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Dienstag, 23.04.2019

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Das 20. Pleinfelder "Remmidemmi" steht bevor

Am Sonntag, 17. Februar, haben die Masken das Kommando - 12.02.2019 11:02 Uhr

Beeindruckende Kostüme: Beim 20. „Remmidemmi“ der Pleinfelder „Hummel“ haben sich wieder etliche Guggnmusiken und sonstige Fastnacht-Gruppen aus Franken, Oberbayern, der Oberpfalz und Schwaben angesagt. © Robert Renner


Die Anfänge gehen aber viel weiter zurück. 1793 verbot etwa der Eichstätter Bischof das heidnische „Winteraustreiben“ durch die „Hummel“, doch zu verhindern war es durch den Klerus nicht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Masken und Kostüme gar gegen Geld verliehen, so beliebt war das ausgelassene Treiben. Mit der zunehmenden Motorisierung und wohl so manch gefährlicher Situation wurde das „Hummeltreiben“ in Pleinfeld vom Bürgermeister verboten.

Masken und Kostüme verschwanden in Kisten und Kartons, doch ganz vergessen waren sie nicht. Vor allem ältere Pleinfelder erinnerten sich an die heiteren Tage, in denen mit viel Gaudi und Lärm der Winter ausgetrieben und der Fasching gefeiert wurde. 1994 keimte dann die Hummel-Tradition wieder auf. Maskenschnitzer Georg Schleicher, der auch für die Spalter Fleckli aktiv war, belebte sie mit mehreren Pleinfeldern und einem Schnitzkurs wieder. Jedes Jahr wurde geschnitzt und bemalt – das Wissen um die „Hummel“ und deren Tradition wurde aus den verstaubten Kellern wieder auf die Straße gebracht.

Und das wortwörtlich: Im Jahr 2000 liefen die „Hummel“ wieder. Zunächst noch als kleinere Gruppe, begleitet von einer in der fränkischen Fastnacht noch wenig bekannten Guggn-Musik und einigen anderen Gruppen. Aus dem kleinen Umzug ist mittlerweile ein mächtiger Gaudi-Wurm und eine der größten Fastnacht-Brauchtumsveranstaltungen geworden: 54 Gruppen mit über 950 Teilnehmern werden am kommenden Sonntag durch den Ort ziehen – mit Pauken, Trompeten und manch schrägen Tönen, mit furchterregenden und bunten Masken, mit allerlei Peitschen, Hexenbesen oder Konfetti-Regen, mit Schnaps und süßen Leckereien.

Meerbachhexen erstmals dabei

Neben den Woldschebberern, Goislschnalzern und Fleckli, Bärentreibern und Fosernigl aller Art sind viele Brauchtumsgruppen aus Nah und Fern vertreten. Die Gruppen kommen aus Mittelfranken, Oberbayern, Niederbayern und natürlich aus dem Schwäbischen. Erstmals dabei beim „Remmidemmi“ sind heuer die Bar-dabacher Meerbachhexen, die Narrenzunft Murreder Henderwälde, der Drudenzug aus Schopfloch und drei Gruppen aus Stödtlein.

Und etliche der Gruppen werden sich mächtig Gehör verschaffen – etwa die  Widdersdorfer Wolferer aus dem Bayerischen Wald, die mit ihrem Glockengeläut einen ohrenbetäubenden Lärm machen. Im Zug sind zudem neun Guggenmusiken vertreten: die Donzdorf’r Noda Biag’r, die Kocherfetza aus Aalen, die Wasserschnalzer Schluddagugga aus Wasseralfingen, die Mauchgugga aus Moing, die Schopflee Gugge aus Schopfloch, die Wendengugga aus Wendelstein, die Molgebach Gugga aus Stödtlein, die Oschtalb Ruassgugga aus Aalen und die Schollaklopfer aus Tannhausen.

Beginn des großen „Remmidemmi“ ist in Pleinfeld bereits um 10 Uhr mit der beliebten Hummelmesse in der katholischen Kirche. Begleitet wird der Gottesdienst von der Band „Bel Canto“, den Kocherfetza und dem Organisten Alexander Uhl. Höhepunkt wird sicher wieder die Predigt sein, die erstmals der neue Pfarrer Ottmar Breitenhuber halten wird. Nach dem anschließenden Frühschoppen und Mittagessen im katholischen Pfarrheim geht es dann zum eigentlichen „Remmidemmi“. Aufstellung für den Zug ist um 13.30 Uhr im Ottmarsfelder Weg. Um 14 schießen die Stirner und Waltinger Böllerschützen den Umzug an. Die Gruppen ziehen dann von der Ellinger Straße über die Brückenstraße über den Marktplatz, weiter in die Stirner Straße, Richtung Amselweg (am Seniorenheim vorbei) und über die Mühlstraße in die Kirchenstraße. Danach spielen die Guggn am Marktplatz, im Pfarrheim und an der Scheune, außerdem im Gasthaus Buckl und im Gasthaus „Zum Blauen Bock“.

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Hummel machen Remmidemmi in Pleinfeld

Sie heißen Donzdorf’er Noda-Biag’r, Wasserschnalzer Schludda Gugga, Mauchgugga, Wendengugga, Oschtalb Ruassgugga oder Kocher Fetza. Allen gemein sind zwei Eigenschaften: Die Kostüme sind grell und bunt und ihre Musik ist ohrenbetäubend laut. Genau die richtige Mixtur, um im Fasching mal so richtig die Sau rauszulassen und den Pleinfelder Marktplatz in einen wahren Hexenkessel zu verwandeln.


Für das leibliche Wohl ist mit drei Getränkeständen sowie einer Bratwurstbude gesorgt. Kaffee und Kuchen werden im Pfarrheim angeboten. Die „Hummel“ werden den Besuchern wieder die Sammelbüchsen vorhalten und um Spenden zur Deckung der Unkosten bitten.

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Am Samstag, 23. Februar, steht dann im Pfarrheim die große Hummelparty an. Einheizen wird dort die Powerband „Blitzlicht“ . Auftreten werden zudem die Spalter Fleckli. 

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