle Engagement: Unternehmer Christian Süßenguth (ganz rechts) ließ der Weißenburger Mittelschule 24 Android-Tablets zukommen. Er war von den YouTube-Videos des Schulleiters Markus scharrer (ganz links) begeistert gewesen. © Mittelschule Weißenburg


Nachdem er seine ersten beiden Filme als Videobotschaft per Link an die Schülerschaft geschickt hatte, landete eine freudige Nachricht im E-Mail-Account der Schulleitung: "Sehr geehrter Herr Scharrer, in meinem Lager befinden sich noch 24 Android-Tablets, die nicht mehr benötigt werden. Auf der Suche nach einem geeigneten schulischen Empfänger für diese Geräte bin ich über Ihre beiden Corona-Videos gestolpert und muss Ihnen ehrlich sagen: Hut ab! Respekt für diese beiden Videos, ich hätte mich damals sehr gefreut, wenn ich zu meinen Schulzeiten so eine nahbare und fröhliche Schulleitung gehabt hätte. Sie wirken auf den Videos so sympathisch, dass ich Sie gerne als erste Schule fragen möchte, ob Sie mit den Geräten etwas anfangen können."

Gerade in der jetzigen Zeit habe nicht jeder Schüler ein passendes Gerät greifbar, um online zu lernen. Deshalb wolle der Spender, der ein IT-Fachmann ist, hier eine kleine Abhilfe schaffen. Der Kontakt zwischen Schule und Spender war schnell hergestellt. Christian Süßenguth, der Inhaber der Firma Sweetgood, berät Unternehmen hinsichtlich datensicherer Technik und setzt auch hier auf freie Software. Auf seinem Blog andersgood.de bietet er dazu praxisnahe Tutorials und Empfehlungen – nicht nur für Selbstständige.

Alle Schul-Tablets sind mit der freien Android-Variante LineageOS ausgestattet und beziehen ihre Apps aus dem F-Droid-Store, wo ausschließlich freie Software angeboten wird. Laut Scharrer ein großer Vorteil im Hinblick auf Chancengleichheit an Schulen. So seien Open-Source-Programme nicht nur kostenfrei verfügbar, sondern es kann auch deren Quellcode eingesehen werden. Ein weiterer Nebeneffekt: so wird die Abhängigkeit zu großen Konzernen vermieden, worauf Christian Süßenguth besonderes Augenmerk legt.

Schulleitung wie Systembetreuung waren begeistert und nahmen die drei Transportkisten freudig in Empfang. Süßenguth ist sich sicher, dass die Geräte an der Mittelschule in besten Händen sind. Der IT-Fachmann und die Schule wollen fortan zusammenarbeiten. Zum Beispiel bei Workshops für Schüler oder Lehrkräfte, bei denen es um den Einsatz von freier Software geht. Dazu muss aber erst einmal ein gewisser Regelbetrieb an den Schulen möglich sein. Bis dahin werden die Tablets in den Robotik-Gruppen und der individuellen Lern-Förderung eingesetzt.

 

wt

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