Fernando de la Jara stellt in Pappenheim aus

Bilder zwischen Himmel und Erde

25.9.2021, 11:14 Uhr
Fernando de la Jara kam selbst zur Ausstellungseröffnung nach Pappenheim. Hier  steht er zusammen mit Kulturreferentin Christa Seuberthan der Installation

Fernando de la Jara kam selbst zur Ausstellungseröffnung nach Pappenheim. Hier steht er zusammen mit Kulturreferentin Christa Seuberthan der Installation "Im Spiegel". © Peter Schafhauser, NN

In der Begrüßungsrede bei der Ausstellungseröffnung gab de la Jara nicht viel über sich preis. Das überlässt er Anderen. Er möchte lieber Bilder voller Poesie für sich sprechen lassen. Und wahrhaftig: Gibt es eine bessere Biografie für einen Maler als sein eigenes Werk?

De la Jara, so vermutet Christa Seuberth, Referentin für Kunst und Kultur in der Stadt Pappenheim, sollte in der Region kein Unbekannter sein. Er hat in den 90er-Jahren einige Zeit in Altheimersberg bei Langenaltheim gewohnt, weil er einen Forschungsauftrag der Universität Eichstätt hatte. Unter anderem hat er damals auch in Pappenheim ausgestellt. Sein Deutschland-Domizil hat er zwar inzwischen nach Oettingen verlagert, doch der Region ist er noch immer verbunden.

Die Stadt Pappenheim und der Kunst- und Kulturverein freuen sich nun, neue Werke des Weltbürgers vorstellen zu können. Im Vorjahr geplant, konnte die Realisierung der Ausstellung allerdings erst jetzt, im zweiten Corona-Jahr, erfolgen. Und das Publikum erfuhr, in welchem Bezug dieser sympathische, zurückhaltende Künstler, dessen Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen in Museen und Sammlungen weltweit zu finden sind, zu Pappenheim steht.

Fernando de la Jara wurde 1948 in Lima (Peru) geboren. Als Autodidakt, der nie eine Kunst-Akademie besucht hat, lebt und malt seit jeher in Süd- und Nordamerika sowie in Europa. Ein Pendler zwischen den Welten. Der arrivierte Künstler arbeitet in Ateliers in Lima, New York und Paris.

„Zwischen Himmel und Erde“ lautet der neue Ausstellungstitel. De la Jara bewegt sich mit diesem hohen Anspruch im Zwischenreich zwischen Weltlichem und Göttlichem. Mit seinen vorzugsweise in Öl gemalten Motiven möchte der Künstler „die Schöpfung mit künstlerischen Mitteln fortsetzen“, wie es in einem Pressebericht heißt. Und es gelingt ihm tatsächlich, in jedem seiner Werke die Schönheit des Moments einzufangen.

Nach langer Pause stellt der Künstler Fernando de la Jara aktuell einmal wieder  einige seiner Bilder in Pappenheim aus. Schon bei der Vernissage fesselten die  Gemälde die Besucher.

Nach langer Pause stellt der Künstler Fernando de la Jara aktuell einmal wieder einige seiner Bilder in Pappenheim aus. Schon bei der Vernissage fesselten die Gemälde die Besucher. © Peter Schafhauser, NN

„Ich erzähle Geschichten – nur ohne Worte“ sagte de la Jara anlässlich der Vernissage am vergangenen Sonntagmorgen. Und an anderer Stelle drückte er es so aus: „Ich verstehe die Malerei und alle visuellen Künste, die ich ausübe, als eine Form, Poesie und Harmonie durch meine Bilder zu schaffen.“

Abgrenzen lässt sich de la Jaras konkrete Malerei sowohl vom Fotorealismus als auch von den manieristisch fein malenden Künstlern des Phantastischen Realismus. In der Fachwelt heißt es, seine Werke nehmen Bezug auf Elemente des Surrealismus und der avantgardistischen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder seien die „verdichtete Präsenz ästhetischer Codes“.

Bei der Vernissage entwickelten sich auch angeregte Gespräche der Besucher über die Bilder.

Bei der Vernissage entwickelten sich auch angeregte Gespräche der Besucher über die Bilder. © Peter Schafhauser, NN

Blickt man auf sein Oeuvre, scheinen ihn junge Mädchen besonders zu faszinieren – wer will es dem weltläufigen 73-Jährigen verdenken? Sein ästhetisch gemalter Lobgesang auf die junge Weiblichkeit erklingt im „Streben nach dem Wunderbaren“. Vor gut zehn Jahren äußerte sich de la Jara so: „Meine Bilder sind eine Feier der Frau.“ Das Weibliche scheint für den Maler und Bildhauer eine unerschöpfliche Quelle für sein künstlerisches Schaffen zu sein.

Bereits mit 17 Jahren bekam de la Jara den Auftrag zur Ausgestaltung einer Kirche mit Fresken. Es folgten Bildungsreisen durch viele europäische Länder. Später zog er sich in die Berge Perus zurück. Sieben Jahre lebte er mit Ureinwohnern zusammen. Das scheint ihn besonders geprägt zu haben. Denn seiner Erkenntnis nach haben jene Indianer die poetische Dimension ihres Lebens nicht verlorern. Den kommenden Winter, so ließ Fernando de la Jara am Sonntag durchblicken, wird er wohl wieder in Südamerika verbringen – nicht zuletzt des Lichtes wegen.

INFO

Die Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ im Museum an der Stadtmühle in Pappenheim läuft bis zum 14. November. Geöffnet ist immer an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

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