Freitag, 20.09.2019

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Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat ein Herz für Museen

Weißenburg, Solnhofen und das Kloster Heidenheim bekommen jährliche Zuschüsse für den Betrieb. - 16.08.2019 06:10 Uhr

Die Stadt Weißenburg bekommt für das Römermuseum ab 2020 einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 20 000 Euro vom Landkreis. Hintergrund ist, dass das Römermuseum ebenso wie das Museum Solnhofen und das Dokumentationszentrum im Kloster Heidenheim als regionale Schwerpunktmuseen mit Leuchtturmcharakter eingestuft werden. © Robert Renner


Jeweils 20 000 Euro sollen ab 2020 jährlich an die drei Einrichtungen fließen. Das gilt mit den jetzt gefällten Kreistagsbeschlüssen zunächst für fünf Jahre.

Offiziell ist das noch daran gekoppelt, dass maximal 50 Prozent des nachgewiesenen Defizits bis zu einem Höchstbetrag von 20 000 Euro vom Landkreis übernommen werden. Doch das ist Formsache. Denn das durchschnittliche Defizit im Römermuseum liegt bei fast 300 000 Euro und in Solnhofen waren es im Schnitt der letzten Jahre um die 150 000 Euro. Für das junge Bildungs-, Dokumentations- und Begegnungszentrum in Heidenheim gibt es noch keine Zahlen, doch ein Defizit wird ganz sicher auflaufen – und vermutlich wird es auch nicht ganz klein sein.

Ausgelöst hatte die Beschlüsse die Gemeinde Solnhofen, die an den Landkreis den Antrag gestellt hatte, sich an den Betriebskosten zu beteiligen. Denn wenn der Landkreis einen Zuschuss gewährt, steigen die Chancen, eine Förderung in gleicher Höhe vom Bezirk zu bekommen.

23 000 Besucher im Jahr

In dem Antrag verwies Solnhofens Bürgermeister Manfred Schneider auf die im Schnitt 23 000 Besucher im Jahr, die in das Fossilien-Museum der Gemeinde kommen. Für eine kleine Gemeinde mit nicht einmal 2000 Einwohnern ist die Einrichtung eine enorme Belastung. Schließlich handelt es sich um ein Museum, das weltweit einen exzellenten Ruf genießt und viele internationale Experten anlockt. Somit sei das Museum Solnhofen ein "Leuchtturm im gesamten Landkreis", schreibt der Bürgermeister in seinem Antrag.

Solnhofen kämpft seit vielen Jahren um Unterstützung beim Betrieb des Museums, ist bislang aber immer abgeblitzt. Im Kreistag fürchtete man die dauerhafte Belastung bei einem Betriebskostenzuschuss und beließ es bei der Förderung einzelner Investitionsmaßnahmen. Doch diesmal lief es positiv für die Gemeinde. Es gab ein Sondierungsgespräch mit den Fraktionsspitzen im Mai und auch im Ausschuss für Regionalentwicklung, Tourismus und Kultur stand man dem Anliegen positiv gegenüber. Nun nickte auch noch der Kreistag die Bitte ab.

Nach dem Sondierungsgespräch im Mai war aber auch klar, dass die Kriterien nicht nur auf Solnhofen anwendbar sind. Vielmehr treffen sie auch auf das Römermuseum in Weißenburg und auf das Kloster Heidenheim zu. Beide stellten in der Folge dann entsprechende Anträge. Auch das Römermuseum mit dem angeschlossenem Limes-Infozentrum wird im Regionalplan als regionales Schwerpunktmuseum gewertet. Deshalb hatte der Landkreis bereits in der Vergangenheit insgesamt 100 000 Euro für die Neugestaltung des Römermuseum als Investitionskostenzuschuss gegeben. Auch am Zuschuss für Weißenburg gab es keine Kritik.

Zuschuss fürs Kloster Heidenheim

Fürs Kloster Heidenheim wollte der Landkreis ursprünglich ebenfalls die laufenden Kosten nicht bezuschussen und beschränkte sich auf eine Förderung der Baumaßnahmen in Höhe von 150 000 Euro. Das Dokumentationszentrum zur Geschichte des Klosters, zum benediktinischen Leben und zur Christianisierung des süddeutschen Raumes erhebt ebenfalls überregionalen Anspruch und möchte auch Besucher mit weiterer Anreise anlocken. Nach langer Planung, einem gescheiterten Bürgerentscheid gegen das Projekt und einer nicht ganz einfachen Bauphase konnte im März der erste Bauabschnitt eröffnet werden.

Weil es noch keine Zahlen zum Defizit für das Klosterprojekt gibt, stellte die ÖDP den Antrag, die Förderung für Heidenheim erst einmal ruhen zu lassen, bis belastbare Daten vorliegen. Doch damit standen die beiden ÖDP-Kreisräte alleine.

Sowohl Solnhofens Bürgermeister Manfred Schneider (SPD) als auch Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel (SPD) bedankten sich ausdrücklich beim Kreistag für die gewährte Unterstützung. "Wir können es wirklich brauchen", sagte Schneider. "Dekan Klaus Kuhn würde sich dem sicher anschließen, wenn er jetzt hier wäre", zeigte sich Landrat Gerhard Wägemann (CSU) überzeugt. 

ROBERT MAURER

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