160 000 Euro Investition

Roboter an der Weißenburger Berufsschule

Volontärin Nina Dworschak
Nina Dworschak

Volontärin Fotografie

E-Mail zur Autorenseite

13.5.2022, 15:31 Uhr
Per Computer wird der Roboterarm gesteuert, so können Russlan Panzer(links,  Frankenschotter Dietfurt) und Aaron Tremel (rechts, Maschinen Wicke, Ellingen)  den LKW auf das Lieferband transportieren.

© Nina Dworschak, NN Per Computer wird der Roboterarm gesteuert, so können Russlan Panzer(links, Frankenschotter Dietfurt) und Aaron Tremel (rechts, Maschinen Wicke, Ellingen) den LKW auf das Lieferband transportieren.

Alles begann mit einem 30 Jahre alten Roboter, der ersetzt werden sollte. Das Geld für einen neuen wurde durch ein Förderprogramm des Freistaats Bayern für integrierte Fachunterrichtsräume gesichert.

Doch statt einen großen, umfänglich ausgestatteten und aufgebauten Roboter zu kaufen, entschied sich Lehrer Ralf Etzel für eine andere Variante: Er wollte eine ganze Fertigungsstraße mit mehreren Komponenten selbst zusammenbauen, also mehrere kleine Roboter.

Zuschuss des Landkreises

Durch einen Zuschuss des Landkreises konnte das Vorhaben umgesetzt werden. Jetzt präsentierten die Schüler ihre automatisierte Produktionsanlage zum Bau des Spielzeug-Lkws, an der jede Schraube selbst festgezogen wurde.

Fünf verschiedene Stationen muss der Mini-Brummi durchlaufen, an jeder kommt ein Roboterarm zum Einsatz, der über einen Computer gesteuert wird. Die verschiedenen Stationen mussten die Schüler so programmieren, dass durch Sensoren der Lkw genau zur richtigen Stelle befördert wird.

Eigentlich endet der Job des Industriemechanikers bei der Montage solcher Fertigungsstrecken. Doch der Lehrplan der 12. Klasse sieht vor, dass sich die Schüler auch mit den Aufgaben eines Elektronikers oder Mechatronikers auseinandersetzen.

Mit sehr viel Praxisbezug

Im ersten Schritt der Fertigungsstraße wird das Gehäuse des Wagens auf eine Montagestelle gehoben, das Führerhaus und der Motorblock ebenfalls. Durch eine schnelle Bewegung werden die Einzelteile durch Druck zusammengepresst. An der nächsten Station werden die Räder auf die Achsen montiert. Erst an Station fünf steht der fertige Laster auf dem Lieferband.

Die Azubis erklärten an den verschiedenen Stationen ihren Ausbildern, Lehrern und Landrat Manuel Westphal, was genau sie konstruiert haben und welche Probleme bei der Entwicklung aufgetreten sind. Wie sich zeigte, war es für die meisten Gruppen besonders schwierig, die Roboterarme in den vorgesehenen Bereich zu manövrieren.

Vertreter lokaler Unternehmen

Alexander Roß, Ausbilder der Industriemechaniker bei Schaeffler in Gunzenhausen, ist begeistert: „Sowas haben unsere Industriemechaniker noch nie gemacht, das bringt ihnen auch was für die Arbeit im Betrieb.“ Neben Schaeffler waren auch Vertreter der Weißenburger Firmen Gutmann und Schwan-Stabilo gekommen, um die Arbeit ihrer Azubis zu begutachten.

Für die jungen Männer heißt es jetzt, sich langsam von der Schule zu verabschieden, bald stehen die Abschlussprüfungen an. Und Lehrer Ralf Etzel muss nun die monatelange Arbeit wieder abbauen. Denn im kommenden Schuljahr sollen sich die neuen Abschlussklassen im Roboterraum ausprobieren. Was Etzel über das nächste Projekt schon jetzt weiß: „Das gleiche will ich aber nicht noch mal sehen.“

Keine Kommentare