Mittwoch, 18.09.2019

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„Landkarte der immateriellen Werte“

Sonderausstellung der Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreisträger noch bis 14.November - 07.11.2010 18:12 Uhr

Johannes Volkmann vor der Beschreibung seines Werkes „unbezahlbar“. © Schachameyer


Die in Wolframs-Eschenbach derzeit ausgestellten Exponate von Andreas Oehlert sind hauptsächlich Fotos von Skulpturen oder Gegenständen, die sich auf einem schwarzen Hintergrund spiegeln. Die Bilder laden den Betrachter zum Verweilen ein, um teils skurrile Einzelheiten erst beim gründlichen Studieren der Abbildungen zu entdecken. Neben der Schaffung von Skulpturen und Objekten ist Oehlert auch als Choreograph und Zeichner tätig. Seine Kunst ist immer wieder überraschend, hintergründig, ja dann und wann erschreckend – nie einseitig, langweilig oder linear. Der Fürther stellt im Moment übrigens auch im Neuen Museum in Nürnberg aus, wo sein Werk kürzlich als „vielschichtig, assoziationsstark, poetisch“ gelobt wurde.

Noch schwieriger in wenige Sätze zusammenzufassen ist das Papiertheater, das Johannes Volkmann 1995 gegründet hat. Das Papier steht im Mittelpunkt, soviel ist klar. Aber was damit alles geschehen kann, in welcher Weise das Papier Medium sein kann, wie schier unbegrenzt die Aktionsmöglichkeiten sind – man sollte es gesehen haben. Auch sein Projekt „unbezahlbar“, auf das in der kleinen Ausstellung in Wolframs-Eschenbach am meisten eingegangen wird, besteht aus so vielen Einzelteilen, dass man sich selber ein Bild davon machen sollte. Volkmann möchte mit „unbezahlbar“ eine „Landkarte der immateriellen Werte“ zeichnen und war zu diesem Zweck schon in vielen fernen Städten unterwegs, um Immaterielles, also Werte, Ansichten, Einstellungen vieler Menschen aus verschiedenen Kulturen für das Projekt zu sammeln, beispielsweise in Bethlehem.

Interessante Künstler mit spannendem Schaffen also – es lohnt sich, mehr als einen Blick darauf zu werfen. Beide sind für die Kreation von Aha-Effekten oder Staun-Momenten geradezu prädestiniert. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 14. November,im Wolfram-von-Eschenbach-Museum zu sehen (immer nachmittags von 14 bis 17 Uhr, außer montags).

 

msr

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