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Donnerstag, 09.07.2020

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Langenaltheim hat viele Projekte in der Pipeline

Das bedeutet auch einige größere Ausgabeposten - 03.06.2020 13:09 Uhr

Große Projekte stehen bevor: Die Gemeinde Langenaltheim hat bis 2023 einige Maßnahmen geplant, die Sanierung der 400 Meter langen Friedhofsmauer hat bereits begonnen. © Foto: Miriam Zöllich


Die Vorhaben reißen bis Ende 2023 ein Loch in den Gemeindegeldbeutel – vorausgesetzt, sie können überhaupt alle realisiert werden.

"Eigentlich ist die Haushaltslage gar nicht so schlecht", schiebt Bürgermeister Alfred Maderer voraus, als er das Pressegespräch zum Langenaltheimer Gemeindehaushalts eröffnet. Das gesamte Haushaltsvolumen 2020 liegt bei gut 7,5 Millionen Euro, wovon etwa 4,2 Millionen auf den Verwaltungshaushalt und knapp 3,3 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen.

Die Allgemeine Rücklage liegt Anfang 2020 bei rund 1,9 Millionen Euro, der Schuldenstand bei 1,7 Millionen. Am Ende des Finanzplanungszeitraums, nämlich Ende des Jahres 2023, rechnet Gemeindekämmerer Jens Bauch jedoch mit einer geschrumpften Rücklage von rund 45 000 Euro und einem angewachsenen Schuldenstand von 3,0 Millionen Euro. 2,2 Millionen Euro plant die Gemeinde als Darlehen aufzunehmen.

Grund sind einige größere Investitionen, die sich die 2300-Einwohner-Gemeinde leisten möchte. Und zwar trotz der finanziellen Unwägbarkeiten, die auf alle Kommunen in naher Zukunft zukommen werden. "Man spürt die Corona-Pandemie sehr deutlich", sagt der Kämmerer schon jetzt. So rechnet man in Langenaltheim etwa damit, dass das Gewerbesteuer-Soll heuer auf 300 000 Euro absinkt. Das Vorjahres-Soll lag noch bei 370 000 Euro, die tatsächlichen Gewerbesteuereinnahmen sogar bei über 400 000 Euro.

"Natürlich könnten wir jetzt hergehen und sagen, dass wir aufgrund von Corona Projekte streichen", wirft Bürgermeister Maderer ein. Aber das will er eigentlich nicht; schließlich müsse man gerade in diesen Zeiten die Gemeinde attraktiv für die Bewohner gestalten. Die anvisierten Projekte möchte er also schon gerne "durchziehen", allerdings soll es dabei für die nächste Zeit auch bleiben. "Wir dürfen nicht übertreiben und noch etwas Zusätzliches machen", weiß Maderer.

Ein Löwenanteil der geplanten Ausgaben fällt auf die Sanierung der Mehrzweckhalle. Schon seit Längerem ist klar, dass in das 1982 gebaute Gebäude investiert werden muss: Das Flachdach ist marode und stellenweise leicht undicht, außerdem können Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden.

Mehrzweckhalle wird teurer

Daher war die Freude zunächst groß, als Langenaltheim den Zuschlag für einen Bundeszuschusses aus dem Förderprogramm für die Sanierung von kommunalen Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen erhielt. 90 Prozent der veranschlagten 420 000 Euro Baukosten wird der Bund übernehmen; damit hätte die Gemeinde noch einen Eigenanteil von 42 000 Euro zu stemmen gehabt.

Allerdings: Dass die Fördergelder fließen, ist an Auflagen geknüpft, die man beim Ausrechnen der Baukosten noch nicht im Blick hatte. So müssen etwa der Putz und die Wandverkleidungen erneuert werden. Weil die Gemeinde das Dach als Fläche für eine Photovoltaikanlage vermietet hat, muss außerdem der Dachstuhl statisch überarbeitet werden. Alles in allem wird die Sanierung nun mindestens doppelt so teuer wie ursprünglich geplant – doch weil sich die Höhe des Zuschusses nicht verändert, muss die Gemeinde nun bis zur geplanten Fertigstellung 2024 die Mehrkosten von 420 000 Euro (und aufwärts) aus eigener Tasche zahlen.

Ein weiterer Kostenpunkt in den kommenden Jahren: Der geplante Neubau des Feuerwehrhauses. Das derzeitige Haus – das ehemalige Raiba-Gebäude im Südwesten der Gemeinde – sei "von der Größe her grenzwertig", attestiert Maderer. Es habe zudem "null Umgriff", keinerlei Park- oder Übungsflächen für die Feuerwehrler. Der Neubau soll nun im Nordosten der Gemeinde angesiedelt werden. Aber auch hier übersteigen nun die veranschlagten Kosten von 1,6 Millionen Euro die ursprüngliche Schätzung um fast das Doppelte. Und das, obwohl die Gemeinde mit dem aktuellen Architektenentwurf keineswegs "luxuriös und üppig" geplant hat, sondern sich an den Häusern umliegender Gemeinden orientiert habe.

Weiter soll auch der Gemeindebauhof neue Gebäude erhalten. Für insgesamt 600 000 Euro – wovon etwa die Hälfe auf das Haushaltsjahr 2020 entfällt – werden eine Fahrzeughalle mit Ölabscheider und eine Scheune errichtet. Die Sanierung der 400 Meter langen Friedhofsmauer läuft derzeit schon und ist für den Haushalt 2020 mit 205 000 Euro eingeplant. Bis 2023 wird die Sanierung des teils 150 Jahre alten Mauerwerks eine Summe von rund 570 000 Euro verschlingen. Hier darf sich die Gemeinde aber über einen Zuschuss von gut 350 000 Euro freuen.

Rehlingen bekommt Bauplätze

Investiert wird heuer auch in Bauplätze. Nachdem in den Vorjahren schon in Langenaltheim selbst und im Ortsteil Büttelbronn neue Bauplätze entstanden sind, wird nun das Gebiet Steingasse West im Ortsteil Rehlingen für rund eine Million Euro erschlossen. Hier sollen bis zum nächsten Jahr 13 Bauplätze entstehen. Weiter ist geplant, das Vordach der Umkleiden im Freibad zu sanieren und mit einer PV-Anlage auszustatten, was mit etwa 20 000 Euro zu Buche schlägt.

Die Investitionsumlage für den Neubau der Senefelder Schule beläuft sich im Haushaltsjahr 2020 auf rund 70 000 Euro. Straßensanierungen sind mit 100 000 Euro im Haushalt eingeplant. 180 000 Euro fließen an die Firma BayernGrund, als Schuldentilgung für die Baugebietserschließung Reifwiesen II.

Die Erschließung "weißer Flecken" mit Glasfaser schließlich kostet nochmal 84 000 Euro. Obwohl Maderer "aus dem Bauch heraus" schätzt, dass für den Breitbandausbau in den vergangenen Jahren etwa eine halbe Million Euro geflossen ist, sieht er sich diesbezüglich noch nicht am Ende: Gerade jetzt habe sich gezeigt, wie wichtig eine gute Breitbandversorgung sei – schulisch wie beruflich.

miz

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