Pflegestützpunkt in Weißenburg tritt auf der Stelle

16.12.2019, 11:48 Uhr
Der Landkreis Roth ist Vorreiter in Sachen Pflegestützpunkt in der Region. Die Beratungsstelle dort wurde bereits 2011 eröffnet. Das Bild entstand beim fünfjährigen Jubiläum und zeigt das das Beratungsteam Gerhard Kunz, Elisa Schreiber, Petra Lobenwein und Brigitte Kupfer (von links) zusammen mit Landrat Herbert Eckstein (2. von re).

Der Landkreis Roth ist Vorreiter in Sachen Pflegestützpunkt in der Region. Die Beratungsstelle dort wurde bereits 2011 eröffnet. Das Bild entstand beim fünfjährigen Jubiläum und zeigt das das Beratungsteam Gerhard Kunz, Elisa Schreiber, Petra Lobenwein und Brigitte Kupfer (von links) zusammen mit Landrat Herbert Eckstein (2. von re). © Landratsamt Roth

Kranken- und Pflegekassen, Freistaat sowie kommunale Spitzenverbände verhandeln nämlich seit ewigen Zeiten über einen neuen Rahmenvertrag. Dieser soll die Kostenverteilung jener Beratungsstellen regeln. Angedacht ist eine Drittelung: Kassen, Freistaat, Kommunen. Wobei sich das letzte Drittel noch einmal in Bezirk und Landkreis aufsplitten würde.

Vor einem Jahr sah es so aus, als seien die Beteiligten auf der Zielgeraden, was eben auch Landrat Wägemann zu seiner Ankündigung im Kreistag veranlasste. Doch dann gerieten die Verhandlungen ins Stocken und standen beinahe auf der Kippe. Inzwischen ist man sich wieder weitgehend einig, doch unterschrieben ist noch nichts. Im Frühjahr 2020 soll alles in Vertragsform gegossen sein.

Dann steht man im Landratsamt bereit, stellte Sebastian Münch, Sachgebietsleiter Soziales und Senioren, auf Anfrage des Weißenburger Tagblatts fest. "Wir haben uns auch bereits nach geeigneten Räumlichkeiten umgesehen", sagte er. Gut erreichbar und barrierefrei sind hier die Hauptargumente. Doch solange der Rahmenvertrag nicht unterzeichnet ist, sind dem Landkreis bei allen weiteren Schritten die Hände gebunden.

Auch lässt sich dann erst wirklich klären, ob Weißenburg-Gunzenhausen auf das Kooperations- oder das Angestelltenmodell setzt. Im einen Fall kommen die Mitarbeiter des Pflegestützpunktes von verschiedenen beteiligten Partnern (beispielsweise den Kassen), im anderen sind sie alle beim Landkreis angestellt und die Partner müssen bezahlen. Münch geht davon aus, dass die Umsetzung in Weißenburg-Gunzenhausen recht zügig passiert, sobald die vertraglichen Aspekte stehen.

"Die Pflegestützpunkte bieten eine kostenlose Beratung zu allen Themen rund um die Pflege und stehen allen Bürgern (egal ob gesetzlich oder privat versichert) offen", schreibt das bayerische Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite. Die Stützpunkte sollen als erster unabhängiger Ansprechpartner für alle Fragen zur Verfügung stehen. Man kann sich informieren lassen, welche Pflegemittel es für zu Hause eigentlich gibt. Man bekommt Hilfe beim Ausfüllen eines Antrags auf finanzielle Unterstützung. Oder man erfährt, welche Einrichtung aktuell Kurzzeitpflegeplätze frei hat, wenn man einen Angehörigen nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend in einem Heim unterbringen muss.

2009 hat die Staatsregierung angekündigt, dass im Freistaat 60 Pflegestützpunkte geschaffen werden sollen. Davon gibt es bislang dem Gesundheitsministerium zufolge nur neun. Die SPD in Weißenburg-Gunzenhausen fordert schon lange, einen solchen Stützpunkt auch in Weißenburg-Gunzenhausen zu schaffen. Landrat Gerhard Wägemann stand dem Ansinnen anfangs skeptisch gegenüber, hat seine Meinung aber revidiert, wie er vor einem Jahr im Kreistag bekannte. "Ich habe mich überzeugen lassen, dass das eine sinnvolle Sache ist."

 

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