Samstag, 18.01.2020

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Der Weißenburger "Kronprinz" steht unter Denkmalschutz

Der Abriss des früheren Gasthauses, um dort ein Parkhaus zu bauen, ist nur schwer möglich. - 06.12.2019 06:05 Uhr

Der ehemalige Gasthof „Zum Kronprinzen“ (links unten im Bild) steht unter Denkmalschutz und kann daher nicht zugunsten eines Parkhauses abgerissen werden. Die Stadt hat aber zwischenzeitlich den unmittelbar benachbarten ehemaligen Bauernhof erworben. Dort könnte ein Behelfsparkplatz entstehen. © Foto: www.limes-luftbild.de


Der Bewerber um den Oberbürgermeisterposten hatte dabei vorgeschlagen, die Gaststätte, in der heute unter anderem das Jugendzentrum untergebracht ist, durch ein Parkhaus zu ersetzen. Das Gebäude, das der Stadt gehöre, habe ohnehin einen hohen Sanierungsbedarf, der in die Millionen gehe. Der Saal dürfe deshalb schon seit Längerem nicht mehr genutzt werden, hatte Kamm angeführt.

Oberbürgermeister Jürgen Schröppel stellte auf Dinars Frage hin klar, dass der Gasthof "Zum Kronprinzen" unter Denkmalschutz steht, und zwar das gesamte Anwesen. CSU-Stadtrat Bernhard Amend hatte nämlich gefragt, ob sich der Denkmalschutz nicht nur auf den Saalbau erstrecke.

Das Bauwerk findet sich in der Denkmaltopografie für Weißenburg und stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert, der Saalbau wurde 1890 errichtet. Seinen Namen hat der Gasthof 1843 erhalten. "Anfänglich war die Wirtschaft in einem anderen Gebäude untergebracht, erst im 19. Jahrhundert wurde sie in das vormalige Wohnhaus verlegt und im Verlauf der zweiten Jahrhunderthälfte mehrfach umgebaut und erweitert", schreibt Gotthard Kießling in der Denkmaltopografie. Der Saalbau auf der Seite zur Niederhofener Straße hin enthielt ihm zufolge im Erdgeschoss eine Bierhalle und darüber einen Tanz- und Festsaal mit umlaufenden Emporen.

Da der "Kronprinz" also unter Denkmalschutz steht, kann er auch nicht so einfach zugunsten eines Parkhaus-Neubaus abgerissen werden. Die früheren Diskussionen um Parkmöglichkeiten an diesem Standort hatten sich auch stets um den ehemaligen Bauernhof neben dem Gasthaus gedreht.

Die Stadt wollte dieses Anwesen lange schon kaufen, konnte sich aber zunächst mit den Eigentümern nicht über den Preis einigen. Das ist jetzt gelungen, bestätigte OB Schröppel auf Nachfrage Informationen unserer Zeitung. Nun könne man darüber nachdenken, dort vorerst einen geschotterten Behelfsparkplatz einzurichten, kündigte das Stadtoberhaupt an.

Überhaupt habe die Verwaltung das Thema Parken an der Altstadt auf dem Schirm. So seien erste Überlegungen und Skizzen zur Umgestaltung des Plerrers unter Einbeziehung des Zettlmeissl-Geländes, das die Stadt schon länger gekauft hat, entstanden.

ROBERT RENNER

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